Geld für Bücher und Hydranten

Monika Weber

Von Monika Weber

Fr, 08. Dezember 2017

Schopfheim

Theodor-Heuss-Gymnasium unterstützt mit Spenden Flüchtlinge in Schopfheim und Behinderte in Argentinien.

SCHOPFHEIM. Gleich doppelte Freude herrschte dieser Tage im Theodor-Heuss-Gymnasium (THG). Anlass war die Spendenübergabe von jeweils 1450 Euro an den Asylhelferkreis Schopfheim-hilft und den Freundeskreis Granja El Ceibo, der die gleichnamige argentinische Einrichtung für Behinderte unterstützt. Das Geld stammt aus den Einnahmen vom Tag der offenen Tür des THG kurz vor den Sommerferien. Dabei kamen 5800 Euro zusammen.

Die Hälfte davon wird für die genannten sozialen Zwecke verwendet. Der andere Teil wird für neue Fahrradständer am Gymnasium eingesetzt, ein Projekt, das von den Eltern initiiert wurde. Zwar stehe auch noch ein zweites Holzrondell für den Schulhof auf der Wunschliste, jedoch ständen an der betreffenden Stelle derzeit noch die Unterrichtscontainer. Als Spendenempfänger werden stets solche Projekte, Vereine oder Einrichtungen ausgewählt, die etwas mit der Schule zu tun haben und bei denen das Geld vollständig dort ankommt, wo es gebraucht wird und dies ohne Abzug von Verwaltungskosten, erklärte Markus Manfred Jung. Die argentinische Granja El Ceibo erhielt bereits mehrfach Spendengelder aus Sponsorenläufen am THG. Die Einrichtung wurde vor 30 Jahren auf einem alten Bauernhof von Hans-Gerd Wiesner gegründet, um behinderten Jugendlichen ein Zuhause zu geben. Richard Blatter, Zweiter Vorsitzender des Freundeskreises, der mit Hans-Gerd Wiesner in engem Kontakt steht, bedankte sich für die jahrelange Unterstützung. Genau könne er zwar nicht sagen, wofür das Geld verwendet werden soll, jedoch gebe es viele Träume, was man noch alles machen wolle, sei aber im Moment froh, dass man bei der hohen Inflationsrate das Bestehende gerade halten könne.

Wegen verschärfter Brandschutzauflagen müssten jetzt vier Hydranten gebaut werden. Höchstwahrscheinlich würde das Geld dafür verwendet. Ohne Spenden durch den Freundeskreis wäre der Fortbestand der Einrichtung nicht möglich, sagt Blatter. Mit den 60000 bis 62000 Euro, die jährlich über den Freundeskreis an die Granja geschickt werden, decke man etwa 30 bis 35 Prozent des Gesamtetats ab. Zwar hielten sich die Zuschüsse der Einrichtung durch den argentinischen Staat in Grenzen, doch sei die Anerkennung stetig gewachsen, so dass sie jetzt als Praktikumsplatz für Sozialarbeiter und Pädagogen gilt. Auch kann das freiwillige soziale Jahr für Jugendliche aus Deutschland dort absolviert werden, was in der Vergangenheit auch bereits einige Schulabgänger des THG genutzt hatten, um dort vor Ort zu helfen. Hans-Gerd Wiesner veranstaltet als ausgebildeter Koch Kochevents für wohlhabendere Argentinier, um auch selbst zum Unterhalt beizutragen. Frauen aus den Armenvierteln zeigt er ohne finanzielle Gegenleistung, wie man mit wenigen Mitteln gesunde Mahlzeiten zubereitet.

20 hilfebedürftige Menschen wohnen auf der Granja.

Etwa 20 hilfebedürftige Menschen wohnen auf der Granja. Dazu kommen auch Menschen zur Tagesbetreuung. Mittlerweile finden auch Kinder und Jugendliche aus den nahen Armenvierteln hier nachmittags einen Zufluchtsort. Über zehn Mitarbeiter und Fachkräfte sind vor Ort im Einsatz.

Für Schopfheim-hilft war Sigrid Votel zur Spendenübergabe gekommen. Gegründet wurde diese Initiative im November 2015, als auch in Schopfheim eine größere Anzahl Flüchtlinge untergebracht werden musste. Von den ehemals über 200 Helfern ist etwa ein Viertel noch aktiv. Verschiedene Projekte wurden bislang realisiert, wie beispielsweise die Fahrradwerkstatt oder der Nähtreff, auch konnte einigen Kindern das Ferienprogramm ermöglicht werden.

Hauptanliegen sei jedoch der Sprachunterricht. Mittlerweile könnten die Flüchtlinge sich schon gut verständigen und hätten im Gespräch ihre Scheu verloren. "Es hakt jedoch beim Schreiben", so Sigrid Votel, so dass noch Unterstützung bei den schriftlichen Arbeiten der Ausbildung oder bei der Hausaufgabenbetreuung notwendig wäre. Die Spende würde da auch für Bücher im Deutsch-Unterricht eingesetzt, wofür der Helferkreis sehr dankbar sei. Allerdings sei der Bedarf für eine solche Nachhilfe sehr groß und es fehle auch an freiwilligen Helfern dafür. "Wir sind dankbar für jede helfende Hand", versichert sie und fügte hinzu, dass die Flüchtlinge für einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt auch Bastel- und Näharbeiten angefertigt hätten, so dass sie auch selbst auch etwas tun würden. Froh ist man beim Helferkreis um die Kontakte zum Arbeitskreis (AK) Integration, der als Verein auch die Spenden für die Flüchtlingshilfe annehmen kann.

Schulleiterin Claudia Tatsch freute sich, dass man als Schule die beiden sozialen Projekte unterstützen kann.