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03. September 2010 07:23 Uhr
Stade de Suisse
SC Freiburg verliert Freundschaftsspiel in Bern
Der Bundesligist SC Freiburg hat im Stade de Suisse ein Freundschaftsspiel gegen den Schweizer Super-League-Club und letztjährigen Schweizer Vizemeister BSC Young Boys Bern vor rund 3100 Zuschauern mit 1:3 (0:2) verloren.
"Wir wollten der Mannschaft etwas Abwechslung in den zwei Wochen ohne Bundesligapartien verschaffen", meinte SC-Trainer Robin Dutt. Zudem habe die Partie den Sinn gehabt, den Spielrhythmus beizubehalten und dem gesamten Kader die Möglichkeit zu geben, sich zu zeigen. Dieses Vorhaben sei voll und ganz erreicht worden, auch wenn es im Verlauf der 90 Minuten in verschiedenster Hinsicht schon recht zahlreiche Fehler gegeben habe, ergänzte der Coach.
Die diversen Lücken, die durch Verletzungen (Pamic, Pouplin, Flum, Rosenthal, Toprak und Krmas) und Länderspieleinsätze (Cissé, Baumann, Makiadi, Mujdza) entstanden waren, füllten Spieler aus dem Freiburger Regionalligateam wie Christian Bickel, Uwe Zangl, Immanuel Höhn und Oliver Sorg sowie die zwei U19-Akteure Walter Adam und Matthias Ginter.
Die 167 Autobahnkilometer von der Dreisam nach Bern-Wankdorf legte der SC-Tross bequem im Reisebus in weniger als drei Stunden zurück. Eine etwas weitere Anreise hatte dagegen der Stuttgarter Ex-Profi Erwin Hadewicz, der zwischen 1973 und 1983 auf 252 Bundesligaeinsätze für den VfB Stuttgart und Bayern München brachte. Mittlerweile ist er Spielbeobachter für den VfB, war aus der Landeshauptstadt angereist und wollte sowohl den SC als auch YB unter die Lupe nehmen. Denn zum einen heißt der nächste Bundesligagegner des VfB am kommenden Samstag SC Freiburg, zum anderen trifft der VfB Stuttgart am 16. September im ersten Heimspiel der Europa-League auf die Berner Young Boys. Die Young Boys scheiterten in der Champions-League-Qualifikation an Tottenham Hotspurs, das nun in der Gruppenphase unter anderem auf Werder Bremen trifft. Aufgrund zahlreicher Ausfälle auf beiden Seiten dürfte Hadewicz indes nicht allzu aufschlussreiche Erkenntnisse für VfB-Trainer Christian Gross an den Neckar mitgenommen haben.
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Drei Namen, nämlich die der YB-Akteure Marco Schneuwly und Xavier Hochstrasser sowie den des Freiburger Neuzugangs Kisho Yano dürften sich indes im Notizbuch des VfB-Scouts wiederfinden. Schneuwly, guter Freund von SC-Abwehrmann Felix Bastians aus dessen Zeiten bei YB, war auffälligster Offensivmann auf Seiten der Gastgeber. Nachdem er vor der Pause die beiden Berner Treffer durch Xavier Hochstrasser (27./45.) glänzend vorbereitet hatte, rundete Schneuwly seine gute Leistung durch den Treffer zum 3:0 nach einer sehenswerten Einzelleitung in der 67. Minute ab. Doubai und der schnelle Flügelflitzer Regazzoni dürften eventuell auch noch Eingang in das Notizbuch von Hadewicz gefunden haben. Bei ihren Schüssen verhinderte jeweils die Torumrandung, dass SC-Keeper Manuel Salz noch zwei weitere Male hinter sich greifen musste.
Der Japaner Kisho Yano, der zusammen mit Maximilian Nicu, Ivica Banovic und Manuel Salz während der gesamten Partie auf dem Berner Kunstrasen dabei war, spielte über 90 Minuten eine gute Partie und hätte bei seinem ersten Einsatz im SC-Trikot durchaus auch seinen ersten Treffer für den SC markieren können. Nach Vorarbeit von Nicu strich sein Schuss indes in der 72. Minute nur knapp über die Querlatte. Vor der Pause hatte Yano die Möglichkeit, sich alleine auf und davon zu machen, wurde jedoch am Trikot festgehalten. Der anschließende Freistoß brachte nichts ein. Nicu und Reisinger hatten weitere Möglichkeiten für den SC Freiburg. Den Ehrentreffer für den SC erzielte Yacine Abdessaki, der auf der rechten Seite völlig frei zum Schuss (79.) kam und keine Mühe hatte, zu vollenden.
Robin Dutt war voll des Lobes für Yano. Der Neue habe sich in kürzester Zeit bestens ins Team integriert, zeige hohen Einsatz und sei bemüht, schnellstens Deutsch zu lernen. "Mit etwas Glück wäre ihm in seinem ersten Spiel im SC-Trikot sogar auch sein erster Treffer für den SC gelungen", so Dutt weiter. Ob Yano gegen den VfB Stuttgart bereits die Gelegenheit bekommen wird, dies in einem Bundesligaspiel nachzuholen, ließ Dutt offen.
Zwei Tage nach dem Spiel beim SC Freiburg kann VfB-Scout Erwin Hadewicz in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Stade de Suisse dann auch die kompletten Berner Young Boys studieren, denn dann werden alle Nationalspieler zurück sein, um im Stade de Suisse im Spitzenspiel gegen Schweizer Meister FC Basel um den Anschluss an die Tabellenspitze zu kämpfen. Nicht vergessen sollte man den Sonderapplaus für den Ex-Berner Felix Bastians, den Dutt kurz vor dem Ende aus dem Spiel nahm, und der an alter Wirkungsstätte vom Berner Publikum mit großem Beifall verabschiedet wurde.
YB - SC Freiburg 3:1 (2:0)
Stade de Suisse. - 3080 Zuschauer.
Schiedsrichter: Hänni.
Tore: 27. Hochstrasser (M. Schneuwly) 1:0, 45. Hochstrasser (M. Schneuwly) 2:0, 67. M. Schneuwly 3:0, 79. Abdessadki 3:1.
Für den SC Freiburg spielten: Salz - Bastians, Butscher, Barth, Abdessadki, Nicu, Jäger, M. Ginter, Adam, O. Sorg, Banovic, Yano, Schuster, Höhn, Reisinger, Zangl, Bickel, Caligiuri
- Terminplan: SC Freiburg spielt zweimal freitags
Autor: Meinrad Schön
