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26. September 2016

Lebenslang für Gemeinde Schliengen engagiert

Der langjährige Bürgelner Schlossarchitekt Karl Mannhardt ist seit Samstag Ehrenbürger von Schliengen / Mitglied in 36 Vereinen und Organisationen.

  1. Aus den Händen von Bürgermeister Werner Bundschuh (rechts) erhielt Karl Mannhardt auf Schloss Bürgeln die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Schliengen. Foto: Silke Hartenstein

SCHLIENGEN. Karl Mannhardt hat sich sein Leben lang in der und für die Gemeinde Schliengen engagiert. In Anerkennung seiner großen Verdienste wurde ihm am vergangenen Samstag auf Schloss Bürgeln die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Schliengen verliehen.

Der Ort war bestens gewählt, denn auch Schloss Bürgeln hat dem Architekten im Ruhestand viel zu verdanken. 37 Jahre lang war Mannhardt ehrenamtlicher Schlossarchitekt für dieses Kleinod, bis er 2015 im Alter von 84 Jahren diese Aufgabe in jüngere Hände weiter gab.

Es war, als wolle sich das Schloss bei Mannhardt bedanken: Bei strahlendem Sonnenschein trafen Bürgermeister und Alt-Bürgermeister, Gemeinderäte und Ortsvorsteher, Pfarrer i. R. Jan Pieper, viele Weggefährten und Mannhardts große Familie ein, versammelten sich, im unter Mannhardts Planung geschaffenen Gleichensteinsaal, und ließen später bei Sekt und Häppchen im Schlossgarten den schönen Herbsttag ausklingen. Auch Armin Schuster, Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Lörrach, hatte spontan ein paar Termine umgeschichtet, um zur Ehrung seines Parteifreundes dabei zu sein.

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Viele Ehrungen hat Mannhardt bereits erhalten. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Ehrennadel des Landes und des Schliengener Sonnenstücks, wurde durch den Gemeindetag Baden-Württemberg geehrt, durch den Bund deutscher Baumeister, den Bürgelnbund, die Sportfreunde Schliengen und den CDU-Ortsverband. Nun ist er auf einstimmigen Gemeinderatsbeschluss hin der fünfte Ehrenbürger einer Gemeinde, die ihre größte Ehrung nur selten vergibt. Karl Mannhardts Name steht nun Seite an Seite mit den Ehrenbürgern Elisabeth Vomstein, Alois Rübsamen, Franz Josef Mayer und Gustav Schürmeier.

In seiner Rede zählte Bürgermeister Werner Bundschuh einen Teil der vielen Aktivitäten des gebürtigen Holzeners auf – alle aufzulisten, hätte den zeitlichen Rahmen der Feierstunde bei weitem gesprengt. Mannhardt, der seit 1962 in Schliengen lebt, prägte als Architekt das Gesicht der Gemeinde mit, plante Schulen, Aussiedlerhöfe und war beteiligt am Bau des Bürger- und Gästehauses. 20 Jahre lang war er Gemeinderat, war für die CDU tätig im Ortsverein, Kreisverband und in der Mittelstandsvereinigung. Des Weiteren engagierte er sich als ehrenamtlicher Verwaltungsrichter und im Vorstand vieler Vereine, darunter Hebelfreunde, Geschichts- und Kulturverein, Förderverein zur Erhaltung des Wasserschlosses Entenstein, Sportfreunde Schliengen und Markgräfler Tanzsportclub. Heute ist er Mitglied in 36 Vereinen und Organisationen.

"Wo liegt der innere Kern für ein solch beispielhaftes Engagement?", fragte Bürgermeister Werner Bundschuh in seiner sehr persönlich gehaltenen Ansprache. Etwas später nannte Mannhardt den Grund. Als konservativer Christ und liberaler Demokrat sei seine Überzeugung: "Die staatlichen Organe können nur die Rahmenbedingungen für eine funktionierende Gesellschaft schaffen. Ausgefüllt werden müssen sie von den Bürgern, in der Familie, im Beruf, in einem Verein oder in einer Partei".

Mannhardt handle stets ruhig, besonnen und doch bestimmt, stellte Armin Schuster fest. Geprägt habe den Geehrten wohl auch das Vorbild seines Vaters Karl Friedrich Mannhardt, der trotz Repressalien nie in die NSDAP eingetreten sei – solche Charakterstärke sei gerade heute wieder gefragt.

Mundartautor Reinhard Geugelin widmete seinem Hebel-Freund ein Gedicht: "Du hilfsch au vehement, wenn’s mänkmol neume brennt". Zuletzt erinnerte Mannhardt an all seine Weggefährten und bedankte sich ganz besonders bei seiner Ehefrau Hildegard und seiner Familie für deren große Unterstützung. Er schloss mit: "Ich bin stolz, Ehrenbürger von Schliengen zu sein und verspreche, mich dieser Ehre auf Lebenszeit würdig zu erweisen."

Autor: Silke Hartenstein