Gemeinde sucht Gespräch mit den Landwirten

Silke Hartenstein

Von Silke Hartenstein

Sa, 23. Juni 2018

Schallbach

Runder Tisch soll Konzept gegen Unwetterschäden entwickeln.

SCHALLBACH (sil). Zweimal in 2016 und zweimal im Frühjahr 2018 strömten infolge von Starkregen Wasser und Schlamm nach Schallbach hinein. Elf Bürger, die davon betroffen waren, saßen bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag nun gespannt im Zuhörerraum. Nach intensiver Diskussion, in die Bürgermeister Martin Gräßlin auch die Bürger mit einbezog, einigte man sich auf einen runden Tisch der Schallbacher Landwirte am 18. Juli um 20 Uhr. Dort soll eine Abstimmung über die Bewirtschaftung der Felder im kommenden Jahr getroffen werden.

Wirklich umfassende Maßnahmen gegen Starkregenereignisse kann der 750 Einwohner starke Ort finanziell nicht stemmen. Wie der Tiefbauingenieur und zertifizierte Kanalsanierungsberater Benno Moser vom Laufenburger Ingenieurbüro Moser ausführte, würden Schutzmaßnahmen rund 250 000 Euro kosten. Würde man gar die Kanäle so vergrößern, dass sie mehr Wasser fassen könnten, käme man auf etwa zwei Millionen Euro, bei einer Beschränkung auf das Regenwasserkanalnetz auf eine Million Euro.

Auf den Abschluss des Projekts "EroL – Erosion durch Starkregenereignisse im Markgräflerland", das der Landkreis in Auftrag gegeben hat und das ein umfassendes Handlungskonzept mit baulichen Maßnahmen innerhalb von Ortschaften sowie Bewirtschaftungsempfehlungen für Landwirte enthalten soll, will man in Schallbach nicht warten. Denn das fertige Konzept soll erst 2021 vorliegen.

Würde Starkregen über Wiesen anstelle von Äckern fluten, würde weniger Erde abgetragen, die die Abflüsse verstopfen, beantwortete Moser eine Frage von Florian Grether. Wie Landwirt und Gemeinderat Michael Sütterlin ergänzte, würde es im frühen Frühling aber auch von einer Blumenwiese die Erde wegspülen.

Grether fragte nach der Möglichkeit von Zuschüssen für die Anlage von Blumenwiesen, eventuell auch seitens der Gemeinde. "Dann müssten wir fast sämtlich Flächen um Schallbach bezuschussen", sagte Bürgermeister Gräßlin. Es gehe um rund 20 Hektar Fläche, zudem habe er keine Handhabe, den Landwirten vorzuschreiben, was sie auf ihrem Land anbauen. Iselin stellte klar, er verstehe die Probleme der betroffenen Bürger, doch sei Mais die derzeit einzige ökonomisch ertragreiche Kultur. "Was ist, wenn der ganze Humus weg ist?" Das fragte ein Bürger und fand, man müsse das Land in Hanglage wieder so bepflanzen wie früher: "Und das ist bestimmt kein Mais."