"FES ist eine Leistungsschule"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 10. Januar 2019

Schopfheim

SPD-Landtagsabgeordneter Stickelberger besucht die Friedrich-Ebert-Gemeinschaftsschule (FES).

SCHOPFHEIM (BZ). Die Friedrich-Ebert-Schule (FES) gehörte 2012 zu den ersten 34 Schulen im Land, die als Gemeinschaftsschule starteten. Wo die Schule jetzt steht, erläuterten Rektorin Claudia Droste-Acocella und Konrektor Günter Fischer dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger und SPD-Gemeinderatsfraktionschef Artur Cremans.

Wie mehrfach berichtet, haben im vergangenen Schuljahr die ersten Klassen ihren Realschulabschluss gemacht. Darunter seien auch Schüler gewesen, die diesen Abschluss ohne die spezifischen Lernformen einer Gemeinschaftsschule nicht geschafft hätten. Dennoch sei die FES in den Eingangsklassen von der Dreizügigkeit in die Zweizügigkeit gerutscht. "Wir müssen den Eltern das Vertrauen geben, dass die Gemeinschaftsschule eine Leistungsschule ist, an der ihre Kinder den Realschulabschluss machen und auch den Anschluss an die beruflichen Gymnasien schaffen können", wird Droste-Acocella in der Pressemitteilung zitiert.

Die Stadt als Schulträger unterstütze die Schule sehr gut. "Für uns hat man bei der Stadt immer ein offenes Ohr", betont Droste-Acocella. Dies bestätigte auch Cremans. Keine Frage sei daher auch, dass der wachsende Bedarf aller Schularten an Schulsozialarbeit seitens der Stadt unterstützt werde. Umso mehr bedauere Stickelberger, dass sich "das Land aus der ursprünglichen Drittelfinanzierung der Schulsozialarbeit verabschiedet und seinen Finanzierungsanteil gedeckelt hat". Gut unterstützt werde Droste-Acocella auch von ihrem Konrektor und dem engagierten Kollegium. "Wir haben keine zugewiesenen Lehrer, sondern nur solche, die aus Überzeugung an einer Gemeinschaftsschule sind." Auch die Kooperation mit dem Schulamt bewertet die Rektorin positiv. Die Lehrerversorgung sei gut, reiche aber grundsätzlich an allen Schulen nicht. Insbesondere fehlen wie überall im Land Sonderpädagogen.

Die zunehmende Heterogenität der Schüler stelle die Schule vor Herausforderungen. Die Sprachvorbereitungsklassen seien daher ebenso ein großes Thema wie die Vermittlung von Praktika für Schüler, die keine oder geringe Deutschkenntnisse haben. Dringenden Handlungsbedarf sieht Droste-Acocella bei den Rektorenstellen. Das Problem sei "zu viel Unterrichtsverpflichtung bei zu schlechter Bezahlung". Stickelberger sieht darin auch die Ursache dafür, dass sich immer weniger Lehrer auf Schulleiterstellen bewerben. Hier sei die grün-schwarze Landesregierung in der Pflicht. Als Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Digitalisierung interessierte sich der SPD-Abgeordnete besonders für die Ausstattung der Schule mit digitaler Infrastruktur. Auch hier sei die Stadt sehr aktiv, bestätigten Droste-Acocella und Cremans. Aber, so die Rektorin, "die Mittel reichen nicht aus, um die Schule auf den aktuellen Stand zu bringen". Stickelberger sieht hier nicht die Stadt, sondern das Land in der Pflicht.