Stromproduktion wird verzehnfacht

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 28. Februar 2017

Schönau

Bundestagsabgeordnete Josef Göppel (CSU) und Armin Schuster (CDU) besuchten EWS / Interesse an Dikome-Projekt .

SCHÖNAU (BZ). Die Bundestagsabgeordneten Josef Göppel (CSU), Armin Schuster (CDU) sowie CDU-Kreisgeschäftsführer Richard Renz besuchten jüngst zu einem Gedankenaustausch die Elektrizitätswerke in Schönau. Josef Göppel, auch als "grünes Gewissen der CSU" bezeichnet, setzt sich seit längerem für eine Bürgerenergiewende ein.

Beim Besuch in Schönau stellte Vorstand Alexander Sladek die verschiedenen Geschäftsbereiche der EWS vor und berichtete, dass die EWS ihre eigene Stromproduktion im Geschäftsjahr 2017 durch den Windpark Rohrenkopf und die Solardeponie Herten um den "Faktor zehn" steigern werden – von 5 auf 50 Millionen Kilowattstunden ergänzte Sebastian Sladek. Besonderes Interesse fand bei den Abgeordneten, dass die Solardeponie von drei Bürgergenossenschaften gemeinsam entwickelt wurde und betrieben wird. Josef Göppel, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft "Regionalstrom Franken", zeigte sich laut Pressemitteilung "beeindruckt vom Engagement und Erfolg der EWS beim Ausbau der erneuerbaren Energien und Förderung einer Bürgerenergiewende durch die Bündelung genossenschaftlicher Aktivitäten". Großes Interesse zeigte der Abgeordnete auch am erfolgreichen Aufbau kommunaler Nahwärmenetze im Landkreis.

Michael Sladek erläuterte die Aktivitäten des Fördervereins FuSS und dessen Engagement für eine Stärkung der kommunalen Entscheidungshoheit bei der Vergabe von Energiekonzessionen. Am Beispiel Titisee-Neustadt erläuterte er, wie Kommunen durch das derzeit geltende "kartellrechtliche Regime" in der Wahrnehmung ihrer Interessen im Sinne der Daseinsvorsorge behindert würden. Josef Göppel war über die Initiativen des Fördervereins in der Kommunalverfassungsbeschwerde und bei der Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes gut informiert. Michael Sladek war mit der Neufassung des Energiewirtschaftsgesetzes überhaupt nicht einverstanden und kündigte den Gang zum Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe an.

Auf großes Interesse stieß bei Josef Göppel die Schilderung der Kooperation zwischen FuSS und dem Verein Dikome-Kamerun, mit der beide Partner langfristig die berufliche Bildung junger Menschen in Kamerun verbessern wollen. "Ziel ist, jungen Menschen die Möglichkeit zu schaffen, in ihrer Heimat ein eigenes Auskommen zu finden, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und nicht ihr Glück irgendwo in der Fremde zu suchen", sagte Richard Renz, Kreisgeschäftsführer der CDU und Vorsitzender des Dikome-Kamerun Vereins. Die Förderzusage von FuSS (100 000 Euro, verteilt auf fünf Jahre) habe dieses Projekt ganz entscheidend gefördert.

Die Spende von FuSS wird vom Dikome-Kamerun e.V. zur Ausbildung von Lehrern verwendet, die insbesondere auch in der Verwendung erneuerbarer Energien geschult werden – vermittelt wird zum Beispiel die Installation und Reparatur von Solaranlagen oder die energetische Verwendung von Biomasse. Dieses Wissen soll nicht nur an Schüler weitergegeben werden, sondern auch an interessierte Männer und Frauen im Dikome-Bezirk. Langfristiges Ziel ist es, den Einsatz erneuerbarer Energien dort zu ermöglichen und eventuell für andere Bezirke in Kamerun als Beispiel zu dienen.

"Das entspricht ganz den Vorstellungen unseres Umweltministers Gerd Müller, jungen Menschen in den Entwicklungsländern eine eigene glaubhafte Lebensperspektive zu schaffen und Fluchtgründe zu vermeiden", betonte der Abgeordnete. Da sich Ende Februar 2017 sowohl der Verein Dikome-Kamerun als auch eine Delegation des Ministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit zeitgleich in Kamerun aufhalten werden, bot Richard Renz an, die Delegation nach Dikome einzuladen, um die Bildungsprojekte vor Ort vorzustellen.

Josef Göppel bot an, FuSS und den Dikome-Kamerun Verein zu der für 27. Juni vereinbarten Veranstaltung "Deutsch-Afrikanische Energiepartnerschaften" des Deutschen Umweltministeriums einzuladen. Das Projekt, die lokale Wertschöpfung zu sichern und langfristig den Menschen in ihrer Heimat eine eigene Lebensgrundlage zu schaffen, sei vorbildlich und verdiene es, auf einer größeren Ebene vorgestellt und gewürdigt zu werden", betonte Göppel.