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27. Januar 2012
Ein guter Griff für Geige und Orgel
Duo-Abend mit Ines Then-Bergh und Jörn Bartels in der evangelischen Stadtkirche besticht mit virtuosem Zusammenspiel.
SCHOPFHEIM. Mit einem Duo-Abend erster Güte beglückten die Geigerin Ines Then-Bergh und der Organist Jörn Bartels das Publikum in der Schopfheimer evangelischen Stadtkirche.
Dass Christoph Bogon mit der Verpflichtung der ehemaligen Preisträgerin und heutigen Geigerin im Südwestrundfunk-Orchester Ines Then-Bergh und des an der evangelischen Stadtkirche Emmendingen wirkenden Bezirkskantors und Organisten Jörn Bartels einen guten Griff getan hatte, bewiesen die beiden Persönlichkeiten mit Werken aus vier Jahrhunderten. Schon das erste Werk des Abends, die Sonate La Follia, Opus 5, Thema mit Variationen des Italieners Arcangelo Corelli, faszinierte durch den brillanten Ton der Geigerin und das kongeniale Spiel des Organisten auf der Schuke-Orgel im Chorraum.Das ursprünglich als "Sonata a violino e violone o cimbalo" deklarierte Werk sah keine Orgelbegleitung vor. Doch Jörn Bartels gelang es, das hochvirtuose Spiel der Geigerin in der Follia (was eigentlich Verrücktheit bedeutet) angepasst zu begleiten. Die Violinistin beherrschte die von Corelli geforderte Technik souverän. Beim folgenden Werk, der Sonata II in A-Dur, BWV 1015, von Johann Sebastian Bach, aus den Sechs Sonaten für konzertierendes Cembalo mit Solovioline, hatte Bach – im Gegensatz zu früheren Werken für Basso-Continuo-Begleitung – die rechte Hand auf dem Orgel-Manual aufgewertet und ihr somit eine solistische Sonderaufgabe zugeteilt. Das bewirkte nun nicht nur eine Begleitung durch die Orgel an vielen Passagen, sondern eine Dominanz der "Königin der Instrumente", wodurch die Violine in weiten Passagen im Chorraum akustisch übertönt wurde. Dieses Problem bestand durchaus nicht bei den Stücken, die von der Empore herab mit Begleitung der Voit-Orgel erklangen. Zuvor hatte die Meistergeigerin Ines Then-Bergh mit der viersätzigen Solo-Sonate Nr. 1 des Franzosen Benjamin Godard einen weiteren Beweis ihres geigerischen Könnens gegeben. Hier bestachen die Technik, die saubere Intonation, die mustergültige Phrasierung und der bezaubernde Geigenton.
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Von der Empore herab entfaltete sich sowohl der Klang der romantisch ausgerichteten Voit-Orgel mit Jörn Bartels als auch der Geigenton in einer Transparenz, die das Auditorium beglückte. Ruhige Tempi bot die "Romance", Opus 24, des Schweden Otto Olsson. Zum Schluss erklangen von dem im liechtensteinischen Vaduz geborenen und in München berühmt gewordenen Komponisten Josef Gabriel Rheinberger aus den Sechs Stücken, Opus 150, drei Stücke, die mal ruhig und besänftigend, aber auch höchst bewegt (Gigue) erklangen und faszinierten.
Es war ein Duo-Abend höchster Qualität in der vor 120 Jahren eingeweihten Stadtkirche.
Autor: Georg Diehl
