Votum für den Bürgermeister-Kandidaten

SPD steht geschlossen hinter Thomas Gsell

Marlies Jung-Knoblich

Von Marlies Jung-Knoblich

Do, 15. März 2018 um 12:10 Uhr

Schopfheim

Das Votum der Schopfheimer Sozialdemokraten war einstimmig: Sie werden Thomas Gsell voll unterstützen, der fürs Bürgermeisteramt kandidiert.

SCHOPFHEIM. Das Votum der Mitglieder in der Jahreshauptversammlung war eindeutig: Einstimmig will die Schopfheimer SPD Thomas Gsell als Bürgermeisterkandidaten (wir berichteten) unterstützen. Vor der Abstimmung hatte sich der 57-jährige Schopfheimer kurz vorgestellt und Fragen aus der Runde beantwortet.

Artur Cremans freute sich, dass Thomas Gsell den Hut in den Ring geworfen hat. Diesmal sei die Situation besser als vor acht Jahren, als Thomas Gsell schon einmal fürs Bürgermeisteramt kandidierte, die SPD aber gleichzeitig mit Markus Voeltz einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickte. Dennoch habe Thomas Gsell damals mit 41,6 Prozent gut abgeschnitten, erklärte Artur Cremans. Cremans appellierte an die SPD-Mitglieder, die Kandidatur von Thomas Gsell zu unterstützen, der den Sozialdemokraten nahe stehe trotz des Schönheitsfehlers, kein SPD-Mitglied zu sein.

Für ein Wahlprogramm sei es zu früh, wobei die jetzigen "Dauerbrenner" auch künftig Thema bleiben, erklärte Thomas Gsell auf Nachfrage von Abda Hitz. Für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, ist vielen Sozialdemokraten ein genauso drängendes Anliegen wie für die optimale Versorgung mit Ärzten zu sorgen.

Eine Genossin wollte wissen, wie Thomas Gsell – sollte er zum Bürgermeister gewählt werden – die Rolle des Stadtrats abschütteln kann, denn während der 14 Jahre Gemeinderatsarbeit habe er viele Dinge mit auf den Weg gebracht und mitgestaltet. Als Bürgermeister müsse er seine Sichtweise ändern. "Steckt da nicht auch eine gewisse Befangenheit drin?", wollte sie wissen. "Egal, wer Bürgermeister wird – er oder sie wird die Welt nicht auf den Kopf stellen", sagte Thomas Gsell. Die Entscheidung treffe schlussendlich stets der Gemeinderat, dem sich auch ein Bürgermeister beugen müsse.

Hans-Jörg Klein sprach den geplanten Kita-Bau auf dem Oberfeld-Bolzplatz an und erkundigte sich, ob die Stadt überhaupt das Personal für eine neue viergruppige Kita habe. Vielleicht sollte das vor dem Bau einer neuen Kita geklärt werden? Der Bedarf an Kitaplätzen sei vorhanden, es müsse etwas getan werden, sagte Thomas Gsell. Es bedürfe sowohl einer neuen Kita als auch des Personals. Er vermisse in der aktuellen Diskussion den Hinweis auf die Tatsache, dass der Bolzplatz im Oberfeld erhalten bleibe, sagte Gsell. Bebaut werde lediglich eine Fläche von rund 755 Quadratmetern. "Meine persönliche Meinung ist, dass es dort keine weitere Bebauung geben wird", erklärte Thomas Gsell. Der Bolzplatz sei grundsätzlich ein absolut geeigneter Standort für eine neue Kita.

Die Finanzen der Stadt nahm Hans-Jörg Klein ins Visier, nicht zuletzt die mittelfristige Finanzplanung. Ob er bereits eine konkretere Vorstellung von der Realisierung habe, wollte er von Thomas Gsell wissen. Die Kommunalaufsicht mache die Vorgaben, erklärte Gsell. Der nächste Bürgermeister der Stadt müsse gemeinsam mit dem Gemeinderat einen Weg finden, um diese Vorgaben zu erfüllen. Ein Patentrezept habe er nicht, erklärte Gsell.

SPD-Vorsitzender Peter Ulrich ließ die Mitglieder abstimmen: Einstimmig votierten sie dafür, die Kandidatur von Thomas Gsell zu unterstützen. Der freute sich sichtlich darüber: "Es ist eine tolle Sache, wenn man so viel Rückhalt hat", meinte er.