3:3 gegen Wolfsburg

SC Freiburg verpasst Heimsieg trotz dreimaligem Aufbäumen

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Sa, 09. Februar 2019 um 18:29 Uhr

SC Freiburg

Der SC Freiburg gleicht dreimal gegen Wolfsburg aus, verpasst den Heimsieg aber in einem Herzschlagfinale wegen des Videobeweises. In der letzten Sekunde wird ein Treffer von Philipp Lienhart nicht gegeben.

Der VfL Wolfsburg hat im Kampf um einen Europa-League-Platz einen wichtigen Sieg verspielt. Eine dreimalige Führung reichte den Niedersachsen am Samstag beim 3:3 (1:1) beim SC Freiburg nicht zum erhofften Erfolg. Abwehrspieler Jerome Roussillon (11. Minute), Stürmer Wout Weghorst (63./Foulelfmeter) und Renato Steffen (74.) trafen zwar für die Wolfsburger. Doch Winter-Zugang Vincenzo Grifo (37.), Torjäger Nils Petersen (70.) und Luca Waldschmidt (88.) glichen jeweils für die Gastgeber aus.

"Es ist eine klare Fehlentscheidung, das Tor da zurückzunehmen" Nils Petersen

In der Rückrunde bleiben die Wolfsburger damit bei einem Sieg in der Fußball-Bundesliga und verpassten den erhofften Erfolg als Reaktion auf das Aus im DFB-Pokal-Achtelfinale. In der Nachspielzeit hätte es sogar eine Niederlage werden können, doch ein Freiburger Treffer von Philipp Lienhart zählte nach Videobeweis nicht.

So sah Twitter die Partie





"Es ist eine klare Fehlentscheidung, das Tor da zurückzunehmen", sagte Nils Petersen nach dem Spiel beim TV-Sender "Sky". "In der Rückrunde haben wir acht Tore in vier Spielen erzielt und nur zwei Punkte geholt. Da müssen wir durch. Wir behalten die Ruhe, wir wissen um unsere Qualität – der Punkt geht heute in Ordnung", fügte er hinzu.

Brekalo bereitet vor, Roussillon macht den Treffer

Am Tag nach dem 53. Geburtstag von Trainer Bruno Labbadia erwischten die Niedersachsen vor 23 600 Zuschauern mit der frühen Führung einen optimalen Start. Nach einer Hereingabe von Josip Brekalo in den Strafraum schob Roussillon ins linke untere Eck, Freiburgs wiedergenesener Kapitän Mike Frantz ging den Linksverteidiger dabei nicht entscheidend an.

Der Startelf-Einsatz von Brekalo machte sich damit früh bezahlt. Es war eine von drei Veränderungen, die Labbadia gegenüber dem 0:1 im Pokal-Achtelfinale in Leipzig vorgenommen hatte. William rückte zudem auf die rechte Abwehrseite. Zudem spielte der lange verletzte Kapitän Josuha Guilavogui bei seiner Rückkehr gleich von Beginn an.

"Wir behalten die Ruhe, wir wissen um unsere Qualität – der Punkt geht heute in Ordnung" Nils Petersen

Beide Mannschaften präsentierten sich einsatz- und lauffreudig und attackierten früh. Freiburg bemühte sich nach dem Rückstand um mehr Initiative in der Offensive. Den Wolfsburgern gelang es jedoch lange, die Angriffe vor dem Strafraum zu stoppen und gefährliche Chancen zu verhindern. Doch dann luchste Florian Niederlechner VfL-Verteidiger John Anthony Brooks den Ball ab. Grifo, der im Winter von Hoffenheim ausgeliehen worden war, vollstreckte zu seinem ersten Tor nach der Rückkehr ins Breisgau.

Die Gäste hätte sich allerdings noch vor der Pause für ihren Einsatz mit dem zweiten Treffer belohnen können. Brekalo (41.) vergab eine gute Gelegenheit - und nach einem schnellen Angriff über Wout Weghorst kam Renato Steffen im Strafraum zu Fall.

Petersen erzielt den zwischenzeitlichen Ausgleich

Seine überzeugende Auswärtsbilanz wollte der Volkswagen-Club unbedingt ausbauen und begann die turbulente zweite Halbzeit mit viel Druck. Einen Kopfball von Steffen nach einer Stunde parierte Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow ab. Kurz darauf verursachte SC-Defensivspieler Robin Koch einen Strafstoß an Weghorst - der Angreifer verwandelte selbst. Nach einer Ecke von Grifo ließ Freiburgs Bundesliga-Rekordtorschütze Petersen die Gastgeber jubeln.

Doch Weghorst leitete per Hacke sehenswert den dritten Treffer von Steffen ein. Doch die Freiburger von Trainer Christian Streich gaben sich nicht auf - und der eingewechselte Waldschmidt rettete den Badenern noch das Remis. Kurz vor Schluss feierten viele schon den 4:3-Heimsieg; einzig das Schiedsrichtergespann machte einen Strich durch die Freiburger Rechnung.

Statistik:

SC Freiburg: Schwolow - Kübler, Lienhart, Heintz, Günter - Frantz (69. L. Waldschmidt), R. Koch, Haberer, Grifo (90.+6 Terrazzino) - Niederlechner (81. Höler), Petersen
VfL Wolfsburg: Casteels - William, Knoche, Brooks, Roussillon - Guilavogui - Gerhardt, Arnold - Brekalo (90.+5 Uduokhai), Steffen (79. Rexhbecaj) - Weghorst (90.+2 Klaus)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)
Zuschauer: 23600
Tore: 0:1 Roussillon (11.), 1:1 Grifo (37.), 1:2 Weghorst (63./Foulelfmeter), 2:2 Petersen (70.), 2:3 Steffen (75.), 3:3 L. Waldschmidt (88.)
Gelbe Karten: Niederlechner (3), Haberer (2), R. Koch (3) / Guilavogui (2), William (8)

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