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22. Januar 2010
Skater fühlen sich ausgebremst
Vom Konzept bis zum Bauantrag steht alles – gewartet wird nur noch auf den öffentlich-rechtlichen Vertrag aus Lörrach.
SCHOPFHEIM. Auch wenn momentan Schnee geschippt werden muss und es viel zu kalt ist, um ans Skaten im Freien zu denken, drängt die Zeit. Dabei sind die Rahmenbedingungen für den Ersatzstandort in Gündenhausen, auf dem eine neue Skateranlage aufgebaut werden soll, aus Schopfheimer Sicht eigentlich geklärt.
Bekanntlich musste die Skateranlage im Oberfeld der Schlattholz-Bebauung weichen, die Pläne für einen Generationenpark (inklusive Skateranlage) wurden zeitlich verschoben. Deshalb ist das ebenfalls ausgegliederte Jugendzentrum seit rund einem Jahr in der Hebelstraße angesiedelt und es wurde ein Standort für die Skateranlage als Zwischenlösung gefunden. Sven Kurtz, selbst begeisterter Skater, kümmert sich in engem Kontakt mit der Stadt und dem Streetworker federführend um die Ersatz-Skateranlage. Und eigentlich sei inzwischen alles klar, das Konzept stehe, es gebe keine nennenswerten Einsprüche der Anwohner mehr und die Stadt habe auch keine Einwände mehr. "Der Bauantrag wurde gestellt und bewilligt," erklärte Sven Kurtz. Und dennoch kann noch nicht begonnen werden, denn die Angelegenheit hänge derzeit im Baurechtsamt des Landratsamtes fest.Werbung
Das bestätigte Referatsleiter Jürgen Sänger auf BZ-Anfrage. Der Antrag auf Errichtung einer Skateranlage sei von der Stadt im August 2009 beim Landratsamt in Lörrach eingereicht worden. Da der Ersatz-Standort in Gündenhausen im Außenbereich liege, müsse ein öffentlich-rechtlicher Vertrag geschlossen werden. Mehrmals habe er Kontakt mit dem Baurechtsamt in Lörrach gehabt, um den Vertrag miteinander abzustimmen. Ende Januar, so habe es aus Lörrach geheißen, solle es soweit sein. Ganz glücklich zeigte sich Jürgen Sänger darüber nicht, denn die Zeit laufe ein wenig davon. Die Anlage müsse bestellt werden, bis zur Lieferung dauere es auch eine ganze Weile. Verzögere sich die öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit dem Landratsamt noch länger, könne die Skateranlage vielleicht nicht im Sommer in Betrieb gehen.
"Das Problem ist, dass das Grundstück am Rande eines Gewerbegebiets im Außenbereich liegt und eigentlich nicht genehmigungsfähig ist," erklärte Wilfried Berger, Fachbereichsleiter des Baurechtsamtes im Landratsamt Lörrach auf BZ-Anfrage. Nur mit einem zeitlich befristeten öffentlich-rechtlichen Vertrag bis zur endgültigen Lösung für einen Skaterplatz, könne das Einverständnis ausnahmsweise erteilt werden. Dafür müssten allerdings eine Menge Details im Vorfeld geklärt werden, sagte Wilfried Berger. Es habe seitens einiger Gewerbetreibender größere Bedenken gegeben, weshalb die Stadt gebeten worden sei, mit den Betroffenen Gespräche zu führen. Das sei auch passiert, so Berger. Es müsse in so einem Fall verlangt werden, dass die Stadt Schopfheim einen verbindlichen Ansprechpartner benennt. Auch das sei geschehen. Im Vertrag werde auch geregelt, dass die gesetzlich festgelegten Lärmwerte eingehalten werden. Die erforderlichen Stellungnahmen und Nachweise seien von der Stadt im Dezember da gewesen. Im Laufe des Januars werde der Vertrag geschlossen. "So ein Skateplatz ist im öffentlichen Interesse," machte Wilfried Berger deutlich, dass er den künftigen Nutzern sicher keine unnützen Steine in den Weg legen will. Ganz klar müsse aber sein, dass es sich um eine provisorische Lösung handele. Klar müsse auch sein, dass alles in geordneten Bahnen ablaufen müsse. "Die Stadt muss für den Platz geradestehen. So ein Vertrag sollte also nicht übers Knie gebrochen werden," erklärte Wilfried Berger.
Die skatebegeisterten künftigen Nutzer aus Schopfheim und Umgebung stehen in den Startlöchern. Sven Kurtz kündigte an, dass sich in Kürze ein Verein gründen wird. Etwa 20 bis 25 Skater seien daran interessiert. Damit wollen die Skater auch deutlich machen, dass ihr Hobby kein "Kinderspiel, sondern eine ernstzunehmende Sportart ist." Und: "Dafür werden wir kämpfen."
Autor: Marlies Jung-Knoblich
