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26. Februar 2010

AFT hat die Krise überwunden

Im 25. Jahr des Bestehens schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen, kann die Kurzarbeit aufheben und ist optimistisch.

  1. Die Firma AFT steht im 25. Jahr des Bestehens gut da. Darüber freuen sich (von links) Heiko Hofmann (Geschäftsleitung), Nourdin Akaouch (Geschäftsführer), Wolfgang Dörfler (Montage), Monika Thiesing (Betriebsrat) und Matthias Muckenhirn (IT). Foto: Marlies Jung-Knoblich

  2. Die Firma AFT besteht seit 25 Jahren und hat die Schieflage, in das Unternehmen vor drei Jahren geriet, überwunden. Die Kurzarbeit kann im Jubiläumsjahr aufgehoben werden. Foto: André Hönig/Marlies Jung-Knoblich

SCHOPFHEIM. Schwer gerumpelt hat es bei der Schopfheimer Firma AFT (Automatisierungs- und Fördertechnik GmbH & Co. KG) in den Jahren 2006/2007. Dass es danach lange still blieb um das Unternehmen, war ganz offensichtlich kein schlechtes Zeichen. Denn die AFT kann in diesem Jahr auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Besser noch: Die Firma hat für das Jahr 2010 Ziele definiert und "liegt derzeit voll im Plan", wie Geschäftsführer Nourdin Akaouch erklärte.

"Wir blicken optimistisch in die Zukunft," sagte Nourdin Akaouch im Gespräch mit der BZ. Etwa ein Dreiviertel Jahr lang wurde auch bei der AFT kurz gearbeitet. Bereits im kommenden Monat werde wieder voll gearbeitet für die derzeit 60 Mitarbeiter. Vor drei Jahren waren es noch 120 Mitarbeiter. Die Stammmannschaft zu halten ist dem Geschäftsführer wichtig. Mit den verbliebenen 60 Mitarbeitern sei zwar zehn Prozent weniger Umsatz insgesamt als vorher erzielt worden, doch schreibe das Unternehmen inzwischen wieder schwarze Zahlen. Seit Januar sei die Auftragslage nach der Wirtschaftskrise wieder gut.

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Nordin Akaouch wie auch Heiko Hofmann von der Geschäftsleitung und Monika Thiesing (Betriebsrat) schreiben das nicht zuletzt der vor drei Jahren geänderten Unternehmensstrategie zu. Die Fördertechnik sei vor allem aus der Automobilindustrie entstanden – und zwar weltweit. Nach wie vor sei die Automobilindustrie einer der wichtigsten Kunden, doch habe sich AFT unabhängig davon einen erweiterten Kundenkreis aufgebaut. Die Branchen Logistik, Krankenhaus, Aluminium, Stahl oder auch Textilien spielten dabei eine wichtige Rolle. Das habe geholfen, über die Wirtschaftskrise hinweg zu kommen, sagt Nourdin Akaouch. "Wir verspüren einen Konjunkturaufschwung, was uns froh stimmt", erklärt Akaouch. Wenn dieser Trend anhalte, schließe er nicht aus, dass AFT wieder mehr Mitarbeiter brauche.

Weltweit sind 250 Mitarbeiter für die Firma AFT tätig, insgesamt verzeichnet das Unternehmen international 5000 Projekte. Neben dem Hauptsitz in Schopfheim gibt es einen zweiten Standort in Bautzen mit 70 Mitarbeitern, eine Niederlassung in Wolfsburg und ein Vertriebsbüro in München. Standorte hat das Unternehmen in den Benelux-Ländern, in England, Rumänien, in China, Korea, den USA und in Mexiko. "Überall haben wir Anlagen realisiert", erklärt Geschäftsführer Akaouch. Die 25-jährige Erfahrung des Unternehmens werde eingebracht beim Engeneering und beim Projektmanagement. Vom eigenen Engeneering über die Konstruktion bis hin zur Inbetriebnahme einer Anlage beim Kunden – das alles werde im Haus gemacht.

"Diese 25 Jahre Firmengeschichte haben unsere Mitarbeiter möglich gemacht", weiß Akaouch zu schätzen. Deshalb soll der runde Geburtstag auch intern mit den Mitarbeitern gefeiert werden. Vor drei Jahren sah es nicht danach aus, als würde die Firma den 25. Geburtstag feiern können. Gerhard Brutschin gründete AFT im Jahr 1985 und verkaufte das Unternehmen Im Jahr 2000 an den Schweizer Konzern Kardex-Remstar. Sechs Jahre später fingen die Turbulenzen an. Bei einer Überprüfung hatte der Mutterkonzern gravierende Fehler in der Bewertung von Projekten bei der Schopfheimer AFT ausgemacht, was zu einer Wertberichtigung in Höhe von 20 bis 25 Millionen Euro führte. Als dann noch die Nachricht kam, dass sich Kardex-Remstar von der AFT trennt, kam das Unternehmen schwer in Not. Der einstige Gründer Gerhard Brutschin wollte das Unternehmen zurückkaufen, doch die Verkaufsverhandlungen scheiterten.

Die Münchner Certina-Holding übernahm die AFT-Gruppe und baute die Firma um. In Schopfheim wurden zwar 60 von 120 Stellen abgebaut, dafür schrieb die AFT 2008 wieder ein Plus. Es seien auch nicht alles Kündigungen gewesen, ein Teil der Mitarbeiter habe sich schon vorher nach einer anderen Stelle umgesehen, erklärte Monika Thiesing.

Autor: Marlies Jung-Knoblich