Mit dem "Musik-Exbrass" ans Ziel

Edgar Steinfelder

Von Edgar Steinfelder

Di, 21. November 2017

Schopfheim

Die Xmen-Group hatte Langenaus Halle in ein Bahnhofviertel umfunktioniert und erntete jede Menge Zuspruch von den Gästen.

LANGENAU. Die Sensation ist perfekt: Seit Samstagabend hat Langenau einen Bahnhof und ist sogar Haltepunkt für den berühmten Glacier-Express. Bahnhofsbetreiber ist die Guggenmusik "Xmen-Group", die für ihr internationales Gugge-Event "Musik-Exbrass" die Langenauer Festhalle zur geräumigen Bahnhofshalle umgerüstet hatte.

Und dort ging schon ab 20 Uhr die Post ab. Hatten sich doch zur offiziellen Eröffnung sieben Guggenmusiken mit ihrer riesigen Fangemeinde angekündigt. Die Meister der schrägen Töne heizten denn auch mit heißen Rhythmen den zahlreichen "Fahrgästen" vor ihrem Reiseantritt gehörig ein. Da verpasste der eine oder andere Reisende sogar in voller Absicht seinen Zug und tanzte und rockte lieber bis nach Mitternacht vor der riesigen Showbühne, wo ihnen abwechselnd die sieben Guggenformationen den schränzermäßigen Marsch bliesen. Und dies natürlich in internationaler Besetzung. So waren die Schweizer Guggen "Ärdwiblischränzer" aus Thürnen, die "Goudhubu-Quaker" aus Aegerten und die "Lyssbachfäger" aus Lyss höchstwahrscheinlich mit dem Glacier-Express im Bahnhof Langenau vorgefahren, während die "Ohrequäler" aus Rheinfelden, die "Albgoischda" aus Hagenbach, die "Ziefägge" aus Efringen-Kirchen und die "Pfuusbagge" aus Eichsel wohl mit dem Wiesentalexpress eintrudelten. Dies konnte man jedenfalls der übersichtlichen elektronischen Anzeigetafel in der Bahnhofshalle entnehmen. Zwischen den herrlichen Kulissen des Langenauer "Bahngeländes" fühlten sich die Besucher sichtlich wohl. So konnte man von allen Seiten nur anerkennende Lobesworte hören. Die nicht nur musikalisch, sondern auch technisch versierten Mitglieder der gastgebenden Guggemusik Xmen-Group hatten in neunmonatiger Bauzeit für die Bahnhofskulissen in ihrer Freizeit hervorragende Arbeit geleistet. Da stimmte wirklich alles.

An den Wänden hingen leuchtende Schlusslaternen, die Signale waren auf freie Fahrt gestellt, am durchgehend geöffneten Fahrkartenschalter konnte man sich zur Stärkung mit Essens- und Getränkebons eindecken, die man dann im Lokschuppen einlösen konnte. Vier junge Damen posierten freudestrahlend vor der originalgetreu nachgebauten Kulisse eines Glacier-Express-Waggons.

Und die Stimmung schwappte immer dann über, wenn eine neue Gugge die als Brandenburger Tor gestaltete Showbühne in Beschlag nahm und mit gekonnt schrägem Schränzen ihre Fans in Wallung brachte. Mit diesem Musik-Exbrass in Langenau hatte die Xman-Group ein Experiment gestartet, das mit seinem originellen Konzept zum absoluten Erfolgsschlager wurde.