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10. Januar 2012 11:18 Uhr

Porträt

SC-Neuzugang Diagné: "Ich mag es, Stürmer zu ärgern"

Er ist zwar kein Abwehrspieler Marke deutsche Eiche – dafür hat Fallou Diagné andere Qualitäten: Der Neuzugang möchte beim SC Freiburg Spuren hinterlassen. Die 2. Liga ist für ihn ein Tabu.

  1. SC-Neuzugang Diagné. Foto: Meinrad Schön

COSTA BALLENA. Fallou Diagné ist gleich an seinem ersten Arbeitstag beim SC Freiburg aufgefallen. Die Übungseinheit im Trainingslager der Breisgauer lief noch nicht all zu lange, da hatte der Neuzugang vom FC Metz schon zwei sehenswerte Tore erzielt. Und das, obwohl sein Job eigentlich ein anderer ist. Als Innenverteidiger soll Diagné in erster Linie Tore verhindern, weshalb SC-Präsident Fritz Keller – aufmerksamer Beobachter am Spielfeldrand – spaßeshalber fragte: "Haben wir einen Abwehrspieler verpflichtet oder einen Stürmer?"

Was das betrifft, kann Diagné beruhigen. "Ich war immer Defensivspieler und bin es gerne", stellt der 22-jährige Senegalese klar und fügt mit einem schelmischen Grinsen an: "Ich mag es, Stürmer zu ärgern." Wer ihn während der Übungseinheiten im spanischen Costa Ballena beobachtet hat, traut ihm die Rolle des Spielverderbers für gegnerische Angreifer zu.

Zielstrebig und lernwillig

Diagné ist zwar kein Abwehrspieler Marke deutsche Eiche, wie viel andere, die in der Bundesliga aktiv sind. Mit seinen 1,85 Meter und den vergleichsweise dünnen Beinen wirkt er auf den ersten Blick keineswegs furchterregend. Aber das muss er auch nicht, den Diagné hat andere Qualitäten: Er verfügt über eine gute Grundschnelligkeit, antizipiert aufmerksam, ist technisch stark und dadurch ein guter Spieleröffner. Vor allem aber ist Diagné zielstrebig und lernwillig. Die Anweisungen von SC-Trainer Christian Streich saugt der junge Fußballprofi geradezu auf. "Man merkt, dass der Coach einen Plan hat", sagt Diagné. Ihm gefalle, dass Streich die Spielformen immer wieder unterbreche, dabei erkläre und korrigiere.

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Diagné ist ein kommunikativer Typ. Im Testspiel gegen Mechelen (1:0) dirigierte er bereits seine Nebenleute, obwohl diese nicht all zu viel verstanden haben dürften, sprach und schrie Diagné doch auf Französisch. Auch abseits des Platzes sucht er den Kontakt zu seinen neuen Kollegen. Nicht ohne Grund. Diagné fühlt sich willkommen – und das ist keine Selbstverständlichkeit. "Auch in Metz hat man sich um mich gekümmert, aber wie hier auf die Spieler eingegangen wird – egal ob schon länger im Verein oder neu – das ist schon beeindruckend." Der Unterschied sei, erklärt Diagné, dass er beim SC Freiburg das Gefühl habe, es gehe um ihn und nicht nur um die Sache.

Auf Empfehlung Cissés beim SC Freiburg

Seine offene Art hilft Diagné bei der Integration. "Er ist sicher kein introvertierter Typ", beschreibt Christian Streich den Abwehrspieler. Eine gewisse Sicherheit resultiert auch daraus, dass Diagné über den Sportclub bereits bestens Bescheid wusste, bevor er beim Verein einen Vertrag bis 2016 unterschrieb. Als zuverlässiger Informant fungierte Papiss Demba Cissé. "Er ist wie ein Bruder für mich", sagt Diagné über Cissé, den er beim FC Metz kennenlernte und der einen ähnlichen Werdegang, wie er selbst hat: Im Senegal geboren, die Jahre in jenem Ausbildungszentrum in Dakar, das mit Metz kooperiert, schließlich der Umzug nach Lothringen und der Sprung ins Profiteam des Zweitligisten. Und nun – auf Empfehlung Cissés – der Wechsel zum SC.

Als er seinen Freund Cissé in den vergangenen Monaten immer wieder mal in Freiburg besuchte, hat Diagné auch zwei Bundesliga-Partien des Sportclub gesehen. Welche, das hat er vergessen. An eins erinnert er sich aber ganz genau: "Die Mannschaft hat gute Qualität, gute Spieler, und ich habe gedacht: Wie kann es sein, dass Freiburg Tabellenletzter ist." Nun will er dabei mithelfen, dass sich die sportliche Situation seines neuen Klubs schnell verbessert. Das Thema zweite Liga ist für ihn tabu, darüber spricht er nicht – aus Überzeugung, keineswegs aus Überheblichkeit. Laut SC-Sportdirektor Dirk Dufner wollte Diagné nicht einmal die finanziellen Konditionen wissen, die im Arbeitsvertrag für den Fall eines Abstiegs festgeschrieben sind.

Die Größe der Herausforderung kennt Diagné trotz allem. Die Bundesliga sei mit Frankreichs zweiter Liga keinesfalls zu vergleichen. Vor allem an das hohe Tempo müsse er sich gewöhnen, das habe er im Training bereits gemerkt. Dennoch geht Diagné nicht von einer langen Anpassungsphase aus. "Ich bin bereit", sagt er, "auch sofort." Sein Ziel sei es, in Freiburg Spuren zu hinterlassen. Und das unabhängig davon, ob Papiss Demba Cissé irgendwann nicht mehr da sei, denn: "Ich bin nicht wegen Papiss hier, sondern wegen dem SC Freiburg."

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Autor: René Kübler


2 Kommentare

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Uwe Bühler

Registriert seit: 12.07.2010

Kommentare: 47

10. Januar 2012 - 12:53 Uhr

Hört sich vielversprechend an! Ich denke er kann dem SC wirklich weiterhelfen!

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Jens Döttling

Registriert seit: 20.10.2010

Kommentare: 2

10. Januar 2012 - 17:01 Uhr

Die Moral stimmt! Auf gehts, kann nur besser werden :-)

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