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06. März 2010 15:27 Uhr

Bundesliga

Der SC Freiburg ist im Keller angekommen

Die Luft wird dünner für den SC Freiburg. 1:2 (0:0) verloren die Breisgauer am Samstag gegen Hannover 96 und rutschten dadurch in der Tabelle auf den 16.Tabellenrang ab.

Relegation würde dieser Platz am Ende der Spielzeit heißen, die Möglichkeit des Abstiegs miteingeschlossen.

Abdessadki (70.) hatte am S amstagnachmittag den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Breisgauer besorgt, nachdem Elson (63.) die Gäste zunächst in Führung brachte und Bruggink (73.) den Siegtreffer zumindest vorbereitet hatte. Sein Freistoß war von Cissés Hinterkopf ins SC-Gehäuse geflogen.

Am Ende war lähmendes Entsetzen. Nur einer war froh, "endlich mal wieder in aufgehellte Gesichtszüge zu blicken". 13 Spiele war zuletzt Hannover ohne Sieg geblieben, ausgerechnet im Breisgau, beim unmittelbaren Mitkonkurrenten im Rennen um die Fleischtöpfe der Liga, war Mirko Slomka jetzt ein Erfolgserlebnis vergönnt.

Wobei der Coach der Niedersachsen eingestand: "Wir haben viel Glück gehabt." Glück, dieses Gefühl kennt sein Kollege Robin Dutt schon gar nicht mehr. Für die Freiburger war es das elfte Spiel in Folge, das nicht mehr gewonnen werden konnte. Wenigstens wurde zu Hause mal wieder ein Tor geschossen, was sechs Spiele lang vor eigenem Publikum nicht mehr gelungen war. Aber was ist dieser Treffer wert? Gut möglich, dass er letztlich nur noch für eine Fußnote in der Statistik gut ist.

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Dabei hatten sich die Breisgauer so viel vorgenommen. Kompakt stehen und aus der Abwehr das Offensivspiel entwickeln – so jedenfalls hatte es die Marschroute vorgesehen. Und zunächst klappte das auch. Wobei schon frühzeitig klar war: Für Ästheten sollte der Schlagabtausch nicht taugen.

Die Zahl der individuellen Fehler nahm rasch kaum fassbare Ausmaße an. Einfachste Zuspiele gelangen nicht, von einem flüssigen Kombinationsspiel war nichts zu sehen. Beide Seiten waren zu stark mit sich selbst beschäftigt. Der drohende Abstieg lähmte nicht nur die Füße. Blockiert schien vor allem der Kopf der Akteure.

Dennoch hätte der Sportclub in Führung gehen können, ja müssen. Zur tragischen Figur geriet dabei in erster Linie der Senegalese Papiss Cissé, der erst in der Winterpause gekommen war. Welche Chancen sich der vom FC Metz gekommene Angreifer entgehen ließ, war im Grunde nicht zu fassen. Zwei Mal unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff, dann ebenso oft nach der Pause: Cissé hätte sein Torkonto allein in diesem Spiel in respektable Höhen treiben können.

Und als er dann traf, war es leider in die falsche Richtung. Kommentieren mochte solches Missgeschick hinterher niemand. "Wie es in dem aussieht, ist doch klar", sagte Kapitän Heiko Butscher nach dem Schlusspfiff sichtlich mitfühlend.
Trost spenden war angesagt, doch auch das geriet zu einer eher gezwungenen Übung.

Gleichwohl war sich Robin Dutt sicher: "Die Situation wird zwar immer schwieriger, doch irgendwann werden auch wir wieder sagen können: Heute haben wir Glück gehabt." Und warum sollte das nicht bei den Münchner Bayern am kommenden Wochenende sein? Was sich zunächst anhört wie ein Witz, meint auch Heiko Butscher durchaus ernst: "Da rechnet doch sowieso keiner mit uns."

Von der Einstellung her konnte man den Breisgauern keinen Vorwurf machen. Es wurde gerannt und geackert, die Spieler waren hoch motiviert. Spielerisch indes offenbarten sie lange nicht mehr gesehene Mängel. Von Ruhe und Gelassenheit jedenfalls war keine Spur, überhastet wurde agiert, unkonzentriert, mit dem vielbeschriebenen Mut der Verzweiflung.

Doch der, das weiß man, kann auch lähmen, Missgeschicke provozieren. Nicht nur Cissé wird das seit Samstag wissen, auch Felix Bastians, Yacine Abdessadki, im Grunde das gesamte Team wird das unterschreiben können.

Wie es jetzt weitergeht? "Wir werden versuchen, den Kopf frei zu bekommen", sagte Robin Dutt, bevor er wieder in den Katakomben verschwand. Übung darin hat er ja; "ich mach’ doch seit drei, vier Monaten nichts anderes mehr". Und dann kam er, der unvermeidliche Satz: "Wir werden alles tun, um den Abstieg zu vermeiden." Da darf man tatsächlich gespannt sein.

FREIBURG: Pouplin, Barth (29. Cha), Butscher, Toprak, Bastians, Caligiuri (57. Abdessadki), Makiadi, Banovic (67. Schuster), Jäger, Idrissou, Cissé.

HANNOVER: Fromlowitz, Schmiedebach, Haggui, Durica, Schulz, Andreasen, Lala (63. Bruggink), Elson (79. Cherundolo), Djakpa, Kone, Stajner (46. Ya Konan).

SCHIEDSRICHTER: Kinhöfer (Herne).

TORE: 0:1 Elson (63.), 1:1 Abdessadki (70.), 1:2 Cissé (73., Eigentor).

ZUSCHAUER: 19.100.

GELB: Makiadi – Elson.

Autor: Michael Dörfler