Premiere für die Turnerschaft Langenau

FSJ wird offiziell anerkannt

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

Fr, 02. Juni 2017 um 16:11 Uhr

Schopfheim

Die Turnerschaft Langenau wird offiziell als Einsatzort für ein Freiwilliges Soziales Jahr anerkannt. Zwei Grundschulen sitzen mit im Boot.

SCHOPFHEIM. Premiere bei der Turnerschaft Langenau, aber auch bei der Grundschule Langenau und bei der Max-Metzger-Schule: Mit dem neuen Schuljahr 2017/18 wird mit dem 17-jährigen Magnus Männer erstmals ein junger Mann als Absolvent eines "Freiwilligen Sozialen Jahres – Sport und Schule" (FSJ) Bestandteil des Trainings- und Stundenplans, der 38,5 Wochenstunden umfasst, von dem der Sportverein zu 30 Prozent und die beiden Schulen mit zusammen 70 Prozent profitieren werden.

Schulen und Verein – und natürlich auch der erfolgreiche Triathlet der Turnerschaft (TSch), Magnus Männer aus Zell, – betreten ab Mitte April Neuland. "In unserem Land", bemerkt Hubert Klemm ein wenig stolz, "gibt es noch keinen Verein, der so etwas gemacht hat. Wir sind die ersten." Auch deshalb habe es in der Bewerbungs- und Vorbereitungsphase "jede Menge Arbeit und viel Lauferei" gegeben. Am Mittwoch stellten die Verantwortlichen "ihr" Projekt vor und erzählten, dass die Idee dazu in der Sportlerfamilie Männer geboren wurde. Triathlon-Abteilungsleiter Thomas Möller habe sie aufgegriffen, im Verein vorgestellt und quasi offene Türen eingerannt.

Hubert Klemm bekannte zwar, dass er zu Beginn nicht mit einem Erfolg seiner Bewerbung beim Land Baden-Württemberg gerechnet habe, "weil unser Verein ja nicht gerade der größte im Land ist". Dennoch stiegen gleich alle, auch der Hauptverein und nicht zuletzt die Schulleitungen in Langenau (Hermann Merath) sowie in Schopfheim (Eva Skrypnik) sofort mit ins Boot. Denn: "Selbstverständlich steht die Schulbehörde hinter solchen Projekten", betonte Hermann Merath.

Tätigkeit: Alles, was mit Sport und Bewegung zu tun hat

Schließlich falle in den Aufgabenbereich eines Jugendlichen, der sich für ein soziales Jahr freiwillig verpflichtet, im Sportverein und an den Schulen alles, was mit Sport oder Bewegung, der Organisation, Administration und der Theorie zu tun hat, die damit verbunden ist. Arbeiten darf Magnus Männer überwiegend bei den Triathleten. Aber seinen Dienst verrichtet er im Hauptverein, den Andrea Volk vertritt. Dort wird er mit der Vereinsorganisation vertraut gemacht, darf Führungsaufgaben kennenlernen, wenn er in einem Vorbereitungskurs unter den Fittichen des DSB und des Landes auf seinen "Job" vorbereitet wurde, den Hubert Klemm und Andrea Volk für nicht ganz so einfach halten, "wie es vielleicht aussieht". Dann haben die Schulen zusammen rund 20 Stunden Sportunterricht auf dem Plan, den der junge Mann – begleitet von einer Lehrkraft – ebenso zu bewältigen hat wie Arbeitsgruppen, Projektwochen und Theorie. Das riecht nach Arbeit. Zumal vor allem die Max-Metzger-Schule ihre 260 Schützlinge ganztags unterrichtet. Daher sei es besonders wichtig, auch nachmittags etwas zu machen, erklärte Rektorin Eva Skrypnik. Der Unterricht, aber auch die Pausengestaltung und die Arbeit in den AGs müssen vorbereitet und geplant werden. Orga, Training und Wettkampfbetreuung runden die Aufgaben von Magnus Männer aus Zell-Adelsberg ab, der zwar 28 Tage Ferien hat in diesem Jahr, sonst aber auch an Wochenenden im Verein gefordert sein wird.

"Ich freue mich auf die Arbeit. Es macht sicherlich Spaß", strahlt er. Immerhin ist ein großer Wunsch von ihm in Erfüllung gegangen: Er darf das FSJ in dem Verein, in dem er seine tolle sportliche Laufbahn als kleiner Junge begonnen hat, ableisten. Das sei ganz und gar nicht selbstverständlich, sagt dazu Hubert Klemm und betont: "Es ist keinesfalls gewährleistet, dass man das Personal bekommt, das man haben will. Man bewirbt sich und bekommt dann einen Jugendlichen zugeteilt." Dass es in diesem Fall so ausging sei ein Glücksfall, meint Klemm, der nun einen aussichtsreichen Kandidaten an seiner Seite weiß, der im Lauf des nächsten Jahres den Trainerschein und den Übungsleiterschein für den Triathlon erwirbt und so den Verein auch nach dem Ende des FSJ als wertvolle Kraft zur Verfügung stehen könnte.

Laut Kultusministerium wirken FSJler "als Bindeglied zwischen Schule und Sportverein und erleichtern die Kooperationen, die auch im Hinblick auf den Ganztagsausbau für beide Seiten immer wichtiger werden".