SC Freiburg

SC-Niederlage: Viele verpasste Chancen

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 22. April 2018 um 09:25 Uhr

SC Freiburg

Der Sonntag 0:1 beim Hamburger SV: Der SC Freiburg schießt wie zuvor gegen den VfL Wolfsburg und auch gegen den FSV Mainz 05 kein Tor und verliert im Abstiegskampf erneut gegen einen direkten Kandidaten.

Der SC Freiburg schießt keine Tore und kann somit nicht mehr gewinnen. Trotz vieler Chancen kassierte der Sportclub gestern in Hamburg mit dem 0:1 die fünfte Niederlage in Folge. Nach dem Spiel versprach Sportvorstand Jochen Saier: "Wir wehren uns weiter gegen einen Trend, der uns nicht gefällt." Zumindest eine personelle Überraschung hatte Sportclub-Trainer Christian Streich vor dem Spiel gegen den HSV versprochen. Dabei kam in Hamburg die Rückkehr des lange Zeit zum Dauerreservisten verurteilten Kapitäns Julian Schuster ins defensive Mittelfeld gar nicht so unerwartet. Denn schon beim 0:2 am Montag in Mainz hatte die Einwechslung des Routiniers die spielerisch beste Phase der Freiburger eingeläutet. Lukas Kübler als Rechtsverteidiger in der Vierer-Abwehrkette (für Pascal Stenzel) und die Nominierung des Angreifers Tim Kleindienst in die Anfangsformation waren die weiteren Freiburger Veränderungen.

Verunsicherung bei den Freiburgern

Eine gewisse Verunsicherung nach dem Abrutschen auf den Relegationsplatz konnte der Sportclub gestern jedoch nicht verbergen. Vor allem die rechte Abwehrseite gewährte den Hamburgern einige Lücken, SC-Innenverteidiger Caglar Söyüncü wurde schon nach fünf Minuten wegen einem Foul an Filip Kostic mit Gelb verwarnt. Doch in wirklich prekäre Situationen geriet der SC nicht, weil der HSV trotz guter Vorsätze und lautstarker Unterstützung eine Halbzeit lang tatsächlich wie ein Abstiegskandidat wirkte: harmlos in der Offensive, unsicher im Spielaufbau und vor allem löchrig in der Defensive. Die Folge waren mehrere gute Torchancen der Freiburger bis zur Pause, die für einen völlig anderen Ausgang dieser Partie hätten sorgen müssen.

Konnte Söyüncü mit einem Kopfball den Hamburger Torhüter Julian Pollersbeck noch nicht wirklich erschrecken (30.), hatten fünf Minuten später gleich drei Freiburger das 1:0 auf dem Fuß: Frei auf Pollersbeck lief Janik Haberer zu, doch der HSV-Keeper wehrte dessen Schuss mit dem Fuß ab. Danach kam Kleindienst zu einem Flugkopfball, doch ein Hamburger warf sich in die Flugbahn des Balles und lenkte ihn zu SC-Offensivspieler Lucas Höler. Doch nur wenige Meter vor dem Tor wurde der Ex-Sandhäuser abgeblockt. Damit noch lange nicht genug : In der 42. Minute kullerte eine Kleindienst-Flanke durch den HSV-Strafraum, kein Hamburger konnte den Ball abwehren, der bei Nils Petersen landete, doch aus fünf Metern scheiterte der Freiburger Torjäger an Pollersbeck. Eine Minute später ein erneuter Söyüncü-Kopfball, den der Hamburger Keeper hielt. Nur Sekunden vergingen, da tauchte wieder Haberer vor dem generischen Tor auf, wurde aber in bester Position abgeblockt.

Hamburg eiskalt

Gegen die Fülle der Freiburger Einschussmöglichkeiten stand keine Hamburger Torchance – bis zur 54. Minute. Eine fatale für den Sportclub: Der HSV-Mittelfeldspieler Lewis Holtby erhielt einen Ball an der Freiburger Strafraumgrenze, wo er sich gegen Kübler, Söyüncü und Manuel Gulde so lange behaupten konnte, bis er allein vor dem SC-Torhüter Alexander Schwolow stand, um ihn zu überwinden.

Für die Freiburger war dies ein Schock – anstatt mindestens 2:0 zu führen, nun im Rückstand. Der Führungstreffer beflügelte die Gastgeber, minutenlang standen die Streich-Schützlinge mit dem Rücken zur Wand vor und im eigenen Strafraum.

Söyüncü muss runter

Der SC-Trainer warf nun den wiedergenesenen Langzeitverletzten Mike Frantz ins Spiel, doch die erhoffte Aufholjagd kam nicht mehr zustande. Auch weil Söyüncü die gelb-rote Karte kassierte für eine Aktion, die aus Freiburger Sicht eine derart drastische Strafe nicht nach sich ziehen durfte. So wirkten die sporadischen Freiburger Offensivversuche bis zum Schluss nur noch zutiefst verzweifelt.

Die Daten zum Spiel:

Hamburger SV: Pollersbeck - Diekmeier, K. Papadopoulos, G. Jung, Sakai - Steinmann (74. Ekdal) - Kostic, L. Holtby, L. Waldschmidt (56. Wood), Tat. Ito (87. Jatta) - Hunt
SC Freiburg:
Schwolow - Kübler, Gulde, Söyüncü, Günter - J. Schuster (77. R. Koch), Höfler - Höler (64. Frantz), Haberer (69. Kath) - Petersen, Kleindienst
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach/Pegnitz) - Zuschauer: 54847
Tore: 1:0 L. Holtby (54.) Gelbe Karten: Steinmann (2), Ekdal (3), G. Jung (7) / Kübler (2) Gelb-Rote Karten: Söyüncü (71./wiederholtes Foulspiel)

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