Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
09. August 2010 14:50 Uhr
Grosseinsatz
Schwelbrand in Schopfheimer Stadthalle richtet enormen Schaden an
Ein stundenlanger, schweißtreibender Einsatz der Feuerwehr war notwendig, um einen Schwelbrand unter dem Dach der Schopfheimer Stadthalle zu löschen. Das Feuer wurde wahrscheinlich durch Schweißarbeiten ausgelöst.
SCHOPFHEIM. Auf die Feuerwehrleute wartete am Montagnachmittag keine leichte Aufgabe, denn der Schwelbrand ließ sich kaum löschen. Die Löscharbeiten gestalten sich auch deshalb schwierig, da die Wehrleute wegen des Kupferdaches nicht an die Brandherde in der Isolierung kamen. Die Kupferbleche mussten aufgeschnitten werden, um das Feuer zu bekämpfen. Die Arbeiten dauerten mehrere Stunden an.
Die Polizei warnte die unmittelbaren Anlieger der Stadthalle, Fenster und Türen wegen der starken Rauchentwicklung geschlossen zu halten, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Qualm gesundheitsschädlich war. Der Rauch war bis weit in die Stadt hinein zu bemerken. Die Polizei sperrte auch die Durchfahrten an den Brandort ab. Etwa 70 Feuerwehrleute mit 12 Fahrzeugen aus Schopfheim und einigen Nachbargemeinden waren im Einsatz. Stadt- und Kreiskommandant Bernd Schwöble leitete den Einsatz. Acht Fahrzeuge des DRK mit etwa 20 Rettungssanitätern waren ebenfalls an der Brandstelle. Zwei Feuerwehrleute bekamen wegen der enormen Hitzeentwicklung auf dem Kupferdach Kreislaufprobleme. Sie wurden vom Notarzt versorgt.
Werbung
Seit Beginn der Sommerferien laufen in der Stadthalle die Sanierungsarbeiten. Bis Ende der Sommerferien sollten sie eigentlich abgeschlossen sein. Daraus wird aber wohl nichts, denn die Stadthalle habe ohne Zweifel "erheblichen Sachschaden" erlitten, erklärte Bürgermeister Christof Nitz. Veranstaltungen, die bis Dezember in der Stadthalle vorgesehen seien, könnten dort mit Sicherheit nicht stattfinden. Ersatz müsse gesucht werden. "Am Wichtigsten ist, dass keiner zu Schaden kam, alles andere ist reparabel," meinte Christof Nitz. Die Gebäudeversicherung sei bereits informiert worden. Nach Angaben der Polizei beträgt der Schaden mehrere Hunderttausend Euro.
Bis zum frühen Nachmittag habe sich der Brand unterm Dach nochmals ausgeweitet, hatte Beigeordneter Ruthard Hirschner beobachtet. Die Feuerwehr habe mit Löschschaum gearbeitet, um das Feuer, das immer wieder einmal auch offene Flammen schlug, zu ersticken.
Vor 20 Jahren sei für die Deckendämmung Stahlwolle und Styropor verwendet worden, was im Brandfall keine gute Mischung sei. Im Inneren der Stadthalle tropfe alles, alles sei verqualmt und verrußt. Auch das Restaurant "Markgrafen" sei in Mitleidenschaft gezogen worden, meinte Ruthard Hirschner.
Die Bibliothek hatte nichts abgekriegt, vorsorglich wurden aber die Computer ins Trockene gebracht. Die Untersuchungen müssten abgewartet werden, dazu gehöre auch der Brandsachverständige, der in solchen Fällen immer hinzugezogen werde, so Hirschner. Hirschner befürchtet hinsichtlich der Kosten das Schlimmste. Wegen des zu erwartenden hohen Sachschadens hat die Kriminalpolizei Lörrach die Ermittlungen übernommen, teilt die Polizei mit.
- Weitere Polizeimeldungen aus ganz Südbaden
- Dossier: Das ABC der Feuerwehr-Begriffe
Autor: Marlies Jung-Knoblich und Robert Bergmann, aktualisiert um 17.45 Uhr
