NABU sieht weiter Verstoß gegen Artenschutzgesetz

André Hönig

Von André Hönig

Sa, 17. Juni 2017

Schopfheim

Reaktion auf die vom Landratsamt erteilte Absage für einen Baustopp auf den Windräder-Standorten wegen der Waldschnepfe.

GERSBACH/HASEL (hö). Die NABU-Kreisgruppe Lörrach bleibt bei der Waldschnepfe im Bereich des Windparks Hasel dabei: Sie sieht nach wie vor "einen artenschutzrechtlichen Tatbestand ausgelöst". Zum einen durch den Lärm der Baustellenbetreibung bis in die Nacht hinein, der den Ablauf der Balz der Waldschnepfe stört. Zum anderen, weil Nester der Waldschnepfe direkt am Rand der Windräder-Baustelle liegen können, Baustellenbetrieb deshalb zur Folge haben kann, dass Nester aufgegeben werden und Eier absterben. Der NABU widerspricht damit dem Landratsamt Lörrach, das – wir berichteten – einem Baustopp auf den Windrad-Baustellen eine Absage erteilt hat. Auch könne er dem Argument des Landratsamts, dass die Baustelle seit Februar betrieben wird und daher das Vorhandensein der Waldschnepfe ihre Störverträglichkeit belegt, "nicht folgen". Die Baustelle sei ja nicht durchweg in Betrieb gewesen. Zudem sei unklar, ob die lokale Waldschnepfenpopulation nicht sogar vor den Bauarbeiten noch größer war. Windpark-Investor EnBW habe ja das Waldschnepfen-Vorkommen gar nicht untersucht. Die Anordnung der Behörde, dass die EnBW Untersuchungen nachliefern muss, sei zwar "der richtige Weg". Unverständlich sei aber, dass bis dahin "der Baustellenbetrieb auf Hochtouren weiterläuft. Ein Minimum wäre ein Baustopp bis zum Vorliegen der Ergebnisse der Nachuntersuchungen gewesen".