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14. Juli 2012

Bauern beklagen Bürokratieaufwand

BLHV brachte Landwirte und die CDU-Abgeordneten Schwab und Schuster in Utzenfeld zusammen.

  1. Diskutierten mit Landwirten über deren Situation: Europaabgeordneter Andreas Schwab (stehend) und MdB Armin Schuster. Foto: Paul Berger

UTZENFELD (pbe). Wenn schon mal der CDU-Europaabgeordnete Dr. Andreas Schwab und der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster vor Ort sind, wollten sich viele Landwirte die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihnen ihre Sorgen und Nöte vorzutragen. Gelegenheit dazu bot eine Informationsveranstaltung in Utzenfeld, zu der Heinz Kaufmann, Vorsitzender des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes (BLHV) eingeladen hatte. Drängende Probleme, die vielen Betriebsinhabern buchstäblich auf den Nägeln brennen, gibt es reichlich, wie zahlreiche Fragen deutlich machten.

Sowohl Andreas Schwab als auch Armin Schuster unterstrichen in ihren Ausführungen die Bedeutung der Landwirtschaft. Wie von Schuster zu hören war, arbeitet die Bundesregierung mit Hochdruck an einem Papier, die spürbare Verbesserungen für die Landwirte bringen soll. Bevor das Werk in Gesetzesform gegossen wird, sollen auch Verbände und Interessenvertreter der Landwirte Gelegenheit erhalten, ihre Anregungen und Verbesserungsvorschläge einzubringen, weshalb Schuster Heinz Kaufmann ein druckfrisches Exemplar überreichte. Beim Thema Europa sei es wichtig, nicht nur Volkswirte, sondern auch Landwirte zu Wort kommen zu lassen, bekräftigte Schuster.

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Nicht ohne Sorge werden jetzt schon die Brüsseler-Budget-Planungen für die Agrarhaushalte 2014 bis 2020 gesehen, die Kürzungen von 80 Milliarden vorsehen. Zu den Zielen, so der CDU-Politiker, gehöre es, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte nicht nur zu erhalten, sondern auch zu fördern. Mit Blick auf die Situation in Baden-Württemberg unterstrich Schwab neben den hochwertigen Agrarprodukten auch die Landschaftsoffenhaltung und der Tourismus, für den die Landwirtschaft nach wie vor eine wichtige Rolle spielt. Kritisch sah ein Zuhörer die Agrarpolitik in Brüssel, die aus seiner Sicht "völlig an den kleinen Betrieben vorbeigeht".

Mehr Fördergelder, insbesondere für die Steillagenbewirtschaftung, mahnte ein Betriebsinhaber aus dem Oberen Wiesental an. Ohne Spezialmaschinen, die "schweineteuer" seien, gehe überhaupt nichts. Ebenfalls "fatal" stellt sich die Lage nach Aussage eines Ziegenhalters dar. Von den Landwirten beklagt wurde auch "ein zu hoher Bürokratieaufwand" sowie das "Flächen-Greening", das vorsieht, sieben Prozent der Fläche als Grünsteifen zu erhalten. Schwab: "Das mag vielleicht in Spanien sinnvoll sein, aber nicht in Baden-Württemberg, wo bereits ausreichend Grünland vorhanden ist."

Sorgen um die Zukunft, vor allem bei der Landschaftsoffenhaltung, macht sich ein Landwirt aus Wieden. Seit 1969 habe sich der Rinderbestand halbiert. Wer soll da die Flächen in Zukunft noch offen halten, fragte er. Weitgehend einig waren sich die Abgeordneten und die Landwirte sowie die Interessenvertreter des BLHV, die Bedeutung von Ökologie und Ökonomie möglichst im Gleichgewicht zu halten.

Autor: pbe