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25. Juli 2010 18:05 Uhr
Trainingslager
SC Freiburg macht sich in Schruns fit für den Klassenerhalt
Zuletzt hat Fußball-Weltmeister Spanien in Schruns sein Trainingslager abgehalten. Ein gutes Omen für den SC Freiburg? Der bereitet sich im Vorarlberg momentan auf die kommende Saison vor.
Es herrscht Ausnahmezustand in Schruns, dem netten, kleinen Urlaubsort im Montafon. Schuld daran ist die Fußball-Mannschaft, die hier gastiert. Die Straße vor dem Hotel Löwen, in dem sie wohnt, ist zweimal am Tag gesperrt. Morgens zwischen fünf und acht Uhr, mittags von 13 bis 16 Uhr. Die Spieler brauchen einen gesunden Schlaf, schließlich stecken sie mitten in der Vorbereitung, müssen intensive Trainingseinheiten absolvieren.
So war es vom 29. Mai bis zum 3. Juni diesen Jahres. Das Team, welches seinerzeit in Schruns gastierte, ist inzwischen Fußball-Weltmeister: Spanien. Trainer Vicente del Bosque hat sich längst artig bedankt für "optimale Traininsbedingungen" und so mancher Montafoner fühlt sich ein bisschen mitbeteiligt am großen Triumph der Iberer.
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Inzwischen, knapp zwei Monate später, ist wieder Ruhe eingekehrt. Die Fußballer, die jetzt zu Gast sind, benötigen keine Sonderbehandlung. Gleichwohl bekommen sie bisweilen eine – wenn auch ganz anders. Als der SC Freiburg am Freitagabend in Villingen gegen Werder Bremen spielte (1:2), stand plötzlich Irmi-Marie Sachs-Ritter am Spielfeldrand. Die Geschäftsführerin des Hotel Löwen war eigens angereist, um die Stammgäste aus dem Breisgau abzuholen und nach Schruns zu begleiten. Mit dabei hatte sie noch eine Ladung Kirschen, jene Sorte, die die SC-Spieler besonders mögen.
Kein Wunder, dass von Freiburger Seite nur lobende Worte kommen. Normalerweise mögen Fußball-Profis Trainingslager nicht sonderlich, die kräfteraubenden Übungsstunden empfinden sie oft als Qual. "Wir haben uns aber darauf gefreut", sagt Heiko Butscher und schickt ein bekräftigendes "ganz ehrlich" hinterher. Wobei nicht allein die äußeren Umstände dazu beitragen.
"Wir haben einfach auch eine gute Stimmung in der Mannschaft", berichtet der Kapitän, der gleichzeitig die vernünftige Berufsauffassung seiner Kollegen hervorhebt. "Alle ziehen voll mit, auch die Neuen", so Butscher. Die Neuen, das sind Jan Rosenthal (kam von Hannover 96) und Maximilian Nicu (Hertha BSC Berlin). "Intelligente Jungs, die schnell in unsere Abläufe integriert waren", urteilt Butscher.
Das so genannte Teambuildung scheint beim Sportclub Freiburg immer wieder ein Selbstläufer zu sein. Und doch überlässt Trainer Robin Dutt nichts dem Zufall. Bereits Montagnachmittag steht ein Ausflug in einen Klettergarten in den Bergen über Schruns auf dem Programm. Bei gemeinsamen Mutproben soll das Mit-und Füreinander noch weiter ausgebaut werden.
Einige Akteure sind indes gar nicht erst nach Schruns angereist. Neuzugang Zvonko Pamic hat gerade bei der U-19-EM in Frankreich mit Kroatien 5:0 gegen Portugal gewonnen, dabei drei Tore erzielt und das Halbfinale erreicht. Ömer Toprak (Knie-Operation) arbeitet in Freiburg an seinem Comeback. Andreas Glockner und Jackson Mendy sind auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Während der zuletzt nach Koblenz ausgeliehene Glockner offenbar vor einem Wechsel zum Drittligisten Heidenheim steht, kam Jackson Mendy beim französischen Zweitligisten Grenoble Foot nicht unter. Mendy ist laut SC-Sportdirektor Dirk Dufner aber bereits im Probetraining bei einem weiteren Interessenten.
Glockner, Mendy und Co. bleibt die weltmeisterliche Vorbereitung in Schruns somit verwehrt. Die anderen SC-Akteure freuen sich derweil über den spanischen Einfluss. "Wir müssen ja nicht gleich Meister werden, aber wenn wir ähnlich gut abschneiden wie die Spanier, ist es doch auch ganz gut", sagt Heiko Butscher, lacht und fügt dann etwas ernsthafter an: "Hier herrscht ein guter Geist."
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Autor: René Kübler
