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30. Januar 2009

"Kann Ihnen keine Lösung empfehlen"

CDU-Bundestagskandidat Daniel Sander besucht Schallstadt / Schlagabtausch wegen Umfahrung

  1. Zu Gast in Schallstadt: CDU-Bundestagskandidat Daniel Sander (Mitte) mit dem CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Caspar von Fürstenberg (links) und Bürgermeister Jörc Czybulka. Foto: Tanja Bury

SCHALLSTADT. Auf seiner Reise durch den Wahlkreis Freiburg machte CDU-Bundestagskandidat Daniel Sander auch in Schallstadt Station. Bürgermeister Jörg Czybulka wollte dem 35-Jährigen vor allem "bundespolitische Themen und Projekte" in der Winzergemeinde vorstellen. Doch das Treffen mit Teilen des Gemeinderats im Rathaus wurde einmal mehr zu einem Schlagabtausch zwischen Umfahrungsbefürwortern und -gegnern.

Czybulka zeigte dem Besuch erst die Schallstadter Sicht der Verkehrsproblematik am Batzenberg. Er machte deutlich, dass die Gemeinde bereits durch die Autobahn, die B 3 und die L 125 – "die liegt zu großen Teilen auf Schallstadter Gemarkung, das wissen viele nicht" – belastet sei. Es sei deshalb im Sinne einer gerechten Verkehrsverteilung nicht hinnehmbar, dass Schallstadt eine neue Straße – die geplanten Ortsumfahrung – aufgeladen werde. Czybulka verwies auf das Billinger-Konzept und wiederholte einmal mehr die Forderungen: Lastkraftverkehr auf die Autobahn, Abstufung der B 3 und Tempo 30 in den Ortsdurchfahrten.

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Eine neue Straße locke auch neuen Verkehr an, sagte die Grünen-Gemeinderätin Karin Müller-Sandner: "Das kann man der ganzen Region nicht zumuten – man muss das Tor geschlossen halten." Die Schlingenlösung sei veraltet und der Bund sei in der Verantwortung, dass das Land dafür nicht teures Bundesgeld ausgebe, mahnte ihr Fraktionskollege Ewald Fritz. "Pfaffenweiler hat Fehler gemacht. Wäre die L 125 hinter dem Friedhof mit Deckel gebaut worden, wäre allen geholfen gewesen", sagte er weiter. Die Gemeinde aber habe sich mit der jetzigen Lösung "selbst in ihrer Ortsentwicklung beschnitten": "Sie werden sich noch ärgern und mea culpa sagen." Es sei – warum auch immer – politischer Wille, Schallstadt die Umfahrung aufzubürden, so Willi Schumacher (ABS). Doch jeder "ehrliche Bürger und Politiker" könne nicht fordern, dass die Gemeinde zusätzlich belastet werde: "Wenn ich lese, was Pfaffenweilers Bürgermeister dazu sagt, stehen mir die Haare zu Berge."

Tempolimit und Lkw-Verbot seien "alte Forderungen und nichts Neues", sagt hingegen Christoph Güthner (Agenda für Schallstadt: für Bürgerbeteiligung – pro Rechtstaatlichkeit). Auch tauge Tempo 30 nicht für eine wirkliche Lärmentlastung der B 3-Anwohner. Eine Voraussetzung des Billinger-Konzepts sei, dass die ganze Region dahinter stehe: "Doch Schallstadt steht damit allein auf weiter Flur." Das Aussetzen des Planfeststellungsverfahrens zur Umfahrung sei kein Stopp – vielmehr wolle das Regierungspräsidium die Planung durch Zählungen "juristisch wasserdicht" machen. Was folgte war ein Hin und Her von Argumenten, ein Sichunterbrechen und Ins-Wort-Fallen von Christoph Güthner und Karin Müller-Sandner.

"Ich kann Ihnen nicht empfehlen, welche Lösung die bessere ist", so Daniel Sander. Zum Bau des 3./4. Gleises sagte der CDU-Kandidat: "Es ist unstrittig, dass der Bau so nicht kommen kann, wie er geplant ist." Er sei entsetzt gewesen, wie schlimm die ganze Region von dem Projekt betroffen sei. Die Bahn verdiene durch den Bau der Gleise viel Geld, "da kann man auch verlangen, dass mehr für Lärmschutz und die Bürger gemacht wird." Dafür wolle er sich einsetzen.

Autor: Tanja Bury