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05. Februar 2009

2000 Lachse in die Wiese gesetzt

ASV Schopfheim zieht Bilanz / Wertvolle Beiträge zum Gewässerschutz / Ärger mit der Mülldeponie nach Wiese-Putzete

  1. Um den Gewässerschutz machte sich der ASV Schopfheim 2008 wieder verdient. Unser Bild zeigt eine „Fischbergung“ vor zwei Jahren. Foto: Privat

SCHOPFHEIM. "Ruhig wie im Vorjahr" verlief das Vereinsjahr im Angelsportverein (ASV) 2008. Bei der Hauptversammlung bestätigte Vorsitzender Robert Pflüger, dass Gewässer und Fangquoten ebenso positiv zu bewerten seien wie die finanzielle Lage des Vereins. Für außergewöhnliche Situationen habe man ein ordentliches Polster auf der hohen Kante.

Stellvertretend für alle Anwesenden lobte Horst Schottmüller: "Wir können uns froh und glücklich schätzen, ein solches Top-Team an der Spitze unseres Vereins zu haben. Schottmüller bedankte sich herzlich für die hervorragende Arbeit der Vorstandschaft. "En bloc" bestätigten die Angelsportler denn auch alle bisherigen Vorstandsmitglieder auf ihren Posten: Robert Pflüger führt weiter den Vorsitz, Peter Fritz wird ihn wieder vertreten. Kassierer Hans Zeiher darf sich auch in den nächsten Jahren auf das Lob der Kassenprüfer über eine "beeindruckend saubere Kassenführung" freuen, Thomas Hochmuth bleibt Schriftführer und Bruno Imbery wird eine weitere Periode dafür sorgen, dass Ordnung herrscht in den Gewässern, die der ASV bewirtschaftet und befischt.

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Für Robert Pflüger waren die Höhepunkte im vergangenen Jahr neben dem Fang kapitaler Forellen der wachsende Bestand an Lachsen und ein "erfreulicher Gewinn" nach engagiertem Einsatz einiger Mitglieder in der Bude am Kalten Mark. Diesem sei es unter anderem zu verdanken, dass "trotz weltweiter Finanzkrise die Beiträge im ASV stabil bleiben können". Zufrieden registrierte Pflüger den Erfolg "jahrelanger Bemühungen um Kooperation vor fälligen Gewässerbauarbeiten". Unangenehm in Erinnerung blieb dagegen das unrühmliche Ende der alljährlichen "Gewässerputzete". Eine Tonne Müll hatten die Angler vergangenes Jahr völlig uneigennützig aus der Wiese und entlang des Ufers gesammelt. Das gute Werk brachte ihnen aber beim Abliefern auf der Kreismülldeponie jede Menge Ärger ein: Bevor das Zeug angenommen wurde, mussten die Angler die von achtlosen Zeitgenossen entsorgten Abfälle mühsam am Tor sortieren. Diese Art Umgang mit den ehrenamtlichen Saubermännern des ASV erntete bei den Versammlungsteilnehmern nur verständnisloses Kopfschütteln.

Ungeteilte Freude dagegen lösteder Bericht des Gewässerwartes aus. Bruno Imbery belegte einen Besatz von 15000 Bachforellen und 220 Äschen und rühmte dazu "die eigene Reproduktion der Forellen, die aufgrund einer geeigneten Wasserführung in der Winter- und Frühjahrszeit hervorragend gewesen" sei. Besetzt habe der ASV noch einmal 2000 Lachsjährlinge, und zwar in der begründeten Hoffnung, dass der eine oder andere Lachs in ein paar Jahren den Weg in die Wiese zurückfinde.

Um das zu erleichtern, werde derzeit an der Durchwanderbarkeit für Fische und Kleinlebewesen vom Rhein bis nach Schopfheim gearbeitet. Imbery stellte die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Anglern heraus, die sich nicht zuletzt in der Unterstützung bei den Putzaktionen bemerkbar mache. Bedauern müsse man den bundesweiten Rückgang der Krebsbestände, der nun auch immer stärker im Kratten- und Schlierbach zu bemerken sei.

Statistisch gesehen habe sich das Angeljahr für die Mitglieder gelohnt. In 400 Stunden wurden bei 158 Fischgängen 882 Forellen gefangen, von denen 227 "massig" waren. Den dicksten Fisch – eine Forelle mit dem nicht alltäglichen Maß von 65 Zentimetern – hatte Georg Lutz am Haken. Zusätzlich fingen die Angler zehn Döbel und 64 Äschen. Der Besatz an Äschen wurde in 2008 um 220 aufgestockt. Außerdem wurde der Aal zum Fisch des Jahres erkoren. Mit dieser Wahl soll, so Bruno Imbery, "darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Bestände des europäischen Aals fast im gesamten Verbreitungsgebiet erheblich zurückgegangen ist und dass es gilt, den einzigartigen Fisch besser zu schützen."

Apropos "schützen": Um den ASV vor dem Verlust der Gemeinnützigkeit zu bewahren, wurde auf Geheiß des Finanzamtes erneut eine Satzungsänderung beschlossen. Nach der Verankerung einer Vorstandsreduzierung im Vorjahr habe die Behörde Anstoß daran genommen, dass der ASV im Falle der Vereinsauflösung einen danach eventuell neu zu gründenden Angelverein in den Genuss des angesammelten Vermögens bringen wollte. Das seinicht mit dem Grundsatz der Gemeinnützigkeit zu vereinbaren. Neu wurde nun festgeschrieben: Im Falle der Auflösung steht das Vermögen unter treuhänderischer Verwaltung der Stadt drei Jahre lang einem eventuell neuen Verein zur Verfügung. Wird diese Chance nicht genutzt, muss das Geld dem Angelsport generell zur Verfügung gestellt werden. Damit, so Thomas Grethler und Robert Pflüger, sei endlich eine alle Beteiligte zufriedenstellende Formulierung gefunden.

Autor: Hans-Jürgen Hege