„Rainbow House of Hope“: Mit vereinter Kraft für Ugandas Jugend

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Mo, 28. September 2015

Schopfheim

In der Mitgliederversammlung von "Rainbow House of Hope" wurde die Bedeutung des Kinder- und Jugendzentrums betont.

SCHOPFHEIM. Intensive Diskussionen bestimmten die Mitgliederversammlung des Vereins "Rainbow House of Hope" (RHU) in der Waldorfschule. Der Verein unterstützt die Arbeit des gleichnamigen Kinder- und Jugendzentrums in Uganda, das Kinder und Jugendliche in schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen durch Aktivitäten und Projekt zu unterstützt.

Großes Thema ist derzeit die Suche nach einem neuen Domizil für das RHU. Das Jugendzentrum ist derzeit am Rande der ugandischen Hauptstadt Kampala angesiedelt, zieht nun aber einige Kilometer stadtauswärts aufs Land. Hintergrund: Viele Bewohner vormaliger Armenviertel sind infolge eines vom Staat aufgelegten Modernisierungsprogrammes gezwungen, sich außerhalb der Stadt, auf dem Land eine neue Bleibe zu suchen, erklärte Vereinsvorsitzende Susanne Fink. Das Rainbow House of Hope muss hier buchstäblich nachziehen, um für seine Zielgruppe, die Kinder und Jugendlichen aus armen Verhältnissen, weiterhin erreichbar zu sein.

Umzug eine Chance zur Qualitätssteigerung

Der Umzug ist eine logistische und finanzielle Herausforderung. Aktuell geht es darum, das nötige Geld zusammenzubringen. Dafür müssen zum einen Spenden gesammelt werden, zum anderen müssen die für derlei Projekte im Rahmen der deutschen Entwicklungshilfe zur Verfügung stehenden Gelder beantragt werden; auf der Versammlung wurden die hier nötigen Schritte besprochen.

Allen Herausforderungen zum Trotz wollen die Vereinsvorsitzenden Susanne Fink und Ulrike Beck das Projekt als Chance zur Qualitätssteigerung begreifen: Zum einen erhalte die Zusammenarbeit zwischen dem ugandischen RHU und den deutschen Partnern durch die gemeinsame Herausforderung eine neue Intensität. Vor allem biete sich im neuen Domizil wesentlich mehr Raum für die künstlerischen, handwerklichen und sonstigen Projekte des RHU.

Der Unterstützerverein hat seinen Sitz zwar in Schopfheim, die etwa 70 Mitglieder indes kommen aus dem ganzen Bundesgebiet und hatten für das Treffen mit ihren Mitstreitern einige Kilometer zurückgelegt. Kein Vergleich indes zu den Besuchern aus Uganda: Als besonders weit gereiste Gäste gaben RHU-Projektleiter Micheal Mwase und Mitarbeiterin Brenda Kawala einen lebendigen Einblick in die Arbeit.

Die Anwesenden verfolgten seine Ausführungen mit großem Interesse, zumal viele die Örtlichkeiten von eigenen Besuchen etwa im Rahmen eines Freiwilligendienst in Uganda kennen. Erstmals war auf der Mitgliederversammlung auch eine junge Uganderin vertreten, die derzeit als Teilnehmerin des Programmes "WiN - Weltwärts in Deutschland" ihrerseits ausgiebige Erfahrungen in Deutschland sammelt. Mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren ist Uganda weltweit das Land mit der jüngsten Bevölkerung, erklärte Susanne Fink und machte damit deutlich, wie wichtig es ist, eben diesen Teil der Bevölkerung nach Kräften zu fördern und dazu zu befähigen, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Indem man hier Perspektiven schaffe, leiste man auch Prävention in Sachen Flucht: "Das ist ein ungeheures Potential an jungen Menschen, die etwas aus ihrem Leben machen wollen – und zwar in ihrer Heimat Uganda."

Die Mitgliederversammlung war Auftakt für eine ganze Reihe an Veranstaltungen, die der Verein unter dem Titel "Africa meets Europe" gemeinsam mit einigen Kooperationspartnern für die kommenden Wochen auf die Beine gestellt hat. Konzerte, Workshops, Filme und Diskussionsrunden sollen Information liefern und zur Aufklärung beitragen, ebenso jedoch über die kulturelle Schiene Brücken zwischen den Kontinenten schlagen.