Steinenkreuzle abgesägt – Müll hinterlassen

Martin Pfefferle

Von Martin Pfefferle

Mi, 05. September 2018

Schliengen

Vandalismus in Obereggenen.

SCHLIENGEN-OBEREGGENEN (map). Am "Steinenkreuzle" fehlt das Kreuz und Müll hat sich angesammelt an dem Findling, auf dem das Kreuz eingelassen war. Der Gemeinde Schliengen, die für den Platz auf einem Rebberg zwischen Obereggenen und Niedereggenen zuständig ist, sei bis gestern nichts darüber bekannt gewesen, sagte eine Mitarbeiterin der Gemeinde auf Nachfrage der BZ. Auch beim Polizeiposten Markgräflerland ging keine Anzeige ein. Es ist bereits das zweite Mal, dass das Kreuz auf dem Findling abgesägt wurde. Das "Steinenkreuzle" liegt an der Gemarkungs- und Landkreisgrenze und ist ein beliebter Aussichtspunkt mit einem schönen Blick in mehrere Richtungen. Neben einer kleinen Grillstelle befinden sich dort oben auch Bänke und Bäume.

Die – ebenfalls demolierte – Tafel an dem Findling, der vom Blauen stammt, beschreibt ein Geschehen aus dem Mittelalter. Ritter Dietrich von Ratsamhausen habe sich 1426 im Streit befunden mit dem Markgrafen Rudolf III., dem das Dorf Feldberg gehörte. Aus Wut über seinen Kontrahenten überfiel Ritter Dietrich Feldberg und ließ den Ort niederbrennen. Als Erinnerung daran gab es auf dem Rebberg bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein steinernes Sühnekreuz. Noch immer heißt das Gewann Steinenkreuzle.