Traumraum Design

Betongestalter aus Hausen bekommen den German Design Award

Lea Rollbühler

Von Lea Rollbühler

Sa, 10. März 2018 um 08:00 Uhr

Schopfheim

Alltagsgegenstände aus Beton sind das Markenzeichen von Tanja und Jarek Nonnast aus Hausen. Dafür wurden sie nun mit einem Designpreis ausgezeichnet.

Mit einem filigranen L-förmigen, spitz zulaufenden Beton-Waschbecken gewannen die Hausenerin Tanja Nonnast und ihr Mann Jarek Anfang Februar den in Frankfurt verliehenen German Design Award. Beide haben vor 15 Jahren im Hebeldorf die Firma "Traumraum Design" gegründet. Verliehen wird der Award vom Rat für Formgebung, eine Stiftung, die als Interessenvertretung für designorientierte Unternehmen arbeitet.

Wer das Haus von Familie Nonnast betritt, merkt sofort, dass es sich hier um Designer handelt, die ein Gespür für eine harmonische Einrichtung haben. Die Materialien und Möbel sind fein aufeinander abgestimmt. Der dunkelbraune Esszimmertisch steht im Kontrast zur Küchenzeile aus Beton. Die unterschiedlichen Materialien, aus verschiedenen Zeiten, ergänzen sich perfekt. Der Beton wirkt hier nicht kühl, wie man erwarten könnte, sondern fügt sich elegant und modern, ganz natürlich in die Einrichtung ein.

Tanja und ihr Mann Jarek Nonnast haben sich mit ihrer Firma auf Designprodukte aus Beton für die Innengestaltung spezialisiert, wie Waschbecken, Küchenzeilen oder auch Schmuckschalen.

Mit viereckigen Pflanzkübeln fing alles an

Tanja Nonnast ist eigentlich eine Quereinsteigerin – viele Jahre hat sie in der Seniorenbetreuung gearbeitet. Gemeinsam mit ihrem Mann, der seit langem in der Innenausbau-Branche tätig ist, fand sie Gefallen an der Vielseitigkeit der Gestaltung mit Beton. Angefangen habe alles mit viereckigen Pflanzkübeln, das sei dann immer komplexer geworden, bis hin zu Duschplatten, erzählt die 38-Jährige. Schließlich kam es zum Bau des nunmehr preisgekrönten L-förmigen Waschbeckens – es ist leicht und filigran lobte die Jury in Frankfurt und verlieh "Traumraum Design By Nonnast" den Design Award. "Wir haben nicht erwartet, einen Award zu bekommen als sie uns anriefen, konnten wir es kaum fassen", erzählt Tanja Nonnast.

Design entstehe aus dem Innersten, erzählt die preisgekrönte Firmenchefin: "Ich schaue mir an, was andere gestalten, aber beim Kreieren befreie ich mich wieder von den Einflüssen." Spielerisch, im Austausch mit ihrem Mann, sei das Waschbecken entstanden. Die Partner ergänzen einander – wie ja auch die Funktion, mit dem Design im besten Falle immer Hand in Hand geht.

Das MAterial bestimmt die Oberfläche

Wie ist nun der Weg vom Angießen des Betonpulvers hin zum fertigen, designpreiswürdigen Waschbecken? Begonnen wird mit einem Negativ in der gewollten Form, dann folgt die sogenannte Schalung – sprich der angerührte Spezialbeton wird ins Negativ gegossen. Dann muss der Beton nur noch trocknen. Geschliffen wird nach der Trocknung meist nichts. Je nachdem mit welchem Material die Schalung durchgeführt wird, entstehen unterschiedliche Oberflächen. Bei einer Glasschalung ist das zum Beispiel eine glänzende Oberfläche.

"Wir haben damals ganz klein angefangen und den Beton mit der Bohrmaschine angerührt", erinnert sich Tanja Nonnast. Einige Zeit sei Beton sehr im Trend gewesen, und sie habe gedacht, dass sich das schnell wieder ändern werde. Doch die Nachfrage nach den Produkten sei groß geblieben. Vor allem die Qualität überzeuge die Kunden, die Arbeitsflächen in der Küche seien eben nicht nur ästhetisch, sondern auch funktionstauglich. "Wir verkaufen mittlerweile europaweit, freut sich Familie Nonnast.