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29. Juli 2011
"Man muss den Ausgleich finden"
BZ-INTERVIEW: Bernd Höllstin, neuer Dirigent in Obereggenen.
SCHLIENGEN-OBEREGGENEN. Der Musikverein Obereggenen hat einen neuen Dirigenten: Bernd Höllstin wird ab 2012 Thomas Wengert am Taktstock ablösen. Jutta Schütz sprach mit dem bisherigen Vize- und Jugenddirigenten.
BZ: Die Dirigentensuche war schnell vorbei. Waren Sie schon länger im Gespräch?Höllstin: Nicht sofort, nachdem Wengert angekündigt hatte, im Dezember 2011 aufhören zu wollen. Unser Vorsitzender Jürgen Keim hat dann aber bei mir nachgefragt.
BZ: Wie war Ihre Reaktion – ein Dirigent macht man ja doch mehr als ein Vize?
Höllstin: Gefreut habe ich mich sofort über die Anfrage. Ich habe mir die Sache ein paar Tage durch den Kopf gehen lassen und nachgeschaut, ob ich die Verpflichtung mit Beruf und Privatleben unter einen Hut bekomme. Die Reaktion bei unseren Aktiven auf meine Ernennung war sehr positiv.
BZ: Wann haben Sie angefangen, Musik zu machen?
Höllstin: Ende der 70er Jahre habe ich mit zwölf Jahren angefangen, Trompete zu spielen. Seitdem bin ich Mitglied beim Musikverein Obereggenen. 2002 habe ich das Dirigentenpatent gemacht, seit 2005 leite ich das Jugendorchester des Musikvereins. Neben Trompete kann ich auch andere Blasinstrumente spielen.
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BZ: Gibt es für Sie als Jugenddirigent schon einen Nachfolger?
Höllstin: Bis jetzt nicht.
BZ: Was werden Sie beim Repertoire ändern? Ein neuer Dirigent bringt ja immer auch seine eigenen Vorstellungen mit?
Höllstin: Das Repertoire eines Musikvereins kann man als ständig wechselnden Prozess betrachten. Man muss den Ausgleich zwischen traditionell und modern finden, um alle Musiker mitzuziehen. Ich selbst bin durch die Musik meiner Jugend aus den 70er und 80er Jahren geprägt, wie viele unserer Hörer, also von Rock, Pop und Neue Deutsche Welle – vielleicht lasse ich mal das eine oder andere Stück aus der Ära üben. Man muss auch schauen, dass das Publikum einen in 20 Jahren noch hören will. In erster Linie soll das Orchester Freude an Musik haben – diese Freude soll auch beim Publikum spürbar sein.
BZ: Was bedeutet das für Konzerte?
Höllstin: Ich überlege, ob es Sinn macht, Konzerte bestimmten Musikrichtungen zuzuordnen und das vorher anzukündigen. Dann enttäuscht man keine Hörerwartungen beim Publikum. Aber das ist noch nicht spruchreif.
BZ: Mit rund 40 Aktiven ist das Orchester gut besetzt. Brauchen Sie Nachwuchs?
Höllstin: Fagott oder Bassklarinette wäre als Ergänzung interessant. Trompeter brauchen wir auch.
Autor: jut
