Große Verdienste um eine kleine Gemeinde erworben

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Von Verena Wehrle & BZ-Redaktion

Di, 03. April 2018

Schönenberg

16 Jahre leitete Michael Quast ehrenamtlich als Bürgermeister die Geschicke von Schönenberg – jetzt wurde er verabschiedet.

SCHÖNENBERG (vwe). Sie kamen aus dem ganzen Landkreis ins kleine, rund 360 Einwohner zählende Schönenberg – Landrätin Marion Dammann sowie viele Bürgermeister. Und natürlich auch viele Schönenberger. Sie alle wollten Michael Quast danken. 16 Jahre lang hatte er sich als ehrenamtlicher Bürgermeister für die Geschicke Schönenbergs eingesetzt – nun wurde er verabschiedet.

Dankesworte
Quast habe sich mit großem Engagement für die Belange der Gemeinde eingesetzt, würdigte Landrätin Marion Dammann. Jedoch sei er schon viel länger politisch aktiv gewesen, war er doch ein Vierteljahrhundert Gemeinderat. Dass er ehrenamtlich in der Freizeit das Dorfleben mitgestaltete, habe gezeigt, wie sehr ihm Schönenberg am Herze liege. Das sei heutzutage nicht mehr selbstverständlich, so die Landrätin. Sie habe Quast als sachverständigen und hinterfragenden Menschen schätzen gelernt. Er habe sich im Bürgermeister-Forum eingebracht und viele Förderanträge für die Gemeinde auf den Weg gebracht. "Unser Landkreis ist nur so lebenswert, weil wir diese kräftigen Dorfgemeinschaften haben", betonte Dammann. Peter Schelshorn, Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbandes Schönau (GVV), dem auch Schönenberg angehört, bedankte sich bei Quast für die konstruktive Zusammenarbeit im Namen der Bürgermeister des GVV und der umliegenden Gemeinden.

Quasts Nachfolger Ewald Ruch rief einige Stationen von Michael Quast in Erinnerung. Quast wurde 1994 in den Gemeinderat von Schönenberg und 2002 mit 85,3 Prozent als Nachfolger von Eugen Pfefferle zum Bürgermeister gewählt. In der ersten Amtsperiode wurde die Wasserversorgung saniert sowie die Gemeindeverbindungsstraße Entenschwand und der Abwasseranschluss in Wildböllen realisiert. Im Jahr 2010 wurde Quast mit 95,3 Prozent der abgegebenen Stimmen bestätigt. Herausragende Ereignisse in der zweiten Amtszeit waren die Straßensanierung der Bergstraße, die Straßensanierung der Belchenstraße sowie noch im Jahr 2018 der Neubau des Feuerwehrgerätehauses. Vor allem schätzte man an Quast seinen ruhigen und sachlichen Umgang. "Du hattest für die Bevölkerung immer ein offenes Ohr, was sich auch beim Bürgerentscheid zum Thema Belchenseilbahn im Jahr 2017 immer wieder positiv auswirkte", sagte Ruch. Er bedankte sich im Namen des Gemeinderats und der Gemeinde für den jahrelangen Einsatz und überreichte dem Reisebegeisterten einen Reisegutschein sowie heimische Produkte als Proviant für den nächsten Camping-Urlaub. Unter den Dankesrednern waren auch Pfarrer August Schuler sowie Feuerwehr-Kommandant Jürgen Keller, der im Namen der Schönenberger Vereine ein Bild überreichte, auf dem alle Vereine vertreten sind. Auch wurde Ruth Quast wiederholt gedankt, die ihren Mann immer unterstützt hatte.

Abschiedsworte von Michael Quast
Quast selbst hatte auch eine Abschiedsrede verfasst. Als er vor 33 Jahren hier aufschlug, habe er nicht geahnt, wie tief sich die Wurzeln eingraben würden, die ihn seit 1985 in dieser Gemeinde festhalten, so Quast.

Nach vielen Jahren als Männerchordirigent, Gemeinderatsmitglied, Dorfschullehrer an der Buchenbrandschule und als Bürgermeister landete er mitten im Dorfzentrum, jetzt in der Gemeindewohnung im Rathaus. Er habe nicht geahnt, welche neuen Erfahrungshorizonte sich auftun würden als Bürgermeister. "Es gab jede Menge zu lernen."

Ein Höhepunkt sei die Versteigerung des Spitzenbullens auf dem Hinterwäldermarkt gewesen, scherzte Quast. Er bedankte sich bei allen, die ihn in seiner Amtszeit begleitet haben. Rührend waren die Dankesworte, die er an seine Frau Ruth richtete, viele Lösungen seien von ihr gekommen. Nach dem offiziellen Teil führte die Narrengruppe ihr Stück vom Kappenabend vor, das humorvoll darstellte, was Michael Quast alles machen wird, wenn er nicht mehr Bürgermeister ist. Und die Guggenmusik "Chaibeloch Lärtschi" spielte auch noch ein Ständchen.