Douglasie bleibt, wo sie ist

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Do, 01. März 2018

Schönau

In Schönau fürchten Anlieger, dass der Baum bei Sturm umfällt / Gemeinderat: Kein Handlungsbedarf.

SCHÖNAU. Hält sie oder hält sie nicht? Die Schönauer Stadtverwaltung, die Gemeinderäte und ein Förster haben sich mit der Standfestigkeit einer alten Douglasie in einem Schönauer Wohngebiet befasst. Und sind sich sicher: Sie hält, auch beim nächsten Sturm. Die direkten Nachbarn des Baums sind sich da allerdings nicht so sicher; sie hatten darum gebeten, die rund 50 Meter hohe Douglasie vorsichtshalber zu fällen.

"Die Douglasie im Sonnenparkwäldchen könnte im Ernstfall auf unser Haus und Grundstück fallen", hatten die Nachbarn an Bürgermeister Peter Schelshorn geschrieben. Anlass waren Orkanböen am 3. Januar, dem einige Bäume im Umfeld nicht standhalten konnten. Doch nach Einschätzung von Förster Wolfram Scherb steht der Baum "fest verwurzelt und senkrecht". Seine Einschätzung könne ein Gutachten zwar nicht ersetzen, ergänzte er, doch die Gemeinderatsmitglieder schlossen sich seiner optimistischen Einschätzung an. Stadtrat Michael Locker (Freie Wähler) wollte indes von Schelshorn wissen, wer konkret hafte, wenn der Baum aufs Haus oder gar auf Menschen stürzt. Die Antwort lautete: die Stadt beziehungsweise deren Versicherung.

Der Gemeinderat stimmte gegen eine Fällung. Die besagten Nachbarn sollen vom Rathaus aber eine schriftliche Erklärung erhalten, die bestätigt, dass die Stadt als Grundstückseigentümerin für eventuelle Sturmschäden aufkommt. Dieses Vorgehen ähnelt einem ähnlichen Fall aus dem Jahr 2011 am Sonnenpark, damals unter Bürgermeister Bernhard Seger. Die Douglasie gilt als etwas Besonderes, da sie über 100 Jahre alt ist und aus der Zeit von Forstmeister und Ehrenbürger Adolf Dießlin (1852–1917) stammt.