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13. September 2017

"Die Kosten auf dem Radar behalten"

Entwurfsplanung für den Schulcampus findet im Gemeinderat Anklang – nicht einkalkulierte Baupreissteigerungen aber bereiten Sorgen.

  1. So könnte das Gemeinschaftshaus im Inneren aussehen (links) – und so wie im Bild rechts das neue Schulgebäude. Zu erkennen sind die großflächigen Fenster mit ihren einzeln öffenbaren Elementen. Foto: Architekturobüro1 ZT

  2. Foto: Planungsbüro

SCHOPFHEIM. Lobende Worte für die Planung, aber Sorgen um den Kostendeckel: Die Vorstellung des neuesten Stands der Schulcampus-Planung sorgte für etwas gemischte Gefühle im Ratsrund. Grund: Die Kalkulation basiert auf dem Preisindex von 2016, Kostensteigerungen in der Zukunft sind nicht eingerechnet. Mehrere Stadträte warfen ein, dass man darauf jedoch ein Auge haben müsse.

Der Entwurf: Dietmar Moser und Matthias Seyfert vom Architekturbüro 1 ZT GmbH aus Linz stellten den aktuellen Stand der Planung des Schulcampus an der Friedrich-Ebert-Schule (FES) vor. Demnach sei die Entwurfsphase so gut wie abgeschlossen. Wie mehrfach berichtet, untergliedert sich das Vorhaben in fünf Bestandteile. Erstens: den "Rückbau" des bestehenden Schulgebäudes auf seine wichtigsten Funktionen. Zweitens: den Bau eines neuen Schulgebäudes im Westen, der dann von der Friedrich-Ebert-Schule mitgenutzt wird, in den aber auch die Johann-Peter-Hebel-Schule untergebracht wird. Drittens: eine Mensa/ein Gemeinschaftshaus als zentraler Ort des Schullebens. Viertens: Den Bau einer neuen Sporthalle mit Jugendzentrum. Und schließlich neue Außenanlagen. Wie die Architekten ausführten, wird sich beim Hauptgebäude baulich nur geringfügig etwas verändern. Was das neue Schulgebäude betrifft, so wird dieses über einen Verbindungsgang im Obergeschoss mit dem Bestandsgebäude verbunden. Das Raumkonzept sieht moderne "Lernlandschaften" vor. Es gibt zwar Klassen-/Gruppenräume, aber offene Übergänge zwischen Zimmern und Fluren. Überhaupt können die Flure auch für Unterrichtszwecke genutzt werden. Gleichzeitig sind aber auch Rückzugsräume für individuelles Lernen vorgesehen.

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Gelüftet wird nicht mechanisch, stattdessen sind großflächige Fenster vorgesehen, die aus einzeln öffenbaren Elementen bestehen. Eine "CO2-Ampel" signalisiert dabei den Lüftungsbedarf an. Zentraler Ort des Campus aber soll die Mensa/das Gemeinschaftshaus werden. Dazu wird die bestehende Mensa im alten Turnsaal umgebaut, wobei der Stil des Gebäudes erhalten bleiben soll. Hier soll sich das Schulleben – Mittagessen, Freizeit, Veranstaltungen – künftig abspielen. Beide Architekten betonten, dass diese Planung den Kostrahmen von 23,8 Millionen Euro brutto einhalte – wobei die Zahlen jetzt präziser seien als die Schätzungen in der Anfangsphase. Um im Rahmen zu bleiben oder besser gesagt von der zwischenzeitlichen Schätzung von 29 Millionen runterzukommen, seien allerdings so einige Einsparungen erforderlich gewesen. Nächster Schritt nun wird es sein, die Planung so weit fertigzustellen, dass der Bauantrag gestellt werden könne, erklärte Bürgermeister Christof Nitz.

Kostendeckel-Debatte: Gleich mehrere Gemeinderäte wiesen allerdings auf einen Knackpunkt hin: So basiere die Rechnung auf dem Kostenindex von 2016, künftige Baupreissteigerungen seien nicht einkalkuliert. "Das muss man aber auf dem Radar behalten", fordert Peter Ulrich (SPD), schon um gegebenenfalls gegensteuern zu können. Auch Bernd Müller (Grüne) gab zu bedenken, dass die Zahlen schon jetzt nicht mehr aktuell seien. Ähnlich äußerte sich Hildegard Pfeifer-Zäh (Freie Wähler). Bürgermeister Christof Nitz räumte ein, dass tatsächlich keine Preissteigerungen in dieser Rechnung vorgesehen seien. Das sei aber nicht unüblich. Die Planung basiere deshalb auf den Preisen von 2016, weil eben in jenem Jahr auch der Beschluss gefallen sei, das Projekt für 23,8 Millionen Euro brutto oder (20 Millionen Euro netto) zu realisieren. Generell aber werde man "die Kosten ständig im Auge behalten", versprach Nitz – allerdings ließen sich baupreisbedingte Kostensteigerungen bei einem Projekt, das sich über einen längeren Zeitraum hinzieht, nie ausschließen. Ernest Barnet (Grüne) warf hierzu allerdings ein, dass dies gleichwohl "kein Freibrief" sein könne. Barnet lobte die Planung ("da machte es sicher Spaß, als Lehrer zu arbeiten"), bat aber gleichwohl darum, das Vorhaben noch auf weitere Einsparpotenziale abzuklopfen.

Autor: André Hönig