Trickbetrüger

Falsche Polizeibeamte erbeuten in der Region mehrere zehntausend Euro

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 16. Januar 2019 um 11:14 Uhr

Schallstadt

Zu einer Vielzahl von Anrufen kam es insbesondere in den Ortschaften Bad Krozingen, Titisee-Neustadt, Schallstadt, Inzlingen, Kandern und Efringen-Kirchen.

Die Kriminalpolizei Freiburg verzeichnet in den
zurückliegenden Tagen einen vermehrten Anstieg von Betrugsstraftaten durch "falsche Polizeibeamte". Zu einer Vielzahl von Anrufen kam es insbesondere in den Ortschaften Bad Krozingen, Titisee-Neustadt,
Schallstadt, Inzlingen, Kandern und Efringen-Kirchen.

Die betrügerischen Anrufe liefen alle nach dem gleichen Muster ab. Zunächst wurden die lebensälteren Geschädigten von einem Betrüger angerufen, der sich als Polizeibeamter der örtlichen Polizeidienststelle ausgab und von angeblichen Einbrüchen in der
Nachbarschaft berichtete. Anschließend wurden die Geschädigten dazu aufgefordert, ihrerseits beim "Bundeskriminalamt" anzurufen. Hierzu
nannte der Täter den Geschädigten eine Handynummer.

Die Betrüger spielen ein abgekartetes Spiel

Unter dieser Nummer meldete sich dann ein weiterer Betrüger, der sich als Beamter des BKA ausgab. Er erzählte den Geschädigten, dass es bei ihrer Hausbank kriminelle Mitarbeiter gebe, die das Geld der Bankkunden veruntreuen würden. Die Polizei sei auf die Mitarbeit der Bankkunden angewiesen, um die kriminellen Bankmitarbeiter überführen zu können.

Zu diesem Zweck sollten die Geschädigten zur Bank gehen und dort eine hohe Bargeldsumme abheben. Sobald sich der Geschädigte mit dem Geld wieder zu Hause befand, forderte der Betrüger ihn in einem weiteren Telefonat auf, die Seriennummern der Geldscheine mitzuteilen. Der Betrüger behauptete nun, dass es sich bei dem Geld um Falschgeld handle und forderte den Geschädigten auf, das Bargeld per DHL Express an ein angebliches Kriminallabor (Postanschrift in Deutschland oder in den Niederlanden) zu schicken.

Allein in Schallstadt wurden der Polizei zufolge 13 Fälle bekannt. Wie inzwischen bekannt ist, kam es in Bad Krozingen und Kandern in drei Fällen zu einem Schadenseintritt. Es entstand ein Gesamtschaden von mehreren Zehntausend Euro.

Die Polizei bittet um Wachsamkeit

Die Polizei bittet die Bevölkerung dennoch weiterhin um Wachsamkeit und gibt nochmals Verhaltenshinweise für derartige Anrufe: Man soll sich am Telefon nicht unter Druck setzen lassen und den Hörer auflegen, wenn einem etwas merkwürdig erscheint.

Am Telefon sollte niemals über persönliche und finanzielle Verhältnisse gesprochen werden, auch sollten niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte übergeben werden. Wer einen solchen Anruf erhalten habe, sollte mit der Familie oder Vertrauten darüber reden.

Schon in den vergangenen Tagen gab es in den Kreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach Fälle der Betrugsmasche mit falschen Polizeibeamten.
Hinweis

Wer unsicher ist, sollte die Polizei anrufen unter Tel. 110 (ohne Vorwahl) oder die örtliche Polizeidienststelle informieren.

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