Unter Tage und über die Gipfel

pbe, bz

Von pbe & BZ-Redaktion

Do, 28. Dezember 2017

Schönau

Bergmannskapelle Wieden unternimmt beim Weihnachtskonzert mehrere musikalische Bergreisen.

WIEDEN (pbe). Ihre Verbundenheit mit heimatlichen Traditionen haben die Musikerinnen und Musiker der Bergmannskapelle mit ihrem fantastischen Weihnachtskonzert am zweiten Weihnachtstag bewiesen. Was, so fragte Vorstand Jakob Dörflinger bei der Begrüßung der Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Festhalle, liege näher, als sich an diesen Abend musikalisch den Themen, Berge, Bergbau und Bergleute zuzuwenden? Schließlich prägen sie auch heute noch die Geschichte und das dörfliche Leben der meisten Einwohner in der kleinen Bergwerk- und Belchengemeinde Wieden.

Sich frei fühlen und unbeschwert über die Berge schweben – ein großartiges Erlebnis, das die Musiker unter Leitung von Hubert Behringer mit der imposanten Ouvertüre von Sepp Tanzer boten. Untermalt wurde das Ganze auf einer Großleinwand mit eindrucksvollen Bildern bezaubernder Berglandschaften. Großartig gemeistert hat man dies auch in "Mountain Panorama" von Manfred Schneider, einer Fantasie über die beeindruckende Welt der Berge. Auf ihrer rasanten Fahrt führten Hubert Behringer und seine Bläser die Besucher durch faszinierende Alpenlandschaften mit bizarren, gewaltigen Bergmassiven, gefahrvollen Abgründen und tiefen Schluchten. Mit ausdrucksvollen Passagen sowie schnellen Tempi und einer jungen, mitreißenden Tonsprache würdigt das Stück die majestätisch aufragenden Alpen.

Aber auch unter der Erde tut sich eine geheimnisvolle Welt auf, die Stefan Unterberger in dem Stück "Reise unter Tage" beschreibt. Die von Fanfarenklängen begleitete Einleitung öffnet den Blick auf den Berg, bevor es in rascher Fahrt, gefolgt von flotten und schwungvollen Melodien, unter Tage geht. Nach der Stille im Berginneren folgt der Aufstieg. Wer träumte nicht schon davon, die faszinierende Natur der Berge auf einer der schönsten Eisenbahnfahrten Europas zu erleben? Gemeint ist eine Alpenreise durch die Schweiz mit "The Glacier Express" von Larry Neeck. Mit einem Allegro-Teil in Moll setzt sich der Zug durch die Winterlandschaft in Bewegung und passiert dabei Viadukte und Tunnels. Im langsamen Mittelabschnitt durchstreift die Bahn sommerliche Bergweiden und malerische Täler, bevor sie schließlich ihr Ziel erreicht.

Aber auch im Oberen Wiesental gab es lange Zeit eine kleine Eisenbahn, die sich an den Berghängen und saftigen Wiesen entlangschlängelte. Die Rede ist vom "Todtnauerli". Das Schnauben der Lokomotive, die Geräusche während der Fahrt, das Pfeifen des Schaffners sowie das Quietschen der Bremsen – von Hubert Behringer und seinen Musikern wurden sie in dem bewegten Stück von Rainer Hug "Zugreise mit einer Dampflok" zumindest für viele ältere Zuhörer noch einmal lebendig in Erinnerung gebracht.

Der Schutzheiligen der Bergleute, der Heiligen Barbara, gewidmet war der wundervoll intonierte und von Hubert Behringer und Barbara Gutmann als Gesangssolisten begleitete Marsch, "Sankt Barbara". Ebenfalls mit einem Solo überzeugte Martin Kimmig in seiner alemannischen Liebeserklärung "Bergwerk" von Kurt Gäble. Mit dem imposanten Marsch "Glück auf, der Steiger kommt" als Zugabe verabschiedeten sich Musiker und Dirigent von ihren begeisterten Gästen.