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10. März 2010
Mutmacher mit Erfahrung im Abstiegskampf
Felix Bastians kennt die Situation, in der sich der Sportclub befindet, aus England und sagt: "Man sollte nicht den Fehler machen, uns zu früh abzuschreiben".
Der Mann weiß wovon er spricht. "Abstiegskampf", sagt Felix Bastians, "ist eine unangenehme Sache." Bastians hat das am eigenen Leib erfahren. Damals in England, als er von seinem Klub Nottingham Forest fünf Mal ausgeliehen wurde an unterklassige Klubs, bei denen der aus Bochum stammende Youngster Spielpraxis sammeln sollte. "Wenn Du auf der Insel in der vierten Liga gegen den Abstieg spielst, ist das Überlebenskampf pur, da geht’s um die nackte Existenz." Denn: "Darunter gibt’s quasi nichts mehr."
Jetzt sitzt Bastians im Verwaltungstrakt des SC Freiburg, 21 Jahre jung, sympathisch, eloquent. Und von einem Abstieg will er gar nichts wissen. Zugegeben, die Situation sei nach der 1:2-Niederlage gegen Hannover prekär, doch verloren sei noch gar nichts. "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis", sagt der U-21-Nationalspieler, dann, so glaubt er, "ist da noch einiges zu machen". Er meint den Klassenerhalt. Nein, sagt Bastians, die Stimmung in der Mannschaft sei nach nun elf Spielen in Folge ohne Sieg keineswegs depressiv. Man rede miteinander, es gebe keine Grüppchenbildung. Die soziale Struktur innerhalb des Teams sei "völlig intakt". Für ihn, sagt er, zähle jetzt nur eines: "Wir dürfen uns von der Tabelle nicht verrückt
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Wie Kollege Heiko Butscher und Trainer Robin Dutt hält Bastians ein Erfolgserlebnis am kommenden Samstag beim FC Bayern nicht für gänzlich ausgeschlossen: "Wir haben nichts zu verlieren, wenn wir bei Bayern antreten. Kampflos werden wir dieses Spiel nicht bestreiten." Nein, ans Aufgeben denke er nicht; "dann hätte ich meinen Job verfehlt".
Glaubt man dem zu Saisonbeginn von Young Boys Bern gekommenen Abwehrspieler, denkt er momentan nicht mal über die zweite Liga nach. Er würde zwar beim Sportclub bleiben, "da er für meine Entwicklung ein ausgezeichneter Verein ist", sein Fokus sei aber derzeit einzig und
allein auf die Bundesliga gerichtet. Weil: "Abgestiegen ist man, wenn sich rechnerisch nichts mehr machen lässt." Mainz müsse noch nach Freiburg, dazu Bochum und Nürnberg, und zum Schluss, wenn es möglicherweise für einzelne Klubs um nicht mehr allzu viel geht, noch Wolfsburg und Dortmund. Genügend Hoffnungsschimmer für Bastians, der sagt: "Man sollte nicht den Fehler machen, uns zu früh abzuschreiben."
Wäre Bastians nicht Fußballer geworden, er könnte auch eine Art Mutmacher abgeben. Er ist einer, der aufbauende Worte findet in misslichen Zeiten. Vielleicht gehört er deshalb zu jenen Spielern, die nach Spielschluss zu den Reportern geschickt werden. Bastians hat seine Emotionen im Griff, er weiß, was er wo und wann zu sagen hat. Intern darf das auch mal etwas ganz anderes sein.
In einem Punkt, sagt er, sei er sich mit seinen Kameraden völlig einig: "Aufgeben werden wir nicht." Man werde die Ligazugehörigkeit nicht verschenken, sondern kämpfen bis zum letzten Schlusspfiff. Weil: "Wir wissen, dass sich Freiburg immer zwischen der Spitze der Zweiten und dem unteren Drittel der Ersten Liga bewegt. Trotzdem wäre ein Abstieg für unseren Ehrgeiz als Spieler ein GAU." Der größte anzunehmende Unfall. Und den will Bastians nicht erleben. Auf gar keinen Fall.
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Autor: Michael Dörfler
