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09. Januar 2012

Schachmatt im Hochglanzhotel

Beim 14. Schachfestival dominieren russische Sportler / Andreas Heimann aus Grenzach-Wyhlen enttäuscht.

  1. Ein Sieger: Saphir Sahki aus Weil Foto: Felix Held

  2. Nur Rang 14: Andreas Heimann aus Grenzach-Wyhlen Foto: FELIX HELD

SCHACH. Die Atmosphäre beim Schachfestival in Basel, das in diesem Jahr in seiner 14. Auflage über die Bühne geht, ist jedes Mal etwas ganz Besonderes. Gespielt wird traditionell im Saal im zweiten Untergeschoss des Nobelhotels Hilton. Der Saal, in dem prunkvolle Kronleuchter von der Decke hängen und die Spieler an langen Tischen über ihren Partien brüten, könnte auch als Kulisse für einen James-Bond-Film à la Casino Royale dienen.

Diese spezielle Atmosphäre ist sicherlich ein Grund dafür, dass das Festival in diesem Jahr erneut sowohl quantitativ als auch qualitativ einen Zuwachs verbuchen konnte. So gehen in diesem Jahr 160 Spieler bei den Amateuren und den Meistern – 14 mehr als im vergangenen Jahr – an die Bretter. Zudem fanden in diesem Jahr 15 Großmeister den Weg ans Rheinknie, bei der 13. Auflage waren es nur zwölf. Peter Erismann, einer der Organisatoren des Turniers, freut sich denn auch über den Zuwachs: "Wir haben eine sehr gute Resonanz. Wir bieten eben gute Spielbedingungen." Er verschweigt aber auch nicht, dass der Austragungsort nicht nur sportlich, sondern auch was die Unterkunft für die Spitzenleute betrifft, ein Pfund ist, mit dem man wuchern kann. "Ab einer ELO-Zahl von 2550 übernehmen wir die Kosten für die Unterbringung im Hilton." Die Zahl gibt die Spielstärke der Spieler an. In diesem Jahr erfüllen gleich fünf Spieler diese Bedingung. Dafür wird den Spielern kein Startgeld gezahlt. Dem besten Meister winken immerhin 2500 Franken Preisgeld. Für den Zweiten gibt es 2000 Franken und für den Dritten 1500 Franken. Durchaus ein Anreiz also.

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Besonders aus Russland kamen in diesem Jahr starke Spieler. So auch Turniersieger Boris Grachev. Er gewann mit 5,5 Punkten, wobei es für einen Sieg einen Punkt gab und für ein Remis einen halben. Vor der letzten Runde hatte Grachev noch einen halben Punkt hinter seinem Landsmann Maxim Turov gelegen. Doch im entscheidenden Spiel hatte er die besseren Nerven und holte einen Sieg. Turov wurde damit Zweiter vor dem brasilianischen Großmeister Alexander Fier.

Nicht so gut lief es in diesem Jahr für den internationalen Meister Andreas Heimann aus Grenzach-Wyhlen, der im vergangenen Jahr noch Vierter geworden war. Er gewann zwar in der ersten der sieben Runden gegen den Deutschen Christoph Klamp und in der dritten gegen die iranische internationale Meisterin Shaysteh Ghader-Pour, doch in der zweiten Runde trennte er sich vom internationalen Meister Nedelj Kelecevic (Schweiz) Remis. Eine Niederlage setzte es zudem gegen die amtierende Nummer eins aus Polen, Großmeister Mateusz Bartel. In den letzten drei Runden schaffte er einen Sieg und zwei Remis. Er landete am Ende mit 4,5 Punkten auf Rang 14.

Heimann hat allerdings auch nicht sein bestes Schachjahr hinter sich. Der 19-Jährige machte sein Abitur und hatte deswegen viele andere Sachen im Kopf. Nun studiert er in Freiburg Mathematik und hofft, dass er sein Ziel, Großmeister zu werden, in absehbarer Zeit erreichen kann.

Ebenfalls 4,5 Punkte schaffte Fide-Meister Bernhard Lutz aus Weil. Am Ende bedeutete das für ihn Rang 19. Auf Platz 23 landete Sebastian Schmidt-Schäffer. Der gebürtige Zeller lebt zwar mittlerweile in Berlin, für das Schachfestival kommt er aber stets gerne zurück an den Rhein.

Einen großen Erfolg feierte in Basel ein weiteres Nachwuchstalent vom Oberrhein: Denn Saphir Sahki aus Weil gewann das 3. Turnier um den Nordwestschweizer Jugendschachkönig. Der ganze zehn Lenze alte badische Juniorenmeister, der als algerischer U-10-Meister zur Weltmeisterschaft reisen darf, sammelte als einziger der 49 Teilnehmer 6,5 Punkte und gewann damit das Turnier. Allerdings darf er sich nicht mit dem Titel des Schachkönigs in der Altersklasse U 12 (Jahrgang 2000 und jünger) schmücken, da er keinem Schachverein in der Region angehört.

Autor: Felix Held