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10. Februar 2012

Leserbriefe

CAFÉ IRRLICHT
Mietvertragswünsche gehen an Realität vorbei
Betrifft: Artikel vom 4. Februar "Mietvertrag mit strikter Auflage". Kommentar: "Kein Spaß mehr".
Ich danke Frau Jung-Knoblich für ihre Sicht durch die "Stadtbrille". Zum Glück kann sich der Gemeinderat am kommenden Montagabend seine eigenen Gedanken über den Wunsch-Mietvertrag für das Café Irrlicht machen. Sie könnten sich überlegen, ob nicht manche Vorstellung über das Ziel hinausschießt, wie zum Beispiel zu verlangen, dass Objekte, wie das öffentlich zugängliche Bahnhofsgelände und der Bereich der gegenüberliegenden VR-Bank, geschützt werden.

Solche Auflagen sind meist nur über private Sicherheitsdienste zu leisten. Selbst für Diskothekenbetreiber hört das Hausrecht, somit eine Eingreifmöglichkeit meiner Information nach, an der Grenze des Mietobjekts auf. Zumindest beim Bahnhofsgelände könnte ja auch die Frage gestellt werden, ob nicht von Seiten der DB eine Absperrungspflicht besteht. Sind öffentlich zugängliche Plätze plötzlich mit einem Versammlungsverbot belegt? Darf sich im angrenzenden Park keine größere Gruppe mehr treffen? Wer bildet mögliches Sicherheits- und Aufsichtspersonal aus? Wer gibt diesen die Kompetenzen einzugreifen? Von den finanziellen Aufwendungen ganz zu schweigen. Und was ist mit jenen Gruppierungen, denen die bloße Existenz des Café Irrlicht ein Dorn im Auge ist?

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Wandschmierereien gegen das Café Irrlicht, sei es am Gebäude selbst oder der unmittelbaren Umgebung, den Irrlichtbetreibern zum Vorwurf zu machen, ist, als ob man das Opfer zum Täter macht. Denselben Gruppierungen ist es jetzt ein Leichtes, durch bloße Anwesenheit – Personenansammlungen – Abmahnungen gegen das Café Irrlicht zu erreichen und somit erneut die Existenz dieses seit 20 Jahren gewachsenen Kulturcafés zu gefährden.

Das Verhältnis zwischen Café Irrlicht und der Stadt Schopfheim war nie wirklich ungetrübt, es gab häufig Auseinandersetzungen.

Doch die Stadt Schopfheim kann stolz sein auf diese lebendigen, neue Ideen entwickelnden, sich engagierenden Jugendlichen. Gebt ihnen weiter eine Chance, das städtische Kulturleben zu bereichern und behindert sie nicht durch Mietvertragswünsche, die an der Realität einer Umsetzungsmöglichkeit vorbeigehen. Kerstin Reisberger, Maulburg

Autor: Kerstin Reisberger, Maulburg