"Rollis für Afrika" – Anna-Lena möchte helfen

Marlies Jung-Knoblich

Von Marlies Jung-Knoblich

Di, 01. September 2009

Schopfheim

Eine junge Fahrnauerin macht sich auf die Suche nach ausrangierten, funktionstüchtigen Rollstühlen / Bitte um Unterstützung.

FAHRNAU (mj). Die 16-jährige Anna-Lena Kienzler ist Fan der Band Irie Révoltés. Zum einen wegen der Musik, gepaart mit intelligenten Texten, zum anderen wegen des sozialen Engagements der Gruppe. Am Sonntag, 20. September, spielt die Band im Freiburger Jazzhaus. Bei der Konzertankündigung fiel Anna-Lena folgender Satz auf: "Aufgepasst: Wer einen Rollstuhl spendet, erhält freien Eintritt". Der Grund: Die Band Irie Révoltés unterstützt den Verein "Rollis für Afrika", den sie selbst mitbegründet hat. Anna-Lena Kienzler wurde im Internet fündig, was es mit dem Projekt auf sich hat und möchte es auf ihre Weise unterstützen. Nicht wegen des freien Eintritts ins Konzert, das sie in Freiburg besuchen möchte, wie sie betont, sondern wegen der guten Sache. Male Élevé von der Band und sein Kumpel Estevan, der selbst im Rollstuhl sitzt, haben das Projekt "Rollis für Afrika" ins Leben gerufen. Sie bauen dabei auf persönliche Kontakte und sammeln Hilfsmittel wie Rollstühle oder Gehhilfen, die nicht mehr benötigt werden und bringen sie in den Senegal. Ziel sei es, behinderte Menschen dort zu unterstützen und dazu beizutragen, dass sie im Rolli wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Im Senegal selbst werden keine Rollstühle produziert, Betroffene sind nicht vermögend genug, um sich Hilfsmittel anschaffen zu können.

"Eine gute Sache", meint Anna-Lena Kienzler, die sie unterstützen möchte. Möglicherweise, so ihre Überlegung, gibt es ja auch in Schopfheim und Umgebung ausrangierte funktionstüchtige Rollis, die nutzlos in der Ecke stehen. Wer so einen ausgedienten Rollstuhl hat, kann sich mit Anna-Lena Kienzler in Verbindung setzen. Sie wird sie dann zum Konzert nach Freiburg mitnehmen und dem Projekt "Rollis für Afrika" spenden.

Marion Kienzler, die in den Pfarrämtern Fahrnau und Hausen für die evangelische Kirchengemeinde tätig ist, unter stützt ihre Tochter. Auch sie hat die Band Irie Révoltés inzwischen an Konzerten kennengelernt. Ihr gefällt die Musik, vor allem aber die Lebensfreude, die die jungen Menschen – sowohl die Band-Mitglieder als auch das Publikum – ausstrahlen. Die Idee, Rollstühle für den Senegal zu sammeln, findet sie gut. "Wir probieren es halt einmal", hoffen Mutter und Tochter auf Unterstützung aus der Bevölkerung.

Kontakt: Wer einen ausrangierten Rolli abgeben möchte, kann sich unter 07622-3381 melden. Infos zum Projekt gibt es im Internet unter http://www.rollis-fuer-afrika.de