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17. September 2008

Drei "Unfallopfer" geborgen

Realistische Übung der Bergwacht am Belchen / Verletzter Mountainbiker am Steilhang

  1. Realistische Bergwachtübung in Wieden: Professionell wird das angenommene Unfallopfer vom Steilhang geborgen. Foto: Georg  Jäger

WIEDEN Bei zwei dramatischen Übungen am Belchen bewiesen die Bergwachten aus Schönau und Wieden am Sonntag ihre hohe Einsatzfähigkeit. Sicher geborgen wurden insgesamt drei Übungs-Unfallopfer.

Um 12.56 Uhr ging über die Leitstelle in Lörrach bei der Bergwacht Schönau die Meldung ein, dass am Belchen eine Mutter und ihre 10-jährige Tochter im Nebel abgestürzt seien. Von der Vereinshütte an der Talstation der Belchen-Bahn bis zur Absturzstelle brauchten die Bergretter nicht mehr als zwanzig Minuten. Ein Teil der Gruppe fuhr mit dem Rettungswagen auf den Berg, ein Teil nahm die Seilbahn. In aller Eile wurde eine Funkbrücke errichtet. Mit zwei Kameraden erreichte Einsatzleiter Manfred Kiefer als Erster den Unfallort. Erster Rufkontakt zu den Unfallopfern sollte zu deren Beruhigung beitragen. Nach Eintreffen von Ackja, dem Bergungsschlitten, und Seilmaterial wurde routiniert festgelegt, auf welcher Route man sich den Verunglückten am schnellsten und sichersten nähern konnte. Die Sicherung an einem Baum machte es möglich, den ersten Bergungshelfer den steilen Hang hinunter abzuseilen.

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Zuerst nahm man sich des bewusstlosen Kindes an, das offenbar ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte. Zwischenzeitlich wurde Notarzt Murat Kulaksiz abgeseilt. Mitten in die Bergungsarbeiten, es waren jetzt mehr als 16 Kräfte im Einsatz, platzte die Nachricht über Funk, dass ein Mountainbiker einen weiteren Unfall am Belchen-Rundweges gemeldet hatte. Daraufhin wurde die Bergwacht Wieden alarmiert. Einsatzleiter Kiefer machte sich umgehend auf die Suche nach der zweiten Unfallstelle. Dort wurde eine hilflose Person vorgefunden, die angab, dass ihr Begleiter mit seinem Fahrrad den Hang hinab gestürzt sei. Der umgehend als weiterer Notarzt hinzu gezogene Martin Honeck kümmerte sich nun um Mutter und Tochter, so dass Dr. Kulaksiz sich der verletzten Radfahrerin annehmen konnte. Schürfwunden und Oberarmprellung wurden versorgt, während die Männer der Bergwacht Wieden das Notwendige zur Bergung des Radfahrers vorbereiteten. Der "Schwerverletzte" lag etwa 85 Meter unterhalb des Weges. Auch hier wurde vom Notarzt ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert. Die beiden Rettungseinsätze dauerten etwas über drei Stunden.

Der Gesamteindruck dieser Übung war äußerst positiv, die Bergwachtleute arbeiteten professionell und hoch konzentriert und dürfte jedem Unfallopfer berechtigte Hoffnung auf schnelle und routinierte Rettung aus Bergnot geben. Die Übung sollte unter realen Bedingungen stattfinden, weshalb nur wenige Führungskräfte im Vorfeld über das Szenario informiert worden waren.

Zum Schluss gab Manfred Kiefer dem BZ-Reporter noch einen Appell mit auf den Weg: "Der Schönauer Verein benötigt dringend einen neuen Motorschlitten. 30 Prozent der Anschaffungskosten in Höhe von 19 000 Euro müssen selbst aufgebracht werden", sagte der Einsatzleiter. Man hoffe sehr auf Spenden aus der Bevölkerung.

Spendeninfo.: Bergwacht Schönau, Konto 17003906 bei der Sparkasse Schönau-Todtnau, BLZ 680 528 63)

Autor: Georg Jäger