Knaschtbrüeder wärmen das Herz

Robert Bergmann

Von Robert Bergmann

Mo, 04. Dezember 2017

Schopfheim

Zahlreiche Schopfheimer kamen zum Benefizkonzert der Weißenberger-Brüder zugunsten der BZ-Aktion "Hilfe zum Helfen".

SCHOPFHEIM. Was soll man da noch säge – oder sagen, je nach alemannischem Zungenschlag? Überwältigend war am späten Sonntagnachmittag der Andrang beim Knaschtbrüeder-Konzert zugunsten der BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen".

Jeannot und Christian Weißenberger präsentierten bei diesem zweistündigen Winter-Open-Air-Konzert ihre neue, gerade erst vor wenigen Tagen erschienene CD "Alles in de Finke". Wem angesichts der kühlen Außentemperaturen vielleicht zunächst noch e weng kalt in den Schuhen war, dem wurde beim Hören vieler alter und zahlreicher neuer Ohrwürmer des längst überregional bekannten Mundart-Duos ganz schnell warm ums Herz. Die meisten Konzertbesucher waren aber ohnehin richtig gut eingepackt zum abgesperrten Platz vor der Geschäftsstelle in der Feldbergstraße gekommen.

Ganz spontan hatten die Weißenbergers erst vor einigen Wochen zugesagt, als André Hönig, Leiter der BZ-Redaktion Wiesental sie bat, der diesjährigen Weihnachtsaktion unserer Zeitung ihre Stimme zu leihen. Die neu herausgekommene CD der populären Mundartsänger bot dafür einen willkommenen Anlass. "Wir sind sehr froh, dass Ihr zugesagt habt", meinte Hönig. Diejenigen, denen mit Hilfe der Badischen Zeitung bei "Hilfe zum Helfen" geholfen wird, "haben oft keine Stimme mehr", erklärte Hönig in einer kleinen Ansprache. Aus dem durch Spenden gefüllten Topf wird unterm Jahr vor allem notleidenden Familien geholfen. Dass die Knaschtbrüeder ein großes Herz haben, zeigten sie im Verlauf des fast zweistündigen Konzerts. Ein Herz für die Heimat, ein Herz für die alemannische Sprache und eben auch für jene, denen das Schicksal die Sprache verschlagen hat: Den Erlös aus zehn CDs, immerhin 150 Euro, spendeten Jeannot und Christian Weißenberger. Beide verzichteten zugunsten von "Hilfe zum Helfen" auf ihre Gage und überreichten außerdem noch einen Umschlag mit knapp 100 Euro, die bei der jüngsten Geburtstagsparty von Jeannot zusammen gekommen waren.

Froh, das waren auch die zahlreichen Gäste. Lange Schlangen bildeten sich am von der Zeitung betriebenen Glühwein-Stand und auch die Würstle blieben nicht lange auf dem Grill. Wer Lust auf Weihnachtliches hatte, konnte sich ein Stück Stollen oder frische Waffeln gönnen.

Viel Applaus ernteten die wortverspielten, teils flott-fetzig, manchmal auch romantisch daherkommenden Alemannensongs der Knaschtbrüeder. Je später der Abend, umso herzlicher wurde der Beifall. Weißenbergers haben es aber auch einfach zu gut drauf, das tiefe Heimatgefühl der Region bei Liedern wie "Mi Heimat" oder "Grenzweg Nr. 3" zu thematisieren und es gleichzeitig liebevoll spöttelnd auf die Schippe zu nehmen. Natürlich darf der Klassiker  "Adelhuse" nicht fehlen, diese Hymne an das Dorfleben ohne Strand. Es wird ergänzt um ein neues Lied über ein "Maidli vo Todtnauberg". Im Song "Sage oder Säge" werden die unterschiedlichen Ausprägungen des Alemannischen in ein fröhliches Lied verpackt. Wer genau hinhört, wird auch das ein oder andere Kritische wider den Zeitgeist heraushören. Die Bauwut im Tal, die Raffgier des Herrn "Diräggter" und manches mehr thematisieren diese Liedermacher. Am Ende – da gibt es noch den lautstark eingeforderten Song "Mikrowelle" – ist der Glühwein alle, der Spendentopf dafür gut gefüllt. So macht Helfen Spaß.