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27. August 2010 18:35 Uhr

Fussball-Bundesliga

Der SC Freiburg muss nach Nürnberg – ohne den Neuen aus Fernost

Mitstürmen kann er noch nicht – doch Kisho Yano ist in aller Munde: Vor dem Spiel beim 1. FC Nürnberg hat der SC Freiburg den japanischen Nationalspieler verpflichtet. Wird Papiss Cissé also weiter den Alleinunterhalter im SC-Angriff geben?

FREIBURG. In vier Tagen wird der verschleiernde Nebel vollends verschwunden sein, der derzeit noch mehr oder weniger dicht über den Stadien einiger Bundesligisten wabert. Am kommenden Dienstag um Mitternacht ist die Transferfrist abgelaufen, dann haben die Spekulationen ein Ende und es ist endlich für Jedermann klar ersichtlich, welcher Spieler in dieser Spielzeit bei welchem Klub gegen den Ball tritt.

Deutlich bessere Sicht wird in den letzten Tagen bereits vom Trainingsgelände des SC Freiburg gemeldet. Nachdem am Donnerstag bereits die schnelle Rückkehr des vor ein paar Wochen noch verabschiedeten Yacine Abdessadki bekannt gegeben wurde, durfte am Freitag Kisho Yano an der Schwarzwaldstraße willkommen geheißen werden. Der 26 Jahre alte Japaner kommt vom J-League-Klub Albirex Niigata, dem aktuellen Tabellensechsten im Land der Sushi-Freunde. Für seinen bisherigen Arbeitgeber absolvierte er seit 2006 152 Erstligapartien und erzielte dabei 30 Tore. 19 Mal wurde Yano in die Nationalmannschaft berufen, zwei Mal durfte er sich dabei als Torschütze feiern lassen. Der Angreifer stand auch in Japans Kader bei der WM in Südafrika, dort kam er allerdings nur im ersten Vorrundenspiel gegen Kamerun zum Einsatz – für acht Minuten.

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Über die Vertragsmodalitäten wurde – wie in Freiburg üblich – Stillschweigen vereinbart. Sportdirektor Dirk Dufner äußerste sich gleichwohl zufrieden über den Coup: "Mit Kisho Yano gewinnen wir für den SC Freiburg einen Spieler, der in den vergangenen Jahren seine Trefferqualitäten in der höchsten japanischen Liga konstant unter Beweis gestellt hat." Unschwer zu erraten, dass die Freiburger sich dieses auch für die Bundesliga erhoffen. Im Angriff drückt bekanntlich der Schuh: Papiss Cissé agiert dort als Alleinunterhalter, nachdem Tommy Bechmann nach einer Knieoperation für längere Zeit ausfällt und Stefan Reisinger seit seiner Ankunft im Badischen im Sommer 2009 über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinausgekommen ist.

Nach Nürnberg wird der Ex-Fürther Reisinger am Freitag dennoch ganz gerne gereist sein. Immerhin war er es, der dem SC Freiburg im Fränkischen das bislang letzte Erfolgserlebnis auf fremdem Platz bescherte. Pünktlich zum weltbekannten Nürnberger Christkindlmarkt reisten die Breisgauer am 28. November vergangenen Jahres mit einem 1:0-Erfolg zurück an die Dreisam. Käme es wieder so, hätte der Sportclub zumindest seinen vermaledeiten Saisonstart (1:3 gegen St. Pauli) wieder gut gemacht.

"Punkte gegen vermeintliche Mitkonkurrenten im Abstiegskampf sind doppelt wichtig." Robin Dutt
Die Leistungen der vergangenen drei, vier Spiele zugrunde gelegt, werden aber nur notorische Optimisten auf einen SC-Sieg tippen wollen. Dies umso mehr, als die Nürnberger beim 1:1 in Mönchengladbach einen respektablen Eindruck hinterlassen haben. Von einem lockeren Betriebsausflug kann also nicht die Rede sein, zumal Trainer Robin Dutt schon vor Wochenfrist klarstellte: "Punkte gegen vermeintliche Mitkonkurrenten im Abstiegskampf sind doppelt wichtig."

Kisho Yano hat die Reise übrigens nicht angetreten, als Hoffnungsträger fällt er noch aus. Deshalb ist damit zu rechnen, dass Robin Dutt dieselbe Startelf wie gegen die Kiez-Kicker aus Hamburg aufs Feld schicken wird. Lediglich Abdessadki darf sich wohl berechtigte Hoffnungen machen, für den zuletzt wenig überzeugenden Daniel Caligiuri ins Team zu rücken. Ob er dort die Rolle des Stabilisators und Antreibers wird spielen können, wird sich zeigen. Zumindest eines konnte Robin Dutt aber versichern: "Yacine ist körperlich in einer guten Verfassung." Das ist auch das Mindeste, was man erwarten darf.

SC kompakt: Bechmann (Knie-OP) sowie Flum, Pamic und Toprak (alle im Aufbautraining) fehlen. Mujdza (Gesäßmuskelzerrung) ist fraglich.

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Autor: Michael Dörfler