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26. August 2013

Herrliche Aussichten und viele blaue Beeren

BZ-FERIENSPASS: Mit Naturschutzwart Udo Bornkessel ging es für 30 Teilnehmer zum Belchen hinauf / Wissenswertes rund um den Schönauer Hausberg.

  1. Wo ist was? Naturparkführer Udo Bornkessel erklärt den Wanderern das Panorama. Foto: Susanne Filz

  2. Ein Landwirt aus Aitern mit seinen Schützlingen. Foto: Susanne Filz

  3. Heidelbeeren gibt's am Belchen in Hülle und Fülle. Was nicht sofort in den Mund gewandert war, verzehrten diese jungen Wanderer nach der Rückkehr zum Belchenhaus. Foto: Susanne Filz

SCHÖNAU/BELCHEN. Der Belchengipfel machte seinem Ruf als schönstem Aussichtsberg des Schwarzwalds alle Ehre: Den 30 Teilnehmern an der geführten Wanderung im Rahmen der BZ-Card-Ferienspaß-Aktion boten sich am Freitagnachmittag wahrhaftig spektakuläre Aussichten. Wie Spielzeugdörfer lagen etwa Neuenweg oder die Belchenhöfe unter ihnen ausgebreitet, nicht weit davon entfernt der Hochblauen. Was sich da im Rundumpanorama den Betrachtern darbot, erläuterte auf der fast dreistündigen Wanderung fachkundig Naturparkführer Udo Bornkessel.

Schon die Fahrt mit der hübschen gelben Seilbahn hinauf zum Gasthaus Belchen, dem höchstgelegenen Gasthaus Deutschlands, war ein Erlebnis. Von dort aus führte der Weg erst einmal steil bergan. Der schmale Pfad passierte große Weidflächen, auf denen glückliche Rinder grasten, vorbei an schroffen Felsformationen und einzelnen, von Wind und Wetter bizarr zurechtgestutzten Fichten.

Udo Bornkessel erklärte den Wanderern, dass der Belchen vor 300 Jahren - wie viele andere Berge der Region - komplett kahl war. Menschen hatten das vollbracht.

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Die Vorfahren hatten den Wald gerodet: für die Köhlerei, den Holzverkauf, die Erzverhüttung oder für den Holzbedarf der sich ansiedelnden Industrie. Als dann vor rund 200 Jahren wieder aufgeforstet wurde, pflanzte man aus wirtschaftlichen Gründen vorwiegend die schnell wachsende Fichte an.

Unter Naturschutzaspekten war das indes eine Katastrophe, meinte Udo Bornkessel, denn für die im Südschwarzwald vorherrschenden klimatischen Bedingungen sei die Fichte nun einmal nicht gerade geeignet. Jetzt soll der Wald wieder zu dem Mischwald werden, der er einmal war. Flora und Fauna sind Udo Bornkessels Spezialgebiet. Mit Vergnügen zeigte er den BZ-Wanderern die typischen Pflanzen entlang des Wegs, etwa Bärwurz, Schweizer Glockenblume, und Besenheide. Unwiderstehliche Faszination übten auf etliche große und kleine Wanderer die vielen reich tragenden Heidelbeersträucher am Wegesrand aus. Wer jetzt ein Gefäß dabei gehabt hätte, hätte reichlich Ernte nach Hause tragen können. Einige sammelten die köstlichen Beeren in Taschentücher oder Servietten, aus den Kinderhänden wanderten sie meist gleich in den Mund.

Die Wanderer nutzten die Gesellschaft des Fachmanns und stellten Udo Bornkessel viele Fragen. Was denn die Streifen auf den Wiesen bedeuten würden, wollte da zum Beispiel ein sehr junger Wanderer wissen. "Das sind die Spuren der vierbeinigen Belchen-Rasenmäher", erklärte Naturschutzwart Bornkessel und meinte damit die zahlreichen kleinwüchsigen Hinterwälderrinder, die für die Offenhaltung der Weidflächen zuständig sind und die am Freitag in großer Zahl am Belchengipfel grasten.

Über ihre braunen Leiber hinweg hatte man rund ums Gipfelkreuz einen atemberaubenden Ausblick. Bei guter Sicht habe man von hier aus das ganze Alpenpanorama vom Montblanc bis zum Großglockner vor Augen, sagte Udo Bornkessel. So viel Glück war der Gruppe aber am Freitag nicht beschieden. Doch auch ohne Alpensicht war der Blick aus der Vogelperspektive beeindruckend genug. Für viele Wanderer waren die grandiosen Aussichten das Schönste an der Wanderung. "Dabei fällt einem auf, dass man die Schätze vor der eigenen Haustür oft vernachlässigt", meinte etwa eine Wanderin aus Rheinfelden.

Nach dem Abstieg beim gemütlichen Abschluss vor dem Belchenhaus waren sich die Teilnehmer, viele von ihnen aus der heimischen Region, einig: "Der Ausflug hat sich hundertprozentig gelohnt!"

Autor: Susanne Filz