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18. Januar 2010 12:01 Uhr

Maschinenbau

Schon wieder neuer Chef bei Ferromatik

Der schwer angeschlagene Malterdinger Maschinenbauer Ferromatik Milacron bekommt den dritten Chef innerhalb weniger Jahre. Gerold Schley führt künftig das Unternehmen. Er folgt auf Guy Moilliet, der Ferromatik erst Anfang 2007 übernommen hatte.

  1. Gerold Schley, Geschäftsführer von Ferromatik Milacron in Malterdingen Foto: Milacron

  2. Firmengebäude der Ferromatik Milacron Maschinenbau GmbH in Malterdingen Foto: Hans-Peter Ziesmer

Das sagte der neue Geschäftsführer, Gerold Schley (50), am Montag der Badischen Zeitung. Sein Vorgänger, der Schweizer Guy Moilliet (63), gehe in Rente. "Herr Moilliet hat kurzfristig entschieden, früher in den Ruhestand zu gehen, als dies ursprünglich geplant war", sagte Schley. Der gebürtige Kinzigtäler Schley ist auch für den weltweiten Einkauf sowie für das China-Geschäft des Maschinenbaukonzerns verantwortlich und bleibt dies. Schley hat nach einer technischen Ausbildung ein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert und hat langjährige Erfahrung im Milacron-Konzern.

FIRMA IN EINER SCHWEREN KRISE

Ferromatik baut Spritzgießmaschinen. Mit ihnen lassen sich etwa Verschlusskappen von Getränkeflaschen gießen. Das Werk in Malterdingen gehört zum amerikanischen Maschinenbaukonzern Milacron. Dieser setzte zuletzt pro Jahr eigenen Angaben zufolge weltweit 800 Millionen Dollar (560 Millionen Euro) um und beschäftigt 3000 Mitarbeiter.

Der Chefwechsel in Malterdingen erfolgt mitten in einer schweren Krise des Unternehmens, das in Malterdingen etwas mehr als 400 Menschen beschäftigt. Im vergangenen Jahr hatte sich der Umsatz des Spritzgießmaschinenbauers wegen der Weltwirtschaftskrise auf etwa 50 Millionen Euro halbiert. Daraufhin kündigte die Geschäftsführung einen Sparkurs an. Verhandlungen mit dem Betriebsrat und der IG Metall sollen im Februar beginnen, sagte Schley.

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Die IG Metall wurde eigener Darstellung zufolge am 12. Januar über den Chefwechsel informiert. "Das war am Vorabend der ersten Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern über die Zukunft des Standortes", sagte Südbadens IG-Metall-Chef Hermann Spieß. Der Zeitpunkt des Chefwechsels "hat uns verblüfft, macht uns Sorgen und lässt nichts Gutes ahnen." Der für den 13. Januar angesetzte Verhandlungstermin sei verschoben worden. "Nun verhandeln wir mit einem Geschäftsführer, den wir noch nicht kennen", sagte Spieß.

Über Schleys Vorgänger Moilliet äußerte sich Spieß lobend. "Er war ein verlässlicher Verhandlungspartner. Er ist für den Standort Malterdingen eingestanden – auch gegenüber der Muttergesellschaft in den USA. Deshalb habe ich ihn geschätzt. Wir hoffen nun, der neue Geschäftsführer geht in dieselbe Richtung", sagte Spieß.

Schley sagte, die wirtschaftliche Lage bei Ferromatik habe sich zuletzt nur leicht gebessert. "Es gibt zwar ein paar Lichtblicke. Wir haben seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres wieder einen verbesserten Auftragseingang. Aber wir sind weit davon entfernt, wieder dort zu sein, wo wir im Jahr 2008 waren. Wir sind uns mit dem Branchenverband einig: Dieses Niveau wird kaum vor 2013 oder 2014 wieder erreicht werden."

Autor: Ronny Gert Bürckholdt