Vermittlerin in Doppelfunktion für Schallstadt

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Fr, 07. Dezember 2018

Schallstadt

Barbara von Greve stellt sich vor.

SCHALLSTADT. Mit Barbara von Greve hat Schallstadt seit Oktober 2015 eine kommunale Inklusionsvermittlerin. Vor gut anderthalb Jahren übernahm von Greve zusätzlich die Fachstelle für Integration im Schallstadter Rathaus. Ihre Aufgaben stellte sie kürzlich in einer Sitzung des Gemeinderats vor. Wohnungsmangel und hohe Mieten machen demnach auch der Integrationsbeauftragten zu schaffen.

Inklusion und entsprechende Mitarbeiterfortbildungen an Schulen und Kindertagesstätten oder das Schaffen eines barrierefreien Zugangs zur Käppele-Scheune – solche Dinge fallen in den ersten Aufgabenbereich von Greves. "Inklusion heißt, die Menschen zu sensibilisieren – auch für Barrieren im Kopf", sagte sie. Zu ihren Aufgaben gehöre neben der Einzelfallberatung für Menschen mit Handicap auch die Entwicklung von Projekten von und für behinderte Menschen sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Ein weiteres Projekt sei der Aufbau einer parallelen Gemeinde-Homepage in "einfacher Sprache", ebenso sei Teil ihrer Aufgabe, Neubauvorhaben wie die neue Ortsmitte unter dem Blickwinkel der Inklusion zu begleiten.

"Es ist ein großes Feld", sagte von Greve zum zweiten Aufgabenbereich: die Unterstützung der in Schallstadt lebenden Flüchtlinge. Sie sei nicht nur Ansprechpartnerin für Flüchtlinge und Helferkreis, sondern auch Kontaktstelle zu anderen Institutionen, von Sozialarbeiter bis Hausmeister. Zudem sei sie für die Belegung der Unterkünfte wie dem ehemaligen Gasthaus Löwen zuständig.

Ob es generell und für sie – auch und gerade als Frau – schon Schwierigkeiten mit Geflüchteten gegeben habe, wollte Willi Schumacher (ABS) wissen. "Es gibt gewisse Probleme, insbesondere mit alleinlebenden Männern, gerade im ,Löwen’", räumte von Greve ein. Sie versuche jedoch mit dem Sozialarbeiter, "die Sache besser zu gestalten". Sie zeigte sich zuversichtlich: "Integration wird Jahre dauern, aber ich sehe gute Perspektiven. 50 Prozent der Männer sind in Arbeit." Pessimismus verursacht hingegen auch bei der Integrationsbeauftragten der angespannte Wohnungsmarkt. "Im Speckgürtel von Freiburg gibt es kaum Wohnungen – erst recht nicht für Flüchtlinge", bedauerte Barbara von Greve.