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11. August 2015

Die Problematik nimmt weiter zu

Immer mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kommen in den Landkreis Lörrach.

  1. Junge Flüchtlinge bei ihrer Registrierung. Foto: dpa

SCHOPFHEIM (mj/BZ). Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF), die im Landkreis Lörrach ankommen, wächst. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster und der innenpolitische Sprecher Stephan Mayer erfuhren am Montag beim Besuch in der Michael-Gemeinschaft, einer Jugendhilfeeinrichtung in Schopfheim-Schweigmatt, dass es im Jahr 2013 40, ein Jahr später 125 und im ersten Halbjahr 2015 bereits 84 UMF seien. Auch wenn dem Landkreis der Großteil der Kosten für die Flüchtlingsaufnahme erstattet wird, belasteten die Personalkosten, erklärte Gerhard Rasch, Leiter Soziale Dienste im Landratsamt.

Die minderjährigen Flüchtlinge kommen in erster Linie aus Ost- und West-Afrika. Schuster und Mayer merkten generell an, dass die Schlepper-Kriminalität bekämpft werden und Asylverfahren im Interesse aller zügiger verlaufen müssten.

Die Asylpolitik stand dieser Tage auch im Mittelpunkt der letzten Sitzung der Lörracher CDU-Kreistagsfraktion vor der Sommerpause. Vorsitzender Paul Renz bezeichnete die Unterbringung von Flüchtlingen als derzeit größte Herausforderung. Die Landkreise seien mit der Unterbringung überfordert. Dank gelte den Städten und Gemeinden, die dem Landkreis sehr kooperativ bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten zur Seite stünden. Nach wie vor liege der Anteil aus den Westbalkanländern bei gut 40 Prozent. Wenn festgestellt werde, dass Personen kein Anrecht auf Asyl in Deutschland haben, könnten diese nicht weiter aufgenommen werden. "Sonst überfordern wir die Beteiligten." Für diesen Menschen muss nach Ansicht der CDU-Kreisräte über die Asylanträge innerhalb weniger Wochen entschieden und die Abschiebung verfügt werden. Für Menschen, die mit einem Asylrecht kommen, müsse verlässlich und möglichst am Tag ihrer Ankunft mit der Integration begonnen werden. "Diesen Menschen müssen wir Perspektiven anbieten." Gudrun Heute-Bluhm, Hauptgeschäftsführerin des baden-württembergischen Städtetages, bezeichnete die Ergebnisse des Asylgipfels der Landesregierung als Schritt in die richtige Richtung.

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Autor: mj