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19. Juni 2010

Nach dem Abi Einsatz für Straßenkinder in Mexiko

Maria Blenich aus Schopfheim engagiert sich sozial in einem armen Land / Das Land nicht als "normale" Touristin kennenlernen.

  1. Maria Blenich wird sich nach dem Abi um Straßenkinder in Mexiko-City kümmern. Foto: Jung-Knoblich

SCHOPHFHEIM (mj). In wenigen Tagen hat Maria Blenich das Abi in der Tasche, am 3. September startet sie dann nach Mexiko-City. Ihr Wunsch war es von jeher, nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, allerdings nicht als "normale" Touristin. Die Menschen und ihre Kultur wird sie elf Monate lang hautnah bei ihrem sozialen Einsatz für Straßenkinder in Mexiko-City erleben. Unterwegs ist sie dort für die Organisation "weltwärts", ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, initiiert und gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Auf ihren Einsatz wird Maria Blenich schon jetzt über Seminare, "die wirklich was bringen", gut vorbereitet.

Die Organisation "weltwärts" nimmt jeden Bewerber(in) genau unter die Lupe. Maria Blenich hatte "gute Karten": Sie hat in der Schule Spanisch gelernt, Grundvoraussetzung, um mit Straßenkindern in Mexiko kommunizieren zu können. Wichtiger: Sie war und ist sozial engagiert. Sie hat sich am Projekt Mahnmal zum Gedenken an die jüdischen Deportierten beteiligt, war in der Schülermitverwaltung aktiv und hat mit Migrantenkindern im SMK in Lörrach mitgearbeitet. "Ehrenamtliches Engagement ist nicht nur hilfreich, sondern Voraussetzung für die Aufnahme," sagte Maria Blenich. Sie musste auch einen Brief in der Landessprache verfassen. Sie arbeite gern mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Deshalb ist sie auch sehr gespannt auf ihre Arbeit. Sie weiß, dass 27,7 Prozent der Kinder in Mexiko Straßenkinder sind. Der internationale Jugendgemeinschaftsdienst (ijgd) von "weltwärts" bietet für diese Kinder Ausflüge, Essen oder auch Kurse an, um sie von der Straße weg zu holen. Im Tagescenter in Mexiko-City können sie ihre Wäsche waschen, basteln und es gebe Bildungsunterricht. "Ich habe einen Mentor in Mexiko und es sind weitere Freiwillige dort. Ich kann mir also jederzeit Rat holen, wenn es klemmt," sagt Maria Blenich. Immerhin habe die ijgd es binnen zehn Jahren geschafft, 800 Kinder von der Straße zu holen.

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Untergebracht wird die Schopfheimerin mit den sechs anderen Freiwilligen aus Europa in einer Wohngemeinschaft. Eigentlich wäre jetzt alles klar, doch eine kleine Hürde gibt es noch: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung trage 75 Prozent der Kosten, 25 Prozent die ijgd. Maria Blenich muss nachweislich monatlich 150 Euro, insgesamt 1600 Euro aus eigener Kraft aufbringen. Dafür sucht sie jetzt Spender. "Auch kleine Beträge helfen weiter," hofft sie auf Unterstützung. Das Geld geht an die ijgd. Der Verein stecke es wiederum in Projekte.

Info: Wer Maria Blenich finanziell unterstützen möchte, kann sie unter Tel. 07622/1581 oder per E-Mail mariablenich@web.de erreichen.

Autor: mj