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05. September 2011

Sogar eine Königin kam angereist

Die Waldtage in Raich zeigten am Wochenende viele Facetten rund ums Thema Holz / Vorführungen, Erkundungen, Musik und mehr.

  1. Bei Vorführungen wie dieser konnte man spezielle Techniken näher kennenlernen. Foto: Silke Hartenstein

  2. Der Natur auf der Spur: Untersuchungen im „Ökomobil“ Foto: Silke Hartenstein

  3. Hoher Besuch: Landrat Walter Schneider und Baden-Württembergs Waldkönigin Anne Reischmann bei Werner Kuttler von der FBG Kleines Wiesental (von links) Foto: Silke Hartenstein

  4. Holz als universelles Baumaterial: Zur Produktpalette gehören natürlich auch Spielzeug und Dekoration. Foto: fotos: silke hartenstein

RAICH. Im Internationalen Jahr der Wälder fielen die Waldtage im Kleinen Wiesental am Wochenende besonders aufwändig aus. Die Veranstalter Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Kleines Wiesental, das Landratsamt Lörrach und der Forstbezirk Schopfheim legten sich mächtig ins Zeug, und rund um die Lindenhalle in Raich präsentierten 25 Aussteller sich und ihre Angebote.

Dazu kam ein großes Rahmenprogramm mit Exkursion, trinationalem Vortragsabend, Leistungsschau, Sicherheitsvorführungen durch die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, ein Waldgottesdienst, die Prämierung des Fotowettbewerbs zum Thema Wald, ein "Ökomobil" für Kinder, Bewirtung durch die Landfrauen Kleines Wiesental, Feuerwehr und Gesangverein Raich und Musik mit den Steigerburschen und der "Zeller Wildsaumusik".
Zur Eröffnung mit anschließender Podiumsdiskussion (Bericht folgt auf unserer Seite Kreis und Region) kamen viele Besucher, die beruflich mit dem Wald zu tun haben. Auch Baden-Württembergs Waldkönigin Anne Reischmann war aus Wangen im Allgäu angereist. Der Andrang von Besuchern, die nicht vom Fach waren, hielt sich am heißen Samstag in Grenzen. FBG-Vorsitzender Werner Kuttler rechnete für den kühleren Sonntag mit mehr Besuchern.

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"Der Wald betrifft uns alle ganz unmittelbar und ganz existenziell", sagte Landrat Walter Schneider bei der Eröffnung. Wie der Schirmherr der Veranstaltung ausführte, bestehen 50 Prozent des Landkreises und 70 Prozent der Gemeinde Kleines Wiesental aus Wald. Wie Bürgermeister Gerd Schönbett ergänzte, seien 2400 Hektar der insgesamt 5400 Hektar Waldfläche im Kleinen Wiesental in Gemeindebesitz. Somit entwickle sich der Wald zunehmend zum wichtigen Einnahmefaktor. Dies sei auch landesweit der Fall: In Baden-Württemberg bestehe aufgrund der guten Baukonjunktur und der wachsenden Verwendung des Energieträgers Holz eine große Nachfrage, sagt Karl-Reinhard Volz, Moderator der Podiumsdiskussion über nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Im Kleinen Wiesental ist es gut möglich, dass der Energieholzsektor künftig zulegt. Grund dafür ist die angekündigte Schließung der Papierfabrik Albbruck zum Jahresende. Wie der Geschäftsführer der FBG Kleines Wiesental, Michael Meyer-Heisig, im Gespräch mit der BZ ausführte, gehe man nun auf die Suche nach neuen Abnehmern für das sogenannte Schwachholz, das bislang im 35 Kilometer entfernten Albbruck verarbeitet werde. Das Problem: Die nächste Papierfabrik nach Albbruck sei rund 200 Kilometer entfernt. Zudem nehme Albbruck ein Meter lange Stücke Papierholz ab, während die meisten anderen Papierfabriken Stücke erst ab zwei Metern Länge abnähmen.

Guten Anklang fand die 1,3 Kilometer lange Exkursion durch den Wald. Hier informierten Forstrevierleiter des Kleinen Wiesentals, Vertreter der Forstwirt-Ausbildungsstätte Hasel und Forstunternehmer die Besucher, und es gab stattliche Maschinen in Aktion zu sehen. Besonders beeindruckend war die Vollernter-Vorführung: In Windeseile wurden hier Bäume umgesägt und entastet, die gewaltigen Maschinen schaffen 20 bis 50 Bäume pro Stunde. Interessant waren auch die Holzhäckselmaschine und die Wegebaumaschine. Ein Waldarbeiter erklomm zwecks Entastung eine hohe Douglasie, Azubis informierten über Berufe im Forst, und auch zum Wildverbiss gab es eine Station. Unterhaltsame Naturerfahrungen für Kinder bot das "Ökomobil".

Autor: Silke Hartenstein