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06. Februar 2010 15:24 Uhr
Bundesliga
Schüchterner Aufwärtstrend beim SC
Die Freiburger blieben am Samstag gegen den FC Schalke 04 zwar auch im siebten Spiel in Folge ohne Sieg, holten beim 0:0 aber immerhin mal wieder einen Punkt.
"Das war wichtig für den Kopf", sagte hinterher Torwart Simon Pouplin. Freiburg verharrt damit weiter auf dem Tabellenplatz 15.
Zum Gähnen oder Träumen blieb am Samstagnachmittag keine Zeit. Vor ausverkauftem Haus entwickelte sich das Aufeinandertreffen der überraschend um die Meisterschaft mitspielenden Magath-Elf gegen den Aufsteiger zu einem packenden, bis zum Schluss spannenden Schlagabtausch.
Wobei die Gastgeber einen prima Start erwischten. Der Sportclub entwickelte viel Druck, war ballsicher und zeigte in der Vorwärtsbewegung ein gutes Kombinationsspiel. Gepaart war das alles mit viel Leidenschaft und extremer Laufarbeit. Ein probates Mittel, die kompakt und zunächst tief stehenden Schalker zu überrumpeln, fand die Dutt-Elf aber kaum. Zwingende Chancen waren Mangelware.
Cedrik Makiadi platzierte den Ball nach fast genau einer halben Stunde knapp am Tor vorbei, und als Mo Idrissou (41.) nach einem scharf getretenen Freistoß von Julian Schuster zum Kopfball ansetzte, der Ball aber die Latte traf, erstarb der Galerie der Torschrei auf den Lippen.
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Kurz zuvor war das Spielgerät auch ans Freiburger Aluminium geklatscht, als der agile Vicente Sanchez einen Kopfball entgegen der Laufrichtung von SC-Keeper Pouplin an den Pfosten adressierte. Die Chance hatte deutlich gemacht: Ganz so einfach wollten sich die Gäste aus dem Westen im Badischen die Punkte nicht rauben lassen.
Dieser Eindruck verfestigte sich in der zweiten Hälfte. Als Jefferson Farfan für Alexander Baumjohann ins Spiel gekommen war, agierten die Schalker plötzlich zielgerichteter und mit deutlich mehr Engagement. Der Sportclub verlor zwar nicht seine Linie, doch fehlte den Offensivbemühungen mit zunhemender Spieldauer der zuvor gezeigte Witz. Dazu litt bei einigen Akteuren die Konzentration: Fehlpässe und Missverständnisse häuften sich.
Mittlerweile hatten die Besucher auch ein Thema, das die Gemüter noch lange nach Spielschluss beschäftigte. Gleich nach dem Wiederanpfiff war der kantige Marcelo Bordon in den Freiburger Strafraum eingedrungen, wobei sein Kopfball von der Unterkante der Latte seinen Weg in Richtung Torlinie nahm. Ganz ähnlich wie seinerzeit in Wembley.
Jedenfalls schworen die Schalker hinterher Stein und Bein, dass die Kugel in vollem Umfang im Tor gewesen sei. Die Freiburger wedelten dagegen mit den Armen nach dem Motto: Da war gar nix.
Wirklich? Felix Magath jedenfalls blieb gewohnt cool und ließ sich lediglich die Meinung entlocken, dass so etwas halt so lange passiere, wie Amateure über Profis entscheiden. Ein Plädoyer für technische Hilfsmittel wie Chip oder Torkamera - das Kollege Robin Dutt verbal gleich mit unterschrieb: in Erinnerung an das Spiel in Leverkusen, wo dem Sportclub Gleiches wiederfahren war.
Einig waren sich die Parteien darin, dass die agilen Schalker die zweiten 45 Minuten beherrscht hatten. Fünf gute Chancen hatten die "Knappen", doch auch sie konnten das Spiel nicht zu ihren Gunsten umbiegen. Lediglich zwei Mal noch hielt der Freiburger Anhang den Atem an.
Einmal, als Cha (80.) frei im Strafraum auftauchte, aber völlig überhastet den Ball in Richtung Notausgang drosch.Dann, als der eingewechselte Reisinger unmittelbar vor Schluss Bordon düpierte, sein Ziel aber dann doch nicht fand.
Traurig über das Remis war auf SC-Seite trotz allem niemand. Der Auftritt habe Mut gemacht, sagte Simon Pouplin, der seiner Mannschaft einen spürbaren Aufwärtstrend bescheinigte. Nach Frankfurt fahre man deshalb am kommenden Wochenende mit breiter Brust. Ganz nach dem Motto: Auch ein Remis kann belebend wirken.
Die Aufstellung:
SC Freiburg
Pouplin - Williams , Toprak, Butscher, Bastians - Flum, Schuster (ab 71. Bonovic)- D.-R. Cha, Idrissou, – Makiadi - Cissé; Trainer: Dutt
FC Schalke 04
Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Schmitz - Matip - Moritz (ab 77. Ibraimi), Rakitic , Baumjohann (ab 53. Farfan) – Sanchez - Kuranyi; Trainer: Magath
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Autor: Michael Dörfler
