Extreme Wetterlagen

Moritz Lehmann

Von Moritz Lehmann

Sa, 29. Dezember 2018

Kandern

KANDERTAL 2018:Auf Sturm, Starkregen und Hagel folgt ein besonders heißer Sommer.

KANDERTAL (mor). Sturmtief, Starkregen, Hitzesommer: Alle Kandertalgemeinden haben in diesem Jahr unter extremen Wetterereignissen gelitten. Wie man dem in Zukunft besser begegnen könne, beschäftigte die Menschen im Kandertal das ganze Jahr über.

Sturm, Starkregen und Hagel
Den Anfang machte das Sturmtief Burglind, welches gleich zu Beginn des Jahres im Wollbacher Wald 60 Tannen umlegte. Im Mai schwemmte ein Unwetter den Schlamm von den Schallbacher Feldern in die Ortsmitte, wo er die Kanalisation verstopfte, und nach Rümmingen. Der Rümminger Sommermattenweg wurde dabei so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass er instand gesetzt werden musste. Im Juli verwandelte ein Hagelsturm die Kanderner Innenstadt auf einen Schlag in eine Winterlandschaft, der nasse Matsch schob sich durch die Straßen. Der Hagel schädigte Reben und Mais, etwa in Tannenkirch. Im September war besonders Wittlingen von einem Unwetter stark betroffen, es fielen Hagelkörner in Walnussgröße, die für enorme Schäden in den Reben sorgten. In Schallbach und Rümmingen gab es wieder Erdrutsche.

Sich wappnen gegen das Wetter
Im Oktober beriet Bürgermeister Martin Grässlin mit den Landwirten und Rolf Hess vom Landratsamt, wie man die Erdrutsche künftig verhindern kann. Es gibt verschiedene Ansätze, eine Einigung steht aber noch aus. In Wittlingen hatte man eine Idee, wie man sich auf Extremwetterereignisse besser vorbereiten kann: mit Hilfe zur Selbsthilfe. Die Gemeinde bot den Bürgern an, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag Sandsäcke bestellen zu können – und die Telefone liefen heiß. Auch viele Bürger aus den Nachbargemeinden waren durch die Berichterstattung der BZ auf das Angebot aufmerksam geworden. Am Ende waren 800 Sandsäcke verteilt.

Hitzesommer und Wassermangel
Von diesen extremen Niederschlägen abgesehen war der Sommer aber vor allem eines: heiß und trocken. Öffentliche Brunnen wurden nicht nur in Rümmingen und Binzen abgestellt. Besonders hart traf es die Gemeinde Malsburg-Marzell, die eigentlich über zahlreiche Quellen verfügt. Viele davon gaben aber plötzlich kaum noch Wasser. Die Gemeinde appellierte mehrfach an ihre Bürger, den Wasserverbrauch einzuschränken. Wassermeister Bernd Wehrle hatte alle Hände voll zu tun, um den Mangel zu verwalten. Dem Kanderner Freibad bescherte der heiße Sommer ein Rekordjahr. Die Zusatzeinnahmen wurden aber zu einem großen Teil dadurch relativiert, dass das Quellwasser knapp wurde und Wasser aus dem städtischen Netz eingespeist werden musste – und das ist in Kandern ohnehin so teuer wie nirgendwo sonst im Landkreis. Weil es noch teurer werden sollte, gingen Gemeinde- und Ortschaftsräte auf die Barrikaden und konnten eine Erhöhung der Wasserpreise zum Ende des Jahres damit gerade noch abwenden. Vorerst zumindest, denn die Preissteigungen werden durch die Rücklagen bei der Schmutzwasserentsorgung abgefedert. Der Unterhalt des umfangreichen Kanderner Wassernetzes bleibt aber sehr kostspielig.