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21. Mai 2011 19:32 Uhr

Modenschau in der Stadthalle

Textilschüler präsentieren eigene Ideen

"Gegensätze ziehen sich an". Unter diesem Motto haben Textilschüler aus drei Ländern am Freitag in Schopfheims Stadthalle eine farbenprächtige Modenschau aufgeführt. Und nebenbei zwischen Balkan, Alpen und Schwarzwald beste Beziehungen geknüpft.

  1. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  2. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  3. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  4. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  5. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  6. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  7. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  8. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  9. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

  10. Modenschau in Schopfheim Foto: Silke Hartenstein

SCHOPFHEIM. Eine glamouröse, grenzüberschreitende Modenschau erlebte das Publikum am Wochenende in der voll besetzten Schopfheimer Stadthalle. Über zwei Jahre hinweg hatten Textilschüler der WI`MO Klagenfurt in Österreich, des Solski Center Slovenj Gradec in Muta, Slowenien und der Gewerbeschule Schopfheim ihre Kreativität und Fachkenntnisse miteinander vernetzt. Das Ergebnis, die modische Kollektion zum Thema "opposites attract" konnte sich sehen lassen, zum Abschluss der über einstündigen Modenschau gab es in der Stadthalle stehende Ovationen für die Models.

Gegensatzpaare wie weich und hart, organisch und geometrisch, Beton und Flies, Holz und Draperie wurden bei der farbenprächtigen Schau modisch umgesetzt. Wie bei jeder großen Modenschau reichte die Bandbreite von schick und straßentauglich über fantasievoll und verspielt bis hin zu zu ziemlich verrückt - da rankten sich knallbunt schimmernde Stoffschlangen um enge Kleider, Holzbällchen hüpften am Saum eines Rüschenröckchens und Bustiers aus Beton sorgten für garantiert sicheren Halt.

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Alle Modelle wurden von den Schülern dreier Länder selbst präsentiert. Hierfür hatten sich die jungen Leute Tipps von einem Choreografen geholt und absolvierten ihre Gänge über den Laufsteg je nach Temperament mal mit professioneller Coolness, mal charmant, mal schüchtern und mal energisch. Die Schopfheimer Textiler hatten in Zusammenarbeit mit der Holz- und Bauabteilung an der Gewerbeschule auch Modelle aus Holz und Beton kreiert, dazu kam eine gemeinsam mit Klagenfurter Schülern entworfene Kollektion aus schimmerndem Airbag-Gewebe. Zur Modenschau gehörten auch die tänzerische Darstellung des Webens als Symbol für die textile Vernetzung dreier Länder und der Tanz der sich anziehenden Gegensätze.

Inititalzündung des Projekts war der Besuch von Vertretern der Gewerbeschule Schopfheim 2007 in Srednja Sola Muta auf Einladung des slowenischen Fabrikanten Adi Struc. Ab 2009 kamen die Schüler unterschiedlicher textiler Ausbildungsrichtungen sechsmal im Rahmen der von der EU geförderten Leonardo da Vinci-Bildungspartnerschaft an den drei Schulstandorten zusammen.

Internationale Beziehungen beim gemeinsamen Arbeiten

Gemeinsam feilten sie an Konzept und Logo, designten, färbten, rüsteten aus, filzten, schneiderten und fertigten Accessoires an. Die Anleitung durch Textildesigner, der Besuch von Textilfirmen und Modenschauen, Stadtführungen und Discoparties – all das schaffte mehr als textile Vernetzungen. Hier wurden internationale Beziehungen geknüpft und viel gelernt. Krönender Abschluss des im Oktober 2009 begonnenen Projekts waren die Modenschauen vor großem Publikum in Muta, Klagenfurt und Schopfheim. Hierfür wurden weitere regionale Vernetzungen geschaffen.

So bot der Musikverein Fahrnau mit Stücken wie "New York, New York" die stilvolle musikalische Umrahmung, die Koop-Klasse der Friedrich-Ebert-Schule übernahm die Bewirtung und die Friseurklasse an der Gewerbeschule Rheinfelden sorgte für Makeup und Hairstyling. Im Zuschauerraum saßen Vertreter der drei teilnehmenden Länder, die deutsch-slowenischen Grußworte sprachen Gewerbeschulleiter Ralf Dierenbach, die slowenische Vizekonsulin Andreja Horvat, Landrat Walter Schneider und Bürgermeister Christof Nitz, Übersetzerin war Natalija Erste.

Horvat fand, die Schüler hätten viele verschiedene Kompetenzen zusammen gebracht, Nitz freute sich darüber, dass hier im Dreiländereck, wo man wisse, was Gegensätze und Zusammenwachsen bedeuten, ein weiterer, breiter Fächer über Europa gespannt wurde und Schneider sagte: "Kreationen, Kreativität und Fantasie stehen auch für die große Tradition der hiesigen Textilindustrie".

Autor: Silke Hartenstein