Frischer Sound unter freiem Himmel

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 25. Juli 2017

Schopfheim

Beim Jugendorchester-Treffen in Fahrnau präsentierten sich die Nachwuchsmusiker in glänzender Spiellaune.

SCHOPFHEIM. Frischer Bläsersound unter Sonnenschirmen und gut gelaunte junge Musikerinnen und Musiker mit coolen Sonnenbrillen, bunten T-Shirts und Jeans: Das Jugendorchester-Treffen auf dem Platz vor der Villa Musica in Fahrnau ging am Sonntag in locker-entspannter Atmosphäre über die Freilichtbühne.

Als Gastgeber hatte die Jugendkapelle Hausen-Fahrnau drei Gastkapellen aus Schopfheim, Zell und Herten zum Open-Air-Konzert eingeladen. Drei Stunden lang konnten die Zuhörer abwechslungsreiche Auftritte der Blasorchester-Jugend aus der Region genießen und staunen, wie gut aufgestellt und klanglich fit sich die Nachwuchs-Bläser präsentierten.

Neben dem facettenreichen Musikspektrum standen auch die Begegnung zwischen den Jugendkapellen im Zentrum. "Es ist eine schöne Sache, dass die Jugendorchester auch ihre eigene Veranstaltung haben", sagte Jugendleiter Adrian Vogt vom gastgebenden Musikverein Fahrnau, der sich zusammen mit Katharina Trefzer um den reibungslosen Ablauf kümmerte. Zum Auftakt stellte sich das neu gegründete Jugendorchester der Stadtmusik Zell "Game of Tones" unter Leitung von Markus Götz vor. Die motivierten jugendlichen Musiker hatten auch Stücke ihres Dirigenten im Notengepäck: In "Make Music" aus der Feder von Götz ließen sie mit dynamisch differenziertem, effektvollem Bläserklang und ansteckend guter Spiellaune aufhorchen. Die Pop-Ballade "Never forget your friends" von Götz ging im geschmeidigen Sound wunderbar ins Ohr. Natürlich durfte auch das Lieblingsstück der Götz-Schützlinge nicht fehlen: die Titelmelodie aus der Fantasy-Serie "Game of Thrones", eine Melodie mit dramatischer Steigerung, toll gespielt. Was sie an blitzsauberem Klang und präziser Rhythmik drauf haben, zeigten die jungen Zeller in vier Stücken mit Marschthemen von John Williams aus Filmen wie Indiana Jones und Stars Wars. Mit dem fröhlich beschwingten Stück "Happy" und einer mitreißenden rockigen Zugabe animierte "Game of Tones" die Leute zum Mitklatschen.

Bekannte Stücke in flotten Arrangements hatte die Jugendkapelle des Musikvereins Herten unter Leitung von Georg Schanz mitgebracht. Die jugendlichen Gäste machten mit Elton Johns "Crocodile Rock" gute Laune, gefolgt von dem Filmmusik-Hit "Pirates of the Caribbean". In einem "Best of Queen"-Medley führten die Nachwuchsbläser vor, dass sie Rockklassiker wie "We will rock you" effektvoll rüberbringen können. Nach Pop-Titeln wie "Just Dance" von Lady Gaga und "Rolling in the Deep" von Adele spielten die Hertener ein Stück im Gedenken an den kürzlich verstorbenen Sänger der Band "Linkin Park". Mit der Zugabe "Viva La Vida" von Coldplay rundeten sie ihren gelungenen Auftritt ab.

Beste Werbung für die junge Blasmusik-Szene

Vielseitig im Repertoire, mit schönen, fein ausgehörten Bläserfarben und rhythmisch akzentuiertem Spiel nahm die Jugendkapelle des Musikvereins Fahrnau und der Hebelmusik Hausen die Gäste für sich ein. Ob "Clocks" von Coldplay, Filmmusik oder Pop-Nummern: Der junge Dirigent Dominik Hoyer achtete auf gut ausgehorchten Klang und prägnantes Rhythmusgefühl an den Bläserpulten und in der Perkussion. In dem Latin-Rock-Stück "Smooth" von Carlos Santana brachte die Jugendkapelle den heißen rhythmischen Sound toll zur Wirkung. Auch in der Pop-Nummer "Shake it off" von Taylor Swift und Adeles "Rolling in the Deep" (in einer anderen Version, als es die Hertener vorher gespielt hatten) konnte die Jugendkapelle Hausen-Fahrnau überzeugen. Sogar eine mit kernigem Klang und rhythmischer Verve gespielte Polka hatte sie zu bieten, und in "Baba’s Reggae Rock" legten die jugendlichen Musiker fetzigen Schwung und Bläserverve vor.

Zum Abschluss wartete das Jugendorchester der Stadtmusik Schopfheim unter Leitung von Ingo Ganter mit sattem Blech, nuancenreichen Holzbläserfarben und starker Perkussion auf. Mit der Titelmelodie aus der Krimiserie "Hawai Five O" starteten die Schopfheimer gleich fulminant. Funkelnd im Sound klang das Jazz-Stück "Mercy, Mercy, Mercy". In dem Latin-Hit "Besame Mucho" in einem Arrangement von Markus Götz begeisterte der 20-jährige Flügelhorn-Solist Philipp Grether mit einschmeichelndem Klang und gefühlvollem Spiel. Rhythmisch geschmeidig, raffiniert in den Bläsereffekten und voller Drive spielte das Jugendorchester "Caravane" von Duke Ellington. In der irischen Nummer "Lord of the Dance" hatte man in den rhythmisch rasanten Passagen förmlich die Stepptänzer vor Augen. Packend in der Dynamik gespielt war auch der "Final Countdown", und natürlich ließen sich die qualitativ hochklassig und in zündender Spiellaune aufspielenden Jungmusiker gerne zu einer Zugaben-Kür überreden am Ende dieses Konzerts, das beste Werbung für die junge Blasmusik-Szene und die hervorragende musikalische Jugendarbeit war.