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03. Februar 2015 18:32 Uhr

Wolfswinkel

SC-Stadion am Freiburger Flugplatz: Wie geht es nun weiter?

Spätestens 2019 will der SC Freiburg sein neues Stadion am Freiburger Flugplatz einweihen - ob das klappt, steht noch nicht fest. Klar ist dagegen: Nach dem Bürgerentscheid nehmen die Planungen Fahrt auf.

  1. Noch ist viel Planung nötig, bevor am Wolfswinkel die Bagger anrücken können. Foto: michael bamberger

  2. Der Wolfswinkel im Freiburger Westen: Hier werden hier in nicht allzu ferner Zukunft SC-Schals geschwenkt – und nicht nur aufgehängt Foto: Michael Bamberger

Wie geht es nach dem deutlichen Ja der Bevölkerung für ein neues SC-Stadion weiter? "Wir haben in den letzten Monaten keine weiteren Schritte unternommen, sondern den Bürgerentscheid abgewartet", sagt Baubürgermeister Martin Haag. "Jetzt wird es richtig konkret." Als Erstes soll nun im Rathaus gemeinsam mit dem SC ein Zeit- und Ablaufplan erstellt werden.

Solange gibt sich der Baubürgermeister zurückhaltend, wenn es darum geht, wann im neuen Stadion frühestens gekickt werden kann. "Nageln Sie mich da jetzt noch nicht fest. Wir werden alles tun, dass es schnell geht, aber es muss auch so sorgfältig und transparent wie möglich geschehen." Der Sportclub will spätestens 2019 seine neue Spielstätte für 35.000 Zuschauer im Wolfswinkel einweihen.

Tram erhält zusätzliche Haltestelle fürs Stadion

Manche der bisherigen Expertisen sind vorläufiger Natur. Deshalb, erklärt Haag, müsse in den Bereichen Umwelt, Verkehr, Emissionsschutz und Klima, eventuell auch beim Flugverkehr, noch das eine oder andere Gutachten vertieft werden, unter Umständen müssten noch neue in Auftrag gegeben werden. Bisher habe man nur die K.o.-Kriterien untersucht. Ein wichtiger Baustein in den Planungen sei die Stadtbahnverlängerung: Im kommenden Dezember soll die neue, lange vor dem Stadion geplante Trasse bis zur Technischen Fakultät führen, bis spätestens 2018 dann der letzte Abschnitt, der eine zusätzliche Haltestelle fürs Stadion erhalten wird, bis zur Messe.

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"Wir wollen bei der Gestaltung auf jeden Fall ein Zeichen setzen." Baubürgermeister Haag
Veränderungen wird es beim Flugplatz geben: Damit die Segelflieger weiter starten und landen können, soll ihre Grasbahn nach Osten verlegt werden, dafür ist eine sogenannte Planfeststellungsänderung notwendig. Wenn irgendwie möglich, wolle man die Segelflieger am Freiburger Flugplatz halten, versichert Haag. Baurechte werden in Bebauungsplänen geregelt; dies ist ein aufwändiger planerischer Prozess. Ob die Universitätserweiterung und das Stadion samt Infrastruktur in einem oder zwei separaten Bebauungsplänen fixiert werden, steht laut Haag noch nicht fest. Man werde sich für das entscheiden, "was verwaltungstechnisch einfacher zu bewältigen" sei.

Baubürgermeister Haag verspricht Transparenz

Für das Uni-Erweiterungsgelände ist schon seit vielen Jahren ein Bebauungsplan gültig: In Baufeld 2 hat das Studierendenwerk bereits drei Wohnheime errichtet. Mit dem Bau weiterer Gebäude verschiedener Institute soll 2015 und 2016 begonnen werden; Feld 3 will das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik ab 2016 bebauen. Baufeld 4 bleibt nach Auskunft der Universität bis mindestens 2022 Freilandversuchsfläche. Das heißt: Bis zur Errichtung und Fertigstellung des Stadions wird auch das angrenzende Gelände der Technischen Fakultät ganz anders aussehen als heute.

Eventuell schon parallel zum Bebauungsplanverfahren könnte das Baugenehmigungsverfahren eingeleitet werden. Sollten dann nicht noch Klagen bei Gericht im Raum stehen, könne zügig gebaut werden, glaubt Haag. Der reine Stadionkörper könne in eineinhalb bis zwei Jahren errichtet werden. "Wir werden all diese Planungsschritte öffentlich und transparent machen." Das Dialogverfahren mit den Anwohnern solle fortgesetzt werden. Angedacht ist zudem ein Architektur- oder städtebaulicher Wettbewerb, genau will sich Haag da noch nicht festlegen. "Wir sind mit dem SC im Gespräch, wie wir die Qualität in einem Verfahren sichern können." Wichtig sei dabei aber, dass die Kosten eingehalten werden. "Wir wollen bei der Gestaltung auf jeden Fall ein Zeichen setzen", verspricht der Baubürgermeister.

Fans sollen in die Planungen eingebunden werden

Dass die Fans ernsthaft in die Planungen mit einbezogen werden, hält SC-Freiburg-Sprecher Rudi Raschke für wünschenswert: "Ich fände schön, wenn sie sich einbringen. Schließlich haben sie sehr viel Know-how. Sie wissen ja nicht nur, was im alten Stadion nicht gut läuft, sondern kennen auch die ganzen anderen Stadien." Dass die Bundesligakonkurrenz schon gebaut habe, sei ein Vorteil für den SC, findet Raschke. Marius Kanzinger, Mitglied der Ultra-Gruppierung Corrillo und Sprecher der Initiative "Stadion in Freiburg", wünscht sich, dass die Fans dazu beitragen können, "dass es ein ordentliches Stadion und kein Null-acht-fünfzehn-Arena wird".

Im Laufe dieses Jahres sollen auch die beiden städtischen Tochtergesellschaften – die Objektträgergesellschaft (OTG) "SC-Stadion GmbH", die als Bauherrin fungiert, und die Stadion-Verwaltungs-GmbH – gegründet werden, kündigt Stadtkämmerer Bernd Nußbaumer an. "Die Eckpunkte für die vertragliche Gestaltung stehen schon", es seien aber noch viele Details zu klären. In die OTG wird der SC seine Kapitaleinlage in Höhe von 15 bis 20 Millionen Euro einbringen.

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Autor: Frank Zimmermann