Kein "stürmisches Wachstum" trotz Erfolgsgeschichte

Marlies Jung-Knoblich

Von Marlies Jung-Knoblich

Mo, 24. November 2014

Schopfheim

Seit 25 Jahren besteht das Familienunternehmen ETU / In Schönau fing 1989 einmal alles an / Wachsende Auftragslage.

SCHOPFHEIM (mj). Allen Grund zum Feiern hat die Firma ETU, Spezialistin für die elektrische Energie- und Automatisierungstechnik in Schopfheim. Seit 25 Jahren ist das mittelständische Familienunternehmen erfolgreich auf dem Markt. "Verankert in der regionalen Wirtschaft, wie führender Pharma-Unternehmen und Weltmarktführern im Anlagen- und Maschinenbau, treten wir als Technologie- und Entwicklungspartner mit Branchenlösungen für verschiedene Branchen auf, was uns eine gute Marktposition ermöglicht", sagte Jürgen Bläsi, der 2005 als Geschäftsführer in die ETU GmbH eintrat. Bis dahin hatte sein Vater Johannes Bläsi die Geschäftsfäden in der Hand.

Während einer kleinen Feierstunde erzählte Gründer Johannes Bläsi, wie es 1989 begann. Gegründet wurde die Firma in Schönau. Wegen Großaufträgen richtete das Unternehmen eine "Zweigstelle auf Rädern, nämlich in einem Bauwagen" in Istein ein. Der Grund: "Wegen der Gewerbesteuer mussten wir vor Ort sein", erzählte Johannes Bläsi. Erst einige Jahre später habe ETU dann eine feste Bleibe in Istein gefunden. In einer ehemaligen Schraubenfabrik in Efringen-Kirchen zog ETU bei wachsender Auftragslage 1992 ein. Da aber der "Ölgeschmack" nicht verschwinden wollte, begann die Standortsuche von neuem.

Fündig wurde die ETU GmbH 1993 in der Hohe-Flum-Straße in Schopfheim. Aller Anfang sei schwer gewesen, erzählte Johannes Bläsi. Anfangs seien Kunden verloren gegangen, aber schon bald seien neue hinzugewonnen worden. Entscheidend dazu beigetragen habe Sohn Jürgen Bläsi, der nach seinem Ingenieurstudium zunächst als Projekt- und Testingenieur in der Ferne seine Sporen verdiente. Er traf die Entscheidung, die Firma grundlegend zu verändern, was sich im Nachhinein als goldrichtig erwies.

"Gerade aus meinen Erfahrungen bei Vorgängerunternehmen war mir klar, nur mit einer fundierten und sauberen Hardware sind qualitativ hochwertige Automatisierungslösungen und somit erfolgreiche Unternehmen in dieser Branche möglich", sagte Jürgen Bläsi. Er begann mit dem Neuaufbau des Unternehmens, dem Schaltschrankbau und der Montage, modernisierte Entwicklung und Logistik und wurde 2009 Mitglied im Wirtschaftsverband industrieller Unternehmen Baden (WVIB). Heute zählt die ETU GmbH 42 Mitarbeiter und bildet junge Leute aus. Jürgen Bläsi ist stolz auf sein hoch qualifiziertes Team, aber auch auf seinen Vater Johannes Bläsi, der "aus nichts etwas erschaffen hat. Das haben nur wenig im Leben erreicht". Trotz der Erfolgsgeschichte werde kein stürmisches Wachstum angestrebt, sondern ein von qualitätsorientieren Spezialisten angestrebt, so Jürgen Bläsi.

Mit dem Standort Schopfheim habe die ETU eine gute Wahl getroffen, sagte Bürgermeister Christof Nitz, denn die Stadt sei schnell und gut erreichbar. Die Belegschaft könne froh sein, dass die ETU ein familiengeführtes Unternehmen sei. Die Gewerbesteuern kämen nicht zuletzt Kindergärten und Kitas und somit jungen Familien zugute. Zum Glück schlage die demografische Entwicklung (Überalterung) in Schopfheim nicht so voll durch wie in anderen Regionen Deutschlands.

Mit seiner Betriebsgröße sei die ETU ein typisches WVIB-Mitglied, sagte Felix Friedl, Gebietsbetreuer des Wirtschaftsverbandes in seinem Grußwort. Die Firma habe im Verlauf der 25 Jahre gezeigt, dass es auch möglich sei, sich aus Krisen zu befreien und wieder zu wachsen. Stolz könne sie auch auf ihre gute Ausbildungsquote sein. "Wir sind froh, die ETU als WVIB-Mitglied in unseren Reihen zu haben", erklärte Felix Friedl.